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23.3.06

Umma statt Emma

Eins kann man der Zeitung mit dem neckischen Kürzel taz ganz sicher nicht nachsagen: Dass sie sich nicht in all den Jahren seit ihrer Gründung stets als Vorkämpferin für Frauenrechte & Gleichberechtigung ins Gefecht geworfen hätte. Wie sehr (nicht nur) deren Verständnis von menschlicher Emanzipation jedoch auf den Hund gekommen ist, zeigt sich immer dann besonders nachdrücklich, wenn es als Fortschritt in Sachen Geschlechtergerechtigkeit gepriesen wird, dass Frauen den gleichen Mist zu erzählen willens und in der Lage sind wie Männer. Ein fürwahr prächtiges diesbezügliches Beispiel findet sich in der vorgestrigen Ausgabe des Erzeugnisses aus der Berliner Kochstraße, nämlich ein Interview von deren Israel-Korrespondentin Susanne Knaul mit der künftigen palästinensischen Frauenministerin Maryam Saleh (Foto), 1953 geboren und bis zu ihrer Nominierung für dieses Amt als Professorin an der Al-Quds Universität tätig – genauer gesagt an der Fakultät für Islamstudien im Bereich Da’wa (was übersetzt so viel bedeutet wie „Aufruf zum Islam“) und Religionsprinzipien.

Eine Akademikerin wird also Ministerin in einer islamischen Regierung – wenn das nicht unglaublich progressiv klingt: Kinder & Karriere, Bildung & Beruf, die reinste Selbstverwirklichung, fast wie bei den Grünen. Da hat sich der jahrzehntelange Kampf gegen den zionistisch-faschistischen Siedlerstaat und für das freiheitsliebende palästinensische Volk doch mal so richtig gelohnt. Außerdem sieht man, dass das mit der Hamas eigentlich gar nicht so schlimm sein kann wie von manchen befürchtet, wenn sie sich neben Suppenküchen und Judenmord sogar ein Frauenministerium leistet. Und Saleh gibt sich auch gleich ausgesprochen problembewusst und zielorientiert: „Das palästinensische Volk lebt in einer tiefen Misere. Wir müssen Armut und Arbeitslosigkeit bekämpfen, und wir wollen den Konflikt beenden.“

Hört sich gut an, oder? Einsichtsvoll, moderat und zugleich kämpferisch. Und dann ist die gute Frau noch nicht einmal Mitglied der Regierungspartei! Aber nur deshalb: „Die Hamas erlaubt Frauen keine Mitgliedschaft.“ Schon hier müssten die linksdeutschen Träume eigentlich platzen wie Seifenblasen – wenn es nicht ausgesprochen nachvollziehbare Argumente für diese Regelung gäbe: „Denn die Mitglieder laufen Gefahr, von der Besatzungsarmee verhaftet oder exekutiert zu werden.“ Das heißt also, dass die Verordnung der Hamas sogar eine ganz besonders frauenfreundliche Maßnahme darstellt. Wenn es nun aber doch einer „Scharia-Expertin“ wie Saleh im Kabinett bedarf, bietet der Parlamentarismus allerlei Kniffe, um die Besatzungsarmee auszutricksen: „Ich wurde Mitglied der Partei Veränderung und Reform. Die Hamas hat mich auf die Liste der Kandidaten gesetzt.“ Dort gehört sie auch hin, denn: „Die Hamas repräsentiert meine Vorstellungen.“ Als da wären: „Das Rückkehrrecht für die Flüchtlinge, das Ende der Besatzung, Veränderung und Reform. Die Korruption, die sowohl Folge der Besatzung sein kann als auch Ergebnis von einseitigen Entscheidungen der früheren Regierung, muss ein Ende haben.“

All das dürfte vor allem in der EU fraglos ungeteilten Beifall finden, und nicht nur bei antiimperialistischen Kampfeinheiten und Friedensgrüppchen, sondern auf allerhöchster politischer Ebene. Dass diese Forderungen jedoch bloß diplomatisch verklausuliert auf das ersehnte Ende Israels abstellen, könnte längst bekannt sein. Denn alleine das Ziel eines „Rückkehrrechts für die Flüchtlinge“ – deren Status sich auf ähnliche Weise vererbt wie beim Bund der Vertriebenen – bedeutet nicht weniger als das Setzen auf die demografische Waffe, weil konventionelle bisher nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben.

