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Friedlicher Widerstand in Ni'lin - Bil'in 1

 

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Friedlicher Widerstand in der Westbank, 30. Juli 2010
 

Die israelische Armee verstärkte in den letzten Wochen ihre gewaltsames Vorgehen gegen die Freitagsdemonstrationen in der besetzten Westbank., berichten Teilnehmer.

In der Westbank begannen die Demonstrationen gegen die israelische Apartheidmauerauer nach dem Freitagsgebet in Bil’in, Ni’lin und Nabi Saleh in der zentralen Westbank und in Ertass, Al Ma’ssara und Wadi Rahal  in der südlichen Westbank.

Israelische Soldaten setzten Tränengas, Schockgranaten und gummiummantelte Stahlkugeln gegen die Demonstranten, darunter viele internationale Aktivisten, ein. Am vergangenen Wochenende berichtetet Teilnehmer an Protesten in Beit Umar und Hebron, dass israelische Soldaten eine neue Taktik beim Einsatz von Schockgranaten entwickelt haben: Die Schockgranaten wurden direkt auf Demonstranten geworfen, was die Wirkung und Gefährlichkeit der Explosion verstärkte.

http://english.pnn.ps/index.php?option=com_content&task=view&id=8599&Itemid=28

http://www.awalls.org/increased_army_violence_during_weekend_demonstrations

 

Bil’in: Musikalischer Protest

Die Einwohner Bil’ins, israelische und internationale Unterstützer, darunter eine Gruppe von Rappern aus Grossbritannien und den USA, riefen diese Woche zu einem verstärkten Boykott gegen Israel auf. Plakate lobten die Entscheidung einer Lebensmittelkette in Olympia, Washington, die kürzlich einen Boykott israelischer Waren beschloss.

Viele internationale Teilnehmer zeigten diