Henryk Broder verglich die
Wiener Polizei
mit der Gestapo
Shraga Elam
Normalerweise herrscht ein Verbot
gegen die
Gleichsetzung
zwischen den
NS-Verbrechen
und
irgendwelchen
gegenwärtigen
Vorgehen. Es
wird unter
anderem
argumentiert,
dass eine solche
Identifikation
eine
Verniedlichung
oder
Verharmlosung
der NS-Untaten
bedeute und
damit an
Holocaust-Leugnung
grenze. Ob diese
Begründung
wirklich immer
zutrifft, bleibt
Gegenstand einer
Diskussion,
hingegen gibt es
bestimmt klare
Fälle, in denen
dieser Vorbehalt
angebracht ist.
Dies gilt mit
Sicherheit für
den letzten
Streich des
deutsch-jüdischen
Publizisten
Henryk Modest
Broder.
Es gibt eine wachsende Zahl von
Menschen, die
Broder extrem
lustig finden.
Dies ist
bestimmt
Geschmacksache.
Eindeutig
geschmacklos ist
aber, was sich
Broder letzthin
voller Stolz in
Wien leistete.
Er belästigte nicht nur auf
offener Strasse
den jüdischen
ultraorthodoxen
Teilnehmer der
iranischen
»Holocaust-Konferenz«,
Rabbi Moishe
Arye Friedman,
sondern fand
auch die
Frechheit, die
Wiener Polizei
mit der Gestapo
zu vergleichen.
Die Beteiligung Friedmans an der
besagten
Konferenz war
sicherlich nicht
der klügste
Schritt, ein
Grund für eine
Belästigung ist
sie aber
bestimmt nicht.
Nach sehr aggressiven Reaktionen
auf seine
Iran-Reise ist
es nicht
verwunderlich,
dass Friedman
sehr nervös auf
den
angriffslustigen
"akzentfrei"
Hebräisch
sprechenden
Unbekannten –
Henryk M. Broder
– reagierte.
Deshalb ist es
auch
verständlich,
dass der
ebenfalls
publizitätsgeile
Friedman
hysterisch die
Polizei zu Hilfe
holte.
So beschreibt Broder seine
Einvernahme bei
der Polizei:
»Die Beamtin ist nett, hat nur
Schwierigkeiten
mit dem Computer
und dem Drucker.
Nach 20 Minuten
ist die
Niederschrift
„Betreff
Körperverletzung“
abgeschlossen,
die Beamtin
fragt, ob ich
noch etwas sagen
möchte. Ich
sage: „Ich
kann die Wiener
Polizei
jedermann nur
empfehlen“,
Bischof Laun
grinst, er kennt
das Zitat.«
Die Beamtin kannte diesen Spruch
offensichtlich
nicht, sonst
hätte sie den
deutschen
Polemiker
wahrscheinlich
wegen
Beleidigung
einer Amtsperson
verhaftet.
Broder selbst beschrieb mal den
Ursprung dieses
Zitats
folgendermassen:
»Als Sigmund Freud Wien verlassen
musste, wollte
die Gestapo von
ihm die
Bestätigung
haben, dass er
gut behandelt
wurde. Freud
nahm ein Stück
Papier und
schrieb darauf:
"Ich
kann die Gestapo
jedermann nur
empfehlen.“«
Kapitulierte bei Broder der
Verstand? Weiss
er wirklich
nicht, wie eine
Audienz bei der
Gestapo für
einen Juden in
der Regel
aussah?
Shraga Elam
Israelischer Journalist und
Buchautor
Zürich/Schweiz