Die Interviewerin könnte das wissen, wenn sie es denn wissen wollte, aber Susanne Knaul fragt Saleh stattdessen lieber nach der Zweck-Mittel-Relation zur Beseitigung Israels: „Die Hamas verfolgte bislang (!) den Weg der Gewalt und des Märtyrertodes, um die Besatzung zu beenden. Wie stehen Sie dazu?“ Eine echte journalistische Meisterleistung: „Gewalt“ und „Märtyrertod“ sind demnach nicht Ausdruck eines irrationalen antisemitischen Wahns, sondern ein „Weg“, der zu einem bestimmten, rationalen und allemal legitimen „Ziel“ – der „Beendigung der Besatzung“ nämlich – führen soll und nicht etwa zur Vernichtung Israels. Für so viel Verständnis ist die künftige Frauenministerin natürlich dankbar: „Jeder Mensch hat die Pflicht, um seine Freiheit zu kämpfen, wenn er unterdrückt wird. Das ist in unserer Religion, im Islam, so. Das ist nichts Schlechtes. Jedes Land wird seine Söhne in den Kampf zur Verteidigung schicken, wenn es besetzt ist. Ich lehre meine Kinder, ihr Heimatland zu lieben. Auch wenn die Mütter die Kinder nicht unmittelbar zum Märtyrertod anhalten, dann verstehen die Söhne doch, dass der Kampf ihre Pflicht ist.“

„Freiheit“ von „Unterdrückung“ und „Besetzung“ meint in dieser Sichtweise eine Welt ohne Juden. Das wussten schon die Nazis, die daher ihre „Söhne in den Kampf zur Verteidigung“ schickten, dazu ihre Kinder lehrten, „ihr Heimatland zu lieben“ und sich darauf verlassen konnten, dass die Söhne verstehen, „dass der Kampf ihre Pflicht ist“. Doch auf diesen Gedanken kommt die Journalistin selbstverständlich nicht, weshalb sie im Anschluss daran bloß wissen möchte, ob die Hamas gewillt sei, auf Gewalt zu verzichten und Israel anzuerkennen, ganz so, als ob Maryam Saleh das nicht längst verneint hätte. Und sie kontert dementsprechend auch mit einer Gegenfrage: „Warum stellt ihr keine Bedingungen an Israel, uns anzuerkennen? Arafat und Abbas haben Israel längst anerkannt, umgekehrt aber erkennt Israel nicht die Palästinenser und ihre Rechte an, wie das Rückkehrrecht der Flüchtlinge.“

Hier hakt dLVALą3ie taz-Reporterin doch noch einmal nach, sei es, weil sie es als Journalistin nicht besonders mag, keine direkte Antwort zu bekommen, sei es – was kein bisschen weniger wahrscheinlich sein muss –, weil sie einer Bekräftigung der Aussage mit Sympathie entgegen sieht: „Sie sind also nicht bereit, die Bedingungen zu akzeptieren?“ Und gibt sich schlieĂźlich zufrieden, als Saleh zu Protokoll gibt: „Sobald Israel Palästina in den Grenzen von 1967 anerkennt, die Siedlungen auflöst und den Mauerbau einstellt, können wir ĂĽber Schritte in Richtung Frieden nachdenken.“ GroĂźzĂĽgig, nicht wahr? Zumindest ein Teil der Hamas hat rasch eine Form, sagen wir, zielgruppenorientierter Diplomatie erlernt, mit der sich ihre europäischen Gesprächspartner in der Regel zufrieden geben: Wenn Israel alles tut, um dem Terror schutzlos ausgeliefert zu sein, also faktisch der Möglichkeit seiner Liquidation zustimmt, ist man auf palästinensischer Seite generös bereit, „über Schritte in Richtung Frieden nach[zu]denken“ – einen Frieden, den der jĂĽdische Staat nicht erleben wĂĽrde, weil er es gar nicht soll.

Zum Schluss des Gesprächs wagt Susanne Knaul noch zwei Vorstöße in Richtung „Kleiderordnung für Frauen“ sowie „Ehegesetze, das Heiratsalter und Polygamie“. Heiße Eisen also, doch Maryam Saleh gelingt es souverän, sich an ihnen nicht die Finger zu verbrennen. In Bezug auf die Kopftuchfrage lässt sie wissen, man mache „Vorschläge“, und „jedem bleibt selbst überlassen, dem zuzustimmen oder nicht. Wir werden niemanden zum Kopftuch zwingen“. Außerdem sei das vollkommen zweitrangig, denn: „Das Problem ist, dass wir noch immer unter Besatzung leben. Es geht jetzt nicht um den Aufbau eines islamischen Staates, sondern um unsere Unabhängigkeit. Anschließend können wir unsere Agenda neu überdenken.“ Genau wie die „Schritte in Richtung Frieden“, vermutlich.

