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Ein
Traum der Realität geworden, Gene, Gedanken, Aktionen,
bewusstes Gestalten, Wille oder ein Zufall ich weiß es
nicht so genau, ..... ich wurde im Juni 1941 geboren.
Ein
Kind sah wie es Kinder sehen: Sonne, Haus, Baum und
später Sterne. Erst später erfuhr ich, was war Kulisse,
was war echt.
Da ich
als Kriegskind, Nachkriegskind keine schöne Kindheit
hatte, verdränge ich sie wohl und so habe ich gar nicht
soviel Erinnerungen.
Was in
meiner Erinnerung blieb ist meist nicht so positiv.
1941, das heißt auch für mich war es Krieg.
Ich konnte noch
miterleben dass auf meiner Straße, vor meinem Haus
zerlumpte, hungernde, elendig aussehende Kriegsgefangene die Straße entlang getrieben
wurden. Ich wahr etwa drei Jahre alt und habe es als
ungewöhnlich, auch als mein Leben mit prägend in Erinnerung
behalten. Keiner kann mir erzählen das die Hemeraner die sahen
dass diese Menschen vor ihrem Haus vorbeigetrieben
wurden
nicht wussten was dort geschah. Sie wussten
wahrscheinlich nichts von den Massengräbern, man musste
diesen Menschen aber angesehen haben, dass sie fast
verhungerten. Mir sind sie so in der Erinnerung
gebleiben....
Später
erfuhr ich, dass man Großvater einer der Menschen war,
der diese Kriegsgefangenen vor dem Tode des Erschießens
rettete. In Hemer waren tausende von Kriegsgefangene im
Stalag
kaserniert, tausende ließen auch dort ihr Leben in
den
Massengräber auf dem Duloh. Die Gefangenen wurden
als billige Arbeitskräfte, die wenn sie es überlebten
kurz vor dem verhungern waren missbraucht. Zum
Kriegsende wollte der Kommandant dieses Lager alle
befehlsgemäß töten und in neuen Massengräbern
verscharren.
Mit
einigen anderen startete mein Großvater eine Aktion die
dies verhindern sollte. Vielleicht auch einer der Gründe
warum er nach dem Krieg Bürgermeister wurde und einer
der wenigen Ehrenbürgermeister der Stadt Hemer blieb.
Noch heute findet man (aus anderen Gründen) an einem
Altersheim in Hemer seinen Namen.
Fast
schon makaber war, das einer von den vielen russischen
Kriegsgefangenen, die befreit, sich nach dem Krieg
(verständlich) plündernd durch den Ort plündernd
bewegten mich und meine Eltern töten wollte. Er wollte
von uns Essen (vielleicht auch Kleidung haben). Im
Kriege waren wir aber auch fast am verhungern und hatten
kaum essen. So war er unzufrieden mit dem was er
bekommen hatte, vermutetet, eine Verständigung war nicht
möglich, man wolle ihm nichts geben. So bedrohte er uns
lautstark, zu verstehen war er würde wiederkommen....
Er kam
in der Nacht mit Handgranaten und wollte das Haus
sprengen. Zu unserem Glück konnten meine Eltern einen
Hilfspolizisten finden der uns bewachte. Er nahm ihm die
Waffen ab und mit, uns geschah nichts.
Ich
höre auch noch auch immer das brummen der Flugzeuge vor
denen wir uns unter Betten versteckten. Sie brachten
den
Tod, mir zum Glück nur ein aufgeschnittenes Knie. Beim
klettern und fallen über die Ziegel eines zerbombten Stalles
nebenan schnitt mir eine Glasscherbe das Knie auf, es
sah aus als sei ich am verbluten. Ich behielt so als
dreijähriger eine Kriegswunde, eine bleibende
große Narbe am Knie.
Mein Vater, der vor dem Krieg sich eine kleine Gießerei
aufgebaut hatte war „zum Glück?“ nicht so regimetreu wie
andere, bekam keine Aufträge, musste die Firma
schließen. Er wurde Soldat, später Frührentner, wir
waren arm und damit wuchs ich auf, soweit ein
Nachkriegskind überhaupt „gut“ versorgt wurde.
Wer war ich da, ein träumendes Kind von der Mutter
abgeschirmt „bleib lieber hier“ heute würde man sagen
wir lebten in einem sozialen Brennpunkt. Vor den Kindern
ringsherum erfuhr ich später was Strafanstalten waren,
fast alle hatten Erfahrungen damit.
Unwissend spielte ich mit meinem Unterbewusstsein
bewegte mich aus dem Unbewusstsein heraus. Las
Wildwestromane, fand sie irgendwann langweilig, las „Der
Graf von Monte Christo“ und anderes. Fand in der
Stadtbücherei Bücher über Kant, Nietzsche. Las mich quer
durch die Philosophie, war an Soziologie interessiert,
Politik, Religionen, sehr auch an Psychologie und Kunst,
saugte alles auf wie ein Schwamm.
Schulbildung, wir waren arm, daran dachte keiner. Rechts
war ein Stromwerk, aber ich war nicht schwindelfrei,
links war eine Maschinenfabrik, also lernte ich Metall
zu drehen und versteckte mich in der Tür des Spindes und
schrieb Gedichte, den Metallteilen bekam das nicht immer
gut.
Daran erinnere ich mich noch, es gab Nächte wo ich nicht
zum schlafen kam, weil mir alle zehn Minuten wieder ein
Text einfiel. So wie man, zur Toilette gehen muss, so
musste ich schreiben, etwas in mir wollte raus nach
oben. Lesen, suchen finden weiter gehen. Irgendwie
ließ ich mich unbewusst nach oben treiben, trieb, es
trieb, führte mich. Eigentlich ohne Hilfe, Schulung...
Da war die Bibliothekarin der ich aufgefallen
war,......kurze Zeit war ich bei ihr in einem Kreis von
Studenten die "wissenschaftlich" meine Gedichte
analysierten und meinten es sei Kunst. Ohne das mir ein
Ziel bewusst war bildete formte ich mich selber.
Dann,
ich war 16 starb mein Vater, ich war wenigstens in
dieser Phase (eigentlich auch später)
„Familienoberhaupt“ erledigte die
Beerdigungsformalitäten, alleine.
Mein Großvater, ein in seiner Stadt politisch sehr
engagierter Mann , einer der wenigen Ehrenbürger der
Stadt aber kein Familienmensch, kam nur einmal eine
Viertelstunde zu uns und fragte mich „kommt ihr zurecht“
Ich verkniff mir meine Trauer und meine Tränen und sagte
nur Stolz „wir kommen schon zurecht“
Dann
beginnt das erwachen. Ich zeichnete Blätter,
Landschaften, Gesichter, skurrile tierähnliche Figuren.
Stuhlbeine wurden in Figuren verwandelt, gestalten,
malen, zeichnen, schreiben, modellieren, sich selber nah
zu sein, mich zu sehen, zu fühlen, zu erfahren, sich
mitzuteilen glücklich sein über das Erreichte. Es war
die Zeit der „Unschuld“ wo ich etwas formte und einfach
glücklich darüber war, kritiklos.
Ich
beendete meine Lehre als Dreher und war ungezielt
unzufrieden mit meinem Leben. So begann ich auf der
Abendschule eine Technikerausbildung. Es war mir
zuwenig, also wurde in der Abendschule „die mittlere
Reife nachgeholt“, ich wollte Ingenieur werden. Während
ich dann alle nötigen Praktika absolvierte, besuchte ich
Malkurse und Kurse in denen mit Ton gearbeitet wurde.
Ich hatte das Glück, das dort eine ausgebildete
Bildhauerin und ein Maler die Kurse leitete.
Damals wusste ich nicht so recht warum, beide
bestätigten mich darin Kunst zu studieren.
Es viel mir schwer mich zu entscheiden, Kunst, das war
weit weg von dem was ich bisher beruflich machte. Es
dauerte Wochen und dann hatte ich mich entschlossen und
es nie bereut. Trotz eines sehr intensiven Studiums
öffnete sich die Tür zum Paradies für mich.. Mein
eigentliches Leben begann wirklich auf dem Fundament
einer nicht sehr glücksvollen Jugend. Mein Kunststudium
beendete ich 1969. Da ich ja „Künstler werden wollte“
war mir der Abschluss egal, ich machte ihn aber. Mein
Professor war es dann der für mich herumging und Noten
sammelte. Ich schloss mit einer eins ab, was mich nicht
sehr berührte.
Erst später, als meine pädagogische Ader immer stärker
wurde war ich dankbar, weil ich damit ohne Problem alles
was ich wollte an der Uni studieren konnte. Das war dann
Gesellschaftswissenschaft und Erziehungswissenschaft.
Erstaunlich fand ich autodidaktisches Wesen, da volle
Angst zu versagen sein Studium begann, das ich
eigentlich mit der linken Hand, neben Familie
(schwerstbehindertes Kind) und Berufstätigkeit als
Lehrer studieren konnte. Ich hatte gelernt zu gestalten,
......kreativ zu sein,........ dies ins Leben umzusetzen
Was die Erwachsenen scheinbar so einfach als richtig
hinnahmen fühlte ein 3 jähriges Kind als falsch
unnormal. Kinder haben Empfindungsmöglichkeiten die wir
verloren haben. Ich habe noch das Bild in mir, es wurde
eine große Gruppe von Menschen, wie ich später erfuhr
Kriegsgefangenen, wie Tiere durch die Stadt getrieben.
Wenn die Aufseher es nicht merkten bettelten sie an den
Fenstern, das weiß ich auch noch. Wie ich später erfuhr,
sind Tausende verhungert.
Ich habe auch nie den Leuten nach dem Mund reden können.
So war es wohl auch bei meinem Vater. Das mögen die
meisten nicht, man wird abgestraft.
Da muss ich an einen Architekten erkennen, der in
Iserlohn großen Einfluss hatte. Anlässlich einer
Ausstellungseröffnung sah ich ihn mit dem Bürgermeister
vor einer meiner Arbeiten stehen, er erklärte sie dem
Bürgermeister. Ich ging hinzu und man frage mich, wie
ich den die Plastik interpretiere. Es war ein
geometrischer Würfel, der aufgebrochen war, aus ihm
heraus wuchsen Keime, Pflanzenteile. Ich sagte den
beiden, dass ich beim entwerfen der Plastik sehr an
Architektur gedacht hätte. Wünschen würde ich mir, dass
ähnlich wie aus der aufgebrochene Form die geometrischen
Formen wachsen auch aus den meisten Gebäuden organische
Formen wachsen würden um die kalten traurigen
fantasielosen Bauwerke interessanter zu machen.
Seit der Zeit habe ich es besonders dem Architekten zu
verdanken, dass ich keinen Bauauftrag mehr bekommen
habe.
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