WORTWERKSTATT

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träume graben ein tunnel
durch den berg
den man eigentlich
ersteigen möchte

12.10.01-03

 

 

vietnam  -  iran  -  kossowo  -  die afrikanische länder  -  palästina - israel - amerika - usw...
usw..?

 die hungernden kinder im irak
die palästinensische mutter deren 12 jähriges kind und mann von israelis erschossen
das kind trug ein gewehr aus holz
dem iraker dessen bruder im libanon unter dem beschuss der israelis verwundet
er wollte dort nur arbeiten
das israelische kind das seinen vater verlor weil einer sich selber töten wollte
mit ihm starben die kinder die er nie haben würde
amerikaner stumm voller entsetzen, türme stürzen ein, der turmbau zu babel?
neue dimensionen?
nun kommen neue tricks der computerindustrie
wie werden sie antworten
was geschieht dann


wie viele müssen noch sterben
warum???

nicht die israeli, palistenänser, kurden, serben
christen oder moslems tötet man
menschen
frauen, kinder, väter


 ich weine mit denen
die immer verlieren

egal wer der sieger ist
die verlierer sind
wir

 

12.09.01 - erhard arendt

 

.

 

gegen abend
kriechen bunte flecken
durch hellerleuchtete schluchten
an der wänden helle flächen 
sich auflösen in die nacht

autos werden farbige lichtpunkten
wandern
blinken
stehend   
warme oder kalte lichter 
verbunden mit lärm
du fährst mit ihnen davon

harte klappernde schritte
weiche
der lärm  schluckt sie auf 
so viele ichs
und alle gehen vorbei

die dunklen höhlen des tages
sie leuchten nach aussen
stimmen   fließen aus membranen   
nur auf bildschirmen findet leben statt

ich bin mit mir alleine
wandere mit den vereinzelten schatten
durch die nacht

die stadt erledigt ihre bedürfnisse
strassen werden sterilisiert
zeitungen stapeln sich vor mir auf
stählerne schienen werden entgratet
das letzte bier wird ausgekotzt

zurück 
in meiner höhle 
der schlaf beginnt
rückkehr
heimkehr
für einige flucht 

 

 

 

 

 

 aus dem tal der träume vertrieben
sammeln  wir nun die kippen des glücks
auf dem weg in unsere endlichkeit

ich begegnete den spuren deines ichs
wärme bewegung lust
fühlte nähe
in dir

doch
immer wieder
löst sich alles auf
wie kerzenschein  im sonnenlicht
der schatten im im dunkel der nacht

mein leben
ein gummiband
du ziehst
es wird reißen

1966-05

 

 

 

 

 

 

rückzug

wenn sich
die stimmen ausstülpen
schweigt sie

wenn aus diesen stimmen
bilder fließen
schließt sie ihre augen

wenn die bilder sich bewegen
dreht sie sich um 

und geht
in sich hinein

12-2000

 

 

 

 

 

gegenwart


 eine vergangenheit
weich  wie  ein meer aus watte
wie ein  schwamm 

zukunft
eine wand aus beton
ich blicke nicht hindurch


hoffnung weicht die zukunft auf
 
eine wolke verändert stetig
ihr gesicht

schwebend im nirgendwo
irgendwo
weich
 voll sehnsucht und wärme

irgendwann
irgendwo
werden wir
gewesen sein

12-2000 - 10.2001

 

 


 

 


ich lebe phasenverkehrt

die Zeiten des wachseins
werden immer länger

ich sehe klar
 es verschwimmt
immer mehr
vor meinen Augen

 

 

 

 

ich suchte dich draußen
fand nur noch deine leeren worte
inhaltslos lagen sie auf der strasse
dein platz im garten
war leer
eine schaufensterpuppe war dort

im zimmer vor mir
 ein leerer bilderrahmen

zurück bleibt die erinnerung
an das was nie gewesen
zurück blieb mein ich

2004-2005

 

 

 

  im sprung verkehrt
zwischen gestern und morgen
verliert sich ein ich in die zeit

gestern ist nicht heute
bestrafe mich nicht dafür

jeder schritt ins leere
ist unbekannt
unbenannt
morgen

die zeit
sie bewegt sich vorbei
gewesen
sich bewegend
wächst sie in mein gesicht

träume hängen
als mögliche  wirklichkeiten
an den bäumen
vielesl war  gut
manchmal schlecht
fühlbar
zuoft  nur ein traum
von dem was hätte können sein.


im sonnigen herbst liegt ein leuchten
strahlt in mich hinein

geh leicht
du wirst nicht gezogen
und was dich zieht
weißt nur du

berühre die grenze der wirklichkeit
eines traums
die wandlung einer illusion
die möglichkeit
einer durchdringung
des ichs

wie nah zu mir
können die gedanken
den körper
dich bewegen?

10.00 - 10.02

 

 

zwischenzeiten - zwischenwelten


zwischen dem was ist
und sein könnte
wechseln wir
entscheiden wir uns
für das jetzt

übertragungen
aus den alpträumen 
 lebloser gedanken heraus
bewegen sich
 mich
dich
in den traum

zwischen blutigen wirklichkeiten hindurch
fließt ein fluß
neue wege
reines wasser
hoffnung wächst an den seiten empor

november
tiefstehende sonne
spiegelt die buchstaben in meinem bildschirm
entreist sie ihm
löst sie auf in wärmendes licht
vermischt sie
mit meinen gedanken
trägt sie in mir
zu dir

bunte flecken an die wand gemalt
lassen welten entstehen
in denen wir leben könnten
und werden
 wir haben die wahl

wir brechen die kraft der verzweiflung
mit unseren worten
die schwere des tages
sie verbrennt im licht der sonne
schwebt wie eine wolke
mit  mir und der neuen wärme empor

wörter fließen
ziehen sich gegenseitig
aus dem schweigen
aus den zwischenwelten heraus
drängen sich ans licht
formen sich

hüllen
in die die worte des anderen passen
sein verständnis
öffnent sich
saugen mich
in sich hinnein
 

worte
drehen
wenden sich
fließen  wie ein bergbach
zu dir
zu mir

november
sonnenstrahlen durchdringen tief das fenster
wärmen innen
außen ist es schon kalt
doch
ich fühle es noch nicht

mit herzen ist es wie mit händen
 eingefroren
schmerzt sie beim auftauen
manchmal
  zerbrechen sie daran

 

 

 

eingefrorener atem
  an der zeitscheibe
verfangen
unsichtbare realität
unveränderlich
du nimmst es  in die bewegung hinein

 ein  warmes herz genügt nicht
in sich verborgen
um  eis zu schmelzen

bewegen
auftauchen aus dem erfrorenem sein
der fluss der zeit bewegt uns
aufeinander zu
aneinander vorbei

wenn wir es wollen
kann es sein


durchzugefrorenen fenster hindurch
sehen wir unser gesichter

das wasser läuft
wie unsere tränen
innerlich noch fließen
wir  wissen warum
aber warum noch

am fenster
verbindet sich mein atem
mit dem deinen
ein verschmelzen
für kurze zeit
 

 

 

 
 
 
 
ich wünsche nichts mehr
ich wünsche nichts
ich wünsche
ich
 
dich
in mir  zu  begegnen
in mir zu fühlen
in mir
 
du
das du
das du erleben
 
und
das es auch so bei dir
auch so bei dir
so bei dir
bei dir
wir

 

 

 

 

noch erfüllt 
von deiner anwesenheit
hat der tag
eine anderes licht bekommen
erfüllung wächst in mich hinein

die harmonie der blätter
ist sichbarer geworden

wie das wasser vom  wind bewegt
wie die erde mich anzieht
 ich auf ihr stehe
dein atem war in mir
ich fühle ihn  in mir
fühle dich

du
greifbar
 wo man dich sieht
da bist du

 

 

 

 

 fragen

bist du ein stein
wärmt dich nur die sonne
solange sie scheint
unbeweglich starr des  nachts
 erfriert wer auf dir sitzt?

bist du ein stück papier das brennt
nichts als asche bleibt zurück
von mir

implodierst du in einer nanuosekunde
vernichtest alles um dich herum
zerstörst
saugst es in dich hinein

bist du ein geburtstagslicht
das immer wieder anbrennt
ein buschbrand
trockenes gras
aus dessen asche  neues leben wächst?

eine fata morgana die verspricht
was man näher kommend
nicht findet

eine wunderkerze die sprüht und funkt
kurze zeit
dann wie eine sternschnuppe am himmel vergeht

ein licht dessen leuchten
 ich in einem  spiegel sehe
aus mir selber kommende illusion.

 

 

 

 

 

irgendwie
hab ich dich heute mitgenommen
in einen sonnigen warmen herbst hinein

wie gern würde ich dich  fühlen

die sonne brennt die blätter bunt
brennt   mein fell braun
hüllt mein gesicht in wärme ein
wärmt die krusten
die noch frisch
verheilen sie jetzt?

ein riesiges farbiges gemälde
vor mir
ton in ton
ich bewege mich mit meinen träumen

in der sonne sonnengelb gefärbt
 eine ganze welt
hüllt mich ein
und ich in dir
ein teil von allem und doch so alleine

trockenes rascheln der blätter
unter meinen füßen
ein  wind lässt blätter tanzen
sie sind die melodie
zu der ich mich bewege

DAS WUNDER IST NOCH DA

die welt hat sich verschoben

 


 

 

 

in meiner kindheit zu gast
nahe dem baum
der die schöpfung mir zeigte
vor 40 jahren
dort
wo mein leben begann
vielleicht sollte es dort enden
jetzt kann ich mit mit erfüllung gehen

SIE IST HEIL DIE WELT
manchmal
und doch so kaputt

wie eine eidechse
still steht mein gesicht  in der sonne
saugt sie auf  für die dunklen tage

ES IST SCHÖN SICH GANZ ZU FÜHLEN

vor mir
ein segelflugzeuge schwebt
in deine worte hinnein
mit meiner sehnsucht zu boden

IN UNSER SCHWEIGEN HINEIN

10.2000 - 2003

 

 

weiße nebel
lösen sich aus dem schnee
 verschmelzen mit den bäumen
mit dem himmel
ein schleier


ein kalter wind
bläst mir ein blatt ins gesicht
dein name
unlesbar
steht nicht mehr darauf
 

mein herz ist geteilt
verloren in der welt
mein leben an einem anderen ort
der körper  hier
am straßenrand
meine gedanken bei dir

auf der straße des leben
dachte ich mich in  dich hinnein
verloren  in  meinen gedanken
finde ich dich
wache auf
du bist nicht dort
wo du sagtest zu sein

etwas ist  gewesen
hätte können sein

 

Wege entstehen beim gehen, eine fast wahre Geschichte...  
 

Ein Traum  der Realität geworden, Gene, Gedanken, Aktionen, bewusstes Gestalten, Wille oder ein Zufall ich weiß es nicht so genau, ..... ich wurde im Juni 1941 geboren.

Ein Kind sah wie es Kinder sehen: Sonne, Haus, Baum und später Sterne. Erst  später erfuhr ich, was war Kulisse, was war echt.

Da ich als Kriegskind, Nachkriegskind keine schöne Kindheit hatte, verdränge ich sie wohl und so habe ich gar nicht soviel Erinnerungen.

Was in meiner Erinnerung blieb ist meist nicht so positiv.  1941, das heißt auch für mich war es Krieg.

Ich konnte noch miterleben dass auf meiner Straße, vor meinem Haus zerlumpte, hungernde, elendig aussehende Kriegsgefangene  die Straße entlang getrieben wurden. Ich wahr etwa drei Jahre alt und habe es als ungewöhnlich, auch als mein Leben mit prägend in Erinnerung behalten. Keiner kann mir erzählen das die Hemeraner die sahen dass diese Menschen vor ihrem Haus vorbeigetrieben wurden nicht wussten was dort geschah. Sie wussten wahrscheinlich nichts von den Massengräbern, man musste diesen Menschen aber angesehen haben, dass sie fast verhungerten. Mir sind sie so in der Erinnerung gebleiben....

Später erfuhr ich, dass man Großvater einer der Menschen war, der diese Kriegsgefangenen vor dem Tode des Erschießens  rettete. In Hemer waren tausende von Kriegsgefangene im Stalag kaserniert, tausende ließen auch dort ihr Leben in den Massengräber auf dem Duloh. Die Gefangenen wurden als billige Arbeitskräfte, die wenn sie es überlebten kurz vor dem verhungern waren missbraucht. Zum Kriegsende wollte der Kommandant dieses Lager alle befehlsgemäß töten und in neuen Massengräbern verscharren.

Mit einigen anderen startete mein Großvater eine Aktion die dies verhindern sollte. Vielleicht auch einer der Gründe warum er nach dem Krieg Bürgermeister wurde und einer der wenigen Ehrenbürgermeister der Stadt Hemer blieb. Noch heute findet man (aus anderen Gründen) an einem Altersheim in Hemer seinen Namen.

Fast schon makaber war, das einer von den vielen russischen Kriegsgefangenen, die befreit, sich  nach dem Krieg (verständlich) plündernd durch den Ort plündernd bewegten mich und meine Eltern töten wollte. Er wollte von uns Essen (vielleicht auch Kleidung haben). Im Kriege waren wir aber auch fast am verhungern und hatten kaum essen. So war er unzufrieden mit dem was er bekommen hatte, vermutetet, eine Verständigung war nicht möglich, man wolle ihm nichts geben. So bedrohte er uns lautstark, zu verstehen war er würde wiederkommen....

Er kam in der Nacht mit Handgranaten und wollte das Haus sprengen. Zu unserem Glück konnten meine Eltern einen Hilfspolizisten finden der uns bewachte. Er nahm ihm die Waffen ab und mit, uns geschah nichts.

Ich höre auch noch auch immer das brummen der Flugzeuge  vor denen wir  uns unter Betten versteckten. Sie brachten den Tod, mir zum Glück nur ein aufgeschnittenes Knie. Beim klettern und fallen über die Ziegel  eines zerbombten Stalles nebenan schnitt mir eine Glasscherbe das Knie auf, es sah aus als sei ich am verbluten. Ich behielt so als dreijähriger eine Kriegswunde,  eine bleibende große Narbe am Knie. 

Mein Vater, der vor dem Krieg sich eine kleine Gießerei aufgebaut hatte war „zum Glück?“ nicht so regimetreu wie andere, bekam keine Aufträge, musste die Firma schließen. Er wurde Soldat, später Frührentner, wir waren arm und damit wuchs ich auf, soweit ein Nachkriegskind überhaupt „gut“ versorgt wurde.
Wer war ich da, ein träumendes Kind  von der Mutter abgeschirmt „bleib lieber hier“ heute würde man sagen wir lebten in einem sozialen Brennpunkt. Vor den Kindern ringsherum erfuhr ich später  was Strafanstalten waren, fast alle hatten Erfahrungen damit.

Unwissend spielte ich mit meinem Unterbewusstsein  bewegte mich aus dem Unbewusstsein heraus. Las Wildwestromane, fand sie irgendwann langweilig, las „Der Graf von Monte Christo“ und anderes. Fand in der Stadtbücherei Bücher über Kant, Nietzsche. Las mich quer durch die Philosophie, war an Soziologie interessiert, Politik, Religionen, sehr auch an Psychologie und Kunst, saugte alles auf wie ein Schwamm.

Schulbildung, wir waren arm, daran dachte keiner. Rechts war ein Stromwerk, aber ich war nicht schwindelfrei, links war eine Maschinenfabrik, also lernte ich Metall zu drehen und versteckte mich in der Tür des Spindes und schrieb Gedichte, den Metallteilen bekam das nicht immer gut.
Daran erinnere ich mich noch, es gab Nächte wo ich nicht zum schlafen kam, weil mir alle zehn Minuten  wieder ein Text einfiel.  So wie man, zur Toilette gehen muss, so musste ich schreiben, etwas in mir wollte raus nach oben. Lesen, suchen finden weiter gehen. Irgendwie  ließ  ich mich unbewusst  nach oben treiben, trieb, es trieb, führte  mich. Eigentlich ohne Hilfe, Schulung... Da war die Bibliothekarin der ich aufgefallen war,......kurze Zeit war ich bei ihr in einem Kreis von Studenten die "wissenschaftlich" meine Gedichte analysierten und meinten es sei Kunst.  Ohne das mir ein Ziel bewusst war bildete formte  ich mich selber.

Dann, ich war 16 starb mein Vater, ich war wenigstens in dieser Phase (eigentlich auch später) „Familienoberhaupt“ erledigte die Beerdigungsformalitäten, alleine.
Mein Großvater, ein in seiner Stadt politisch sehr engagierter Mann , einer der wenigen Ehrenbürger der Stadt aber kein Familienmensch, kam nur einmal eine Viertelstunde zu uns und fragte mich „kommt ihr zurecht“ Ich verkniff mir meine Trauer und meine Tränen und sagte nur Stolz „wir kommen schon zurecht“

Dann beginnt das erwachen.  Ich zeichnete Blätter, Landschaften, Gesichter, skurrile tierähnliche Figuren. Stuhlbeine wurden in Figuren verwandelt, gestalten, malen, zeichnen, schreiben, modellieren, sich selber nah zu sein, mich zu sehen, zu fühlen, zu erfahren, sich mitzuteilen  glücklich sein über das Erreichte. Es war die Zeit der „Unschuld“ wo ich etwas formte und einfach glücklich darüber war, kritiklos.

Ich beendete meine Lehre als Dreher und war ungezielt unzufrieden mit meinem Leben. So begann ich auf der Abendschule eine Technikerausbildung. Es war mir zuwenig, also wurde in der Abendschule „die mittlere Reife nachgeholt“, ich wollte Ingenieur werden. Während ich dann alle nötigen Praktika absolvierte, besuchte ich Malkurse und Kurse in denen mit Ton gearbeitet wurde. Ich hatte das Glück, das dort eine ausgebildete Bildhauerin und ein Maler die Kurse leitete.
Damals wusste ich nicht so recht warum, beide bestätigten mich darin Kunst zu studieren. 
Es viel mir schwer mich zu entscheiden, Kunst, das war weit weg von dem was ich bisher beruflich machte. Es dauerte Wochen und dann hatte ich mich entschlossen  und es  nie bereut.  Trotz eines sehr intensiven Studiums öffnete sich die   Tür zum Paradies für mich.. Mein eigentliches Leben begann wirklich auf dem Fundament  einer nicht sehr glücksvollen Jugend. Mein Kunststudium beendete ich 1969. Da ich ja „Künstler werden wollte“ war mir der Abschluss egal, ich machte ihn aber. Mein Professor war es dann der für mich herumging und Noten sammelte. Ich schloss mit einer eins ab, was mich nicht sehr berührte. 
Erst später, als meine pädagogische Ader immer stärker wurde war ich dankbar, weil ich damit ohne Problem alles was ich wollte an der Uni studieren konnte. Das war dann Gesellschaftswissenschaft und Erziehungswissenschaft. Erstaunlich fand ich autodidaktisches Wesen, da volle Angst zu versagen sein Studium begann, das ich eigentlich mit der linken Hand, neben Familie (schwerstbehindertes Kind) und Berufstätigkeit als Lehrer studieren konnte. Ich hatte gelernt zu gestalten, ......kreativ zu sein,........ dies ins Leben umzusetzen
Was die Erwachsenen scheinbar so einfach als richtig hinnahmen fühlte ein 3 jähriges Kind als falsch unnormal. Kinder haben Empfindungsmöglichkeiten die wir verloren haben. Ich habe noch das Bild in mir, es wurde eine große Gruppe von Menschen, wie ich später erfuhr Kriegsgefangenen, wie Tiere durch die Stadt getrieben. Wenn die Aufseher es nicht merkten bettelten sie an den Fenstern, das weiß ich auch noch. Wie ich später erfuhr, sind Tausende verhungert.

Ich habe auch nie den Leuten nach dem Mund reden können. So war es wohl auch bei meinem Vater. Das mögen die meisten nicht, man wird abgestraft.
Da muss ich an einen Architekten erkennen, der in Iserlohn großen Einfluss hatte. Anlässlich einer Ausstellungseröffnung  sah ich ihn mit dem Bürgermeister vor einer meiner Arbeiten stehen, er erklärte sie dem Bürgermeister. Ich ging hinzu und man frage mich, wie ich den die Plastik interpretiere. Es war ein geometrischer Würfel, der aufgebrochen war, aus ihm heraus wuchsen Keime, Pflanzenteile. Ich sagte den beiden, dass ich beim entwerfen der Plastik sehr an Architektur gedacht hätte. Wünschen würde ich mir, dass ähnlich wie aus der aufgebrochene Form die geometrischen Formen wachsen auch aus den meisten Gebäuden organische Formen wachsen würden um die kalten traurigen  fantasielosen Bauwerke interessanter zu machen.
Seit der Zeit habe ich es  besonders dem Architekten zu verdanken, dass ich keinen Bauauftrag mehr bekommen habe. 

Künstlerisch habe ich mich vielseitig erfolgreich in der Öffentlichkeit präsentiert. Da ich mich in einer nicht sehr kulturell ausgerichteten Gesellschaft nicht auf den Elfenbeinturm zurückziehen wollte habe ich mich zu einem jahrzehntelang als Entwicklungshelfer in meiner heimatlichen Region gesehen.
Es gab viele Einzelausstellungen und Teilnahmen an Gruppenausstellungen im Inn - und Ausland, in den frühen Jahren auch literarische Lesungen, Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften, eine Anthologie, und Lyrikhefte im Selbstverlag. Es mögen sicher tausend Arbeiten von mir auf der ganzen Welt Wohnungen schmücken. Einige dicke Mappen mit Presseartikeln zeigt, ich wurde wahrgenommen. Die Stadt Iserlohn hat einige Bauplastiken von mir, hat auch eine Reihe künstlerische Arbeiten in ihrem Besitz. Eine intensive politische Betätigung wechselte sich  ab mit dem organisieren der Künstler in meiner Region, der sehr kritischen Einmischung in kulturpolitischem Geschehen. Ein zweiter Teil meines Lebens war das ich umfangreich pädagogisch gearbeitet habe. Jahrzehntelang war ich in der Ausbildung von Erzieherinnen tätig, daneben und davor gab es Arbeiten mit Strafgefangenen, mit Kindern aus sozialen Brennpunkten, mit Lehrern und Studenten.

Ich war in meiner Stadt jahrzehntelang die UNRUHE und habe mich in politischen, kulturellen Bereichen und in Selbsthilfegruppen erfolgreich engagiert. Erfolglos,  es hat mir oft persönlich eher geschadet, da ich mich ohne Eigennutz für andere, anderes engagiert habe, Anstoß gab, provokativ war. Erfolgreich im Sinne das ich etwas bewegt habe, das ich lebenslang bei mir selber sein konnte. Da wo man mich sieht, das bin ich auch.