Es ist ein Charakteristikum islamischer Gesellschaften und Rackets, dass sie ihre Nöte, Probleme und Schwierigkeiten niemals als hausgemacht begreifen, sondern der Existenz eines angenommenen äußeren Feindes zwingend bedürfen, sollen nicht Repression, Jenseitsbezogenheit, Armut und eklatante gesellschaftliche Widersprüche irgendwann dazu führen, dass ihnen der ganze Laden selbst um die Ohren fliegt. Auch der „Kampf gegen die Korruption“ hat nur das Ziel, für die Einheit der Umma schädliche Partikularinteressen zum Verschwinden zu bringen. Es braucht solche Menschen wie Maryam Saleh, um das Modell Islam als attraktive Alternative zur westlichen Dekadenz erscheinen zu lassen – auch und gerade für Frauen. Im taz-Interview lobpreist die palästinensische Frauenministerin denn auch geradezu überschwänglich die großen Freiheiten des weiblichen Geschlechts unter dem Allmächtigen: „Im Islam ist es für ein Mädchen möglich, schon im Alter von 16 Jahren zu heiraten. Sie muss nicht, aber sie kann. Manche Politikerinnen wollen das Alter hochsetzen. Solche Gesetze gibt es nicht einmal in westlichen Ländern.“ Zwangsverheiratung? Vermutlich eine Erfindung der zionistischen Presse! Und was, bitteschön, ist denn gegen Polygamie einzuwenden? Nichts: „Manchmal ist eine Frau unfruchtbar oder kann die Bedürfnisse ihres Mannes nicht befriedigen. In diesem Fall kann der Mann mehr als eine Frau haben.“ Um die Bedürfnisse von Frauen geht es schließlich nicht, wo kämen wir sonst hin? Außerdem: „Das ist gut, weil es die Frauen schützt, denn der Mann würde sonst fremdgehen.“ So bleibt wenigstens der Kreis der Konkurrentinnen überschaubar und der Zickenkrieg aus – diese Probleme verstehen sie bei einem kulturrelativistischen Post-68-Blatt nur zu gut. Schließlich: „In westlichen Ländern kann ein Mann zehn Frauen haben, mit denen er nicht verheiratet ist. Wer schützt hier die Rechte der Frauen?“

Das fragt sich gewiss auch die taz und daher nicht mehr nach. Vergessen Sie Ayaan Hirsi Ali, Necla Kelek, Nasrin Amirsedghi, Serap Cileli oder Seyran Ates. Es lebe die Hamas, Vorkämpferin für den Feminismus und gegen das Patriarchat!

verfasst von Liza um 18:43 uhr – Feedback – Permalink  

22.3.06

Ein Kämpfer im Herzen der Bestie

Noch ein kleiner Nachtrag zum Thema Antirassismustag, weil er so wunderbar passt. Just gestern nämlich machte einmal mehr Londons linker Bürgermeister Ken Livingstone so richtig von sich reden. Eigentlich steht er ja noch unter Beobachtung: Anfang dieses Monats war über ihn zunächst ein vierwöchiger Zwangsurlaub verhängt worden, nachdem der Rote Ken vor knapp einem Jahr eine Interviewbitte des Journalisten Oliver Finegold vom Evening Standard erst mit den Worten „Haben Sie daran gedacht, sich behandeln zu lassen? Was haben Sie angestellt? Waren Sie ein deutscher Kriegsverbrecher?“ ausgeschlagen und auf Finegolds Erwiderung, er sei Jude und fühle sich durch solche Fragen beleidigt, schließlich entgegnet hatte: „Sie benehmen sich wie ein Aufseher in einem Konzentrationslager.“ Die Sperre wurde jedoch von der Justiz ausgesetzt, bis über Livingstones Berufung entschieden ist.

Am Dienstag nun nutzte der BĂĽrgermeister diese Freiheiten ganz ungeniert und holte zum nächsten Schlag aus: Bei seiner wöchentlichen Pressekonferenz griff er die BrĂĽder David und Simon ReuLVAL»3ben scharf an. Ihnen gehören 50 Prozent eines Konsortiums, das das Olympische Dorf fĂĽr die Spiele in London 2012 bauen soll. Livingstone warf den beiden Unternehmern – in Indien geborene Kinder jĂĽdischer Iraker – vor, die Atmosphäre in diesem Syndikat „vergiftet“ zu haben, weshalb sie „zurĂĽck in den Iran gehen und da ihr GlĂĽck mit den Ayatollahs versuchen“ sollten.

Im Unterschied zu Deutschland, wo man den Protest etwa gegen die Umwandlung einer ehemaligen Synagoge in eine Erlebnisgaskammer jüdischen Organisationen und Menschen aus Israel und den USA überlässt, reagieren in Großbritannien auch noch andere mit dem gebotenen Entsetzen auf solche antisemitischen Tiraden. Der konservative Stadtrat Brian Coleman beispielsweise übte deutliche Kritik: „Der Bürgermeister ist antisemitisch, und wir wissen das in London. Das ist die extremste Bemerkung, die er bislang gemacht hat.“ Er habe mit seiner schockierenden und empörenden Äußerung die gesamte jüdische Gemeinde grob beleidigt und sehe sich nun möglicherweise einem neuerlichen Verfahren gegenüber. Halb so wild fand die Invektiven hingegen die britische Commission for Racial Equality: Man werde der Sache nicht nachgehen, denn „sie fällt nicht in unseren Aufgabenbereich“.

Ganz offensichtlich ist man dort mehr damit befasst, Antirassismus im Sinne der UN zu praktizieren. Das dürfte allemal im Interesse von Ken Livingstone liegen, der schon nach dem allerersten Schock über die Londoner Anschläge am 7. Juli letzten Jahres rasch wusste, dass sie eigentlich auf das Konto von Tony Blair respektive „der westlichen Regierungen“ gingen, „die mit unterschiedslosem Abschlachten von Menschen ihre außenpolitischen Ziele durchzusetzen versuchen, so wie wir es auch gelegentlich bei der israelischen Regierung erleben, die ein Gebiet, von dem ein Terrorangriff ausgegangen ist, bombardiert, egal wie viele Verluste dies unter der Zivilbevölkerung, bei Frauen, Kindern und Männern, verursacht“. Kein Wunder, dass etwa Livingstones deutscher Gesinnungsgenosse Rainer Rupp (junge Welt) zu solchen Statements erleichtert schrieb: „Gut, dass der erklärte Irak-Kriegsgegner und Blair-Kritiker kein Muslim ist. Zu leicht könnte er als ‚Hassprediger’ diffamiert, inhaftiert und außer Landes geschafft werden.“

Zum Beispiel zu den Ayatollahs. Dann fehlte er zwar als Kämpfer im Herzen der Bestie, doch fände er dort garantiert sein Glück. Wenn auch vielleicht kein irdisches.

verfasst von Liza um 14:39 uhr – Feedback – Permalink  

21.3.06

Allahs Merchandising

Bevor das noch ganz in Vergessenheit gerät: Heute ist – besser gesagt: war – Antirassismustag. Genauer gesagt: der Internationale Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung. So heißt der ganz offiziell bei den Vereinten Nationen respektive deren Hochkommissar/in für Menschenrechte (OHCHR), und zwar seit 1966. Klingt ganz ernst, ziemlich entschlossen und vor allem schwer offiziell. Nun kann man über Sinn und Unsinn derartiger Aktionstage, offizieller zumal, ohnehin schon trefflich streiten; zumeist werden bloß ein paar mahnende, staatstragende Worte betroffen dreinschauender Figuren des öffentlichen Lebens durch den virtuellen Raum gejagt, und damit hat sich die Sache.

Im Falle des Antirassismustages ist es allerdings noch ein bisschen ärger. Denn das Hochkommissariat – das Leon de Winter treffend „einen der schlechtesten Witze der jüngeren Geschichte“ nennt und einen „Klub, der [...] die Ehre und den Stolz der schlimmsten Tyranneien und Diktaturen verteidigt“ – liegt ganz auf der prinzipiellen UN-Linie, und die war seit eh und je proarabisch und antizionistisch. Als Rassismus gilt bei den Vereinten Nationen in erster Linie daher das, was Israel mit den erdverbundenen Autochthonen veranstaltet, und auf die Uno-Resolution 3379 aus dem Jahr 1975, bei der Zionismus allen Ernstes als Rassismus verurteilt wurde, verweisen die arabischen Brüder und Schwestern genauso inbrünstig wie ihre europäischen, bevorzugt bei der Linken anzutreffen Fans.

Gegen Israel gerichtete UN-BeschlĂĽsse gibt es sonder Zahl, aber selbst fĂĽr eine Tischvorlage zum Thema Antisemitismus reicht es selbstverständlich nicht. Einen unnachahmlichen Beleg dafĂĽr, wie es bei dieser Vereinigung zugeht, lieferte etwa die Antirassismuskonferenz im sĂĽdafrikanischen Durban Anfang September 2001. Dort beschimpften die Teilnehmer Israel als „rassistischen Staat“ und „Apartheidsregime“; eine Demonstration gegen Rassismus am Konferenzort hielt nicht am Rathaus, sondern zog bis zur Synagoge weiter, „wo dann von Demonstranten die ‚Protokolle der Weisen von Zion’ verteilt wurden und Plakate zu sehen waren, auf denen Hitler gezeigt wurde, der sagt: ‚WLVAL˝3enn ich gewonnen hätte, gäbe es heute kein Israel und kein palästinensisches Problem!’“, wie Shimon T. Samuels vom Simon-Wiesenthal-Center berichtete. Vier Tage nach dem Ende der Versammlung wurde solcherlei Antirassismus ĂĽbrigens so richtig aktiv: zwei Flugzeuge ins World Trade Center, eins ins Pentagon und noch ein weiteres, das sein eigentliches Ziel verfehlte. Durban dĂĽrfte die Verantwortlichen und Exekutoren dieses Massenmordes noch einmal zusätzlich gepusht haben.

Was soll man von der Untergliederung einer Organisation wie der UN also schon erwarten, wenn der Antirassismustag ansteht? Dieses: ein Plakat (Foto oben), in dem uns auf Englisch zunächst mitgeteilt wird: „Rassismus nimmt viele Formen an“. Und dann sehen wir ein schwarzes Puzzle – könnte ein Völkergeflecht symbolisieren sollen – sowie einen kleineren roten Legostein, der aber recht aggressiv daherkommt (vom Dunkeln ins Licht übrigens) und das arme Geduldsspiel zu bedrohen scheint. Die Assoziationen, die dieser Appell hervorrufen soll, sind so offensichtlich, dass man den Urhebern dieses Druckwerks noch nicht einmal unterstellen möchte, sie hätten vielleicht zumindest subtil handeln wollen. Wenn das also mal keine Antwort auf den Cartoon-Jihad sein soll: Rassistische Dänen haben die Umma beleidigt (was die Islamische Glaubensgemeinschaft kürzlich auch der Hohen Kommissarin für Menschenrechte per offizieller Beschwerdeeingabe gegen Dänemark schriftlich gab). So mutiert ein harmloses Kinderspielzeug zum Symbol für einen kleinen, aber mächtigen Aggressor, der die friedliche muslimische Welt – noch aus Einzelteilen bestehend, aber schon beim Zusammenfügen – attackiert. „Ich hab es so satt mit den politischen Eliten der UN, der EU und des Restes der Dhimmi-Welt“, schilderte Leon de Winter in diesem Zusammenhang nachvollziehbar sein Gefühlsleben.

So viel also zum Thema Antirassismustag. Mit einem gewissen Hohn könnte man noch auf die Ähnlichkeit des OHCHR-Logos mit dem arabisch geschriebenen Wort Allah hinweisen. Wer das jetzt albern findet, sei an zwei jüngere Fälle erinnert, in denen Produkte vom Markt genommen wurden, weil sie grafische Elemente enthielten, die nach just diesem Schriftzug ausgesehen haben sollen und daher von Muslimen als Beleidigung ihrer Religion betrachtet wurden: Vor sechs Jahren musste Nike ein Paar Schuhe zurückrufen (links im Foto), weil auf der Fersenseite ein Logo zu sehen war, das angeblich dem Wort Allah (rechts im Foto) ähnelte*. Und im vergangenen Jahr stellte Burger King den Verkauf einer Eiskremsorte ein, weil die Umrisse des Produkts auf der Verpackung (Fotomitte) den Namen des Herrn verschriftlichtLVAL Text handelt davon, dass Broder des Preises unwürdig ist und stellt das in Zusammenhang mit Broders ewigem Thema (angeblicher Antizionimus = Antisemitismus) und damit stellt er einen wertvollen Informationsgewinn für den Leser dar. Und was "das Ausführlichste" erinnere ich dich an meine Ausführungen an anderer Stelle zur Relativität des Wortes "ausführlich". (Abgesehen davon, dass Quantität nie ein Qualitätsmerkmal sein kann.) Und noch ein Tipp: Bleib doch mal ein bisschen cooler. --Robert 15:13, 11. M