Israel lässt Bücher, Musikinstrumente und Kleidung
nicht in den Gazastreifen
Amira Hass, Haaretz,
17.5.09
Israel erlaubt nur den
Transport von Nahrungsmitteln, Medikamenten und
Putzmitteln in den Gazastreifen. Tausende von
Artikeln, einschließlich lebensnotwendiger Dinge für
den Alltag sind verboten.
Zusammen sind es nur
30-40 ausgewählte kommerzielle Sachen, die jetzt in
den Gazastreifen hineingelassen werden, im Vergleich
zu 4000, die vor der Blockade geliefert wurden, die
auferlegt wurde, nachdem Gilad Shalit entführt
worden war - so die Kaufleute und
Menschenrechtsaktivisten.
Die Anzahl der Dinge
wechseln auch, je nach dem was vom Koordinator für
Regierungsaktivitäten (COGAT) in den besetzten
Gebieten entschieden wird. COGAT verweigert die
Bitte des PA-Vertreter, eine aktuelle schriftliche
Liste über die zugelassenen Dinge zu erhalten. Er
erhält die Information nur über Telefon.
Den Kaufleuten in Gaza
ist es verboten, Lebensmittel in Konservendosen zu
importieren, Plastikplanen, Spielzeuge und Bücher,
obgleich es der UNWRA und anderen
Hilfsorganisationen erlaubt ist, so etwa in den
Streifen zu bringen.
Die drei Dinge, mit
denen Kaufleute Geschäfte machen dürfen, gehören
nur drei Gruppen an: Lebensmittel, Medikamente und
Putzmittel. Alles andere ist verboten –
einschließlich Baumaterial ( das so wichtig wäre, um
Gazas Ruinen und seine Infrastruktur wieder aufzu-
bauen) Elektrische Geräte wie Kühlschränke und
Waschmaschinen, Ersatzteile und Auto-Ersatzteile,
Stoffe, Faden, Nadeln, Elektrobirnen, Kerzen,
Streichhölzer, Bücher, Musikinstrumente, Bleistifte,
Kleidung, Schuhe, Matratzen, Bettlaken, Decken,
Besteck, Geschirr, Tassen, Gläser und Tiere. Vieles
davon wird durch die Tunnel importiert und kann auf
Gazas Markt gefunden werden.
Pasta/ Nudeln u.ä. das
in der Vergangenheit nicht erlaubt war, ist nun
wieder erlaubt, nachdem US-Senator John Kerry bei
einem Besuch in Gaza im Februar seinem Erstaunen
über dieses Verbot Ausdruck verliehen hat. Aber Tee,
Kaffee, Würstchen, Grieß, Milchprodukte in großen
Packungen und die meisten Backprodukte sind
verboten. Auch industrielle Grundnahrungsmittel, um
Nahrungsmittel zu produzieren, wie Schokolade, Sesam
und Nüsse sind verboten. Israel erlaubt, Früchte,
Milchprodukte in kleinen Packungen und gefrorene
Lebensmittel als auch begrenzte Mengen von
Brennstoff zu importieren.
COGAT berichtet, dass
während der ersten beiden Maiwochen, 2,2 Mill. Liter
Betriebsbrennstoff nach Gaza geliefert wurde -
etwa 70% der wöchentlich notwendigen Menge, um das
Kraftwerk in Gang zu halten. UNRWA erhält extra
Benzin und Diesel. Eine tägliche 270-300 t
Kochgasmenge – 54% der erforderlichen Menge wird
auch geliefert.
Benzin und Diesel für
private Wagen und öffentlichen Transport wurden
seit 2. November 2008 von Israel nicht geliefert,
außer in kleinen Mengen für die UNRWA. Die Union
von Gazas Gas-Stationsbesitzen schätzen, dass einige
100 000 Liter Diesel und 70 000l Benzin täglich
durch die Tunnel geliefert werden.
Ägypten, das in den
vergangenen zwei Monaten den Handel durch die Tunnel
eingeschränkt hat, begrenzt nicht die Gas- und
Kraftstofflieferung. Aber da der ägyptische
Kraftstoff schwerer ist als der israelische, hat er
neuere Wagen in Gaza geschädigt und ein
Nicht-Funktionieren (der Motoren) verursacht.
In der Vergangenheit
erlaubte Israel den Transport von Holz für
Herstellung von Mobiliar, aber keine Holz für
Fensterrahmen und Türen. Nun hat es das Verbot für
Mobiliarholz aufgehoben.
Das Verbot für
Toilettenpapier, Windeln und Damenbinden wurde vor 3
Monaten aufgehoben. Vor gut einem Monat erlaubte
Israel nach einer langen Verbotszeit wieder den
Import von Reinigungsmitteln und Seife nach Gaza.
Sogar Shampoo war wieder erlaubt. Aber ein Kaufmann
entdeckte, dass die Gefäße mit Shampoo, die er
bestellt hatte, wieder zurück geschickt worden
waren, weil sie einen Weichspüler enthielten, der
nicht auf der Liste war.
Vor fünf Wochen
erlaubte Israel, dass Margarine, Salz und
künstliches Süßungsmittel geliefert werden konnte.
Gemüse wurde in den letzten zwei Monaten genehmigt
und Hefe seit zwei Wochen. Im Gegensatz zu
Gerüchten, hat Israel den Transport von Zucker nicht
verboten.
COGAT kommentierte,
dass „die Politik des Transportes von
Grundnahrungsmitteln mit der israelischen Politik
gegenüber Gaza auf der Kabinettssitzung am
19.September 2007 abgestimmt wurde“
Ein COGAT-Forum trifft
sich wöchentlich mit Vertretern internationaler
Organisationen, um die besonderen Forderungen der
internationalen Gemeinschaft anzusprechen, was die
humanitären Notwendigkeiten betrifft und die sich
veränderten Bedürfnisse der palästinensischen
Bevölkerung, besagt das Statement.
(dt. Ellen Rohlfs)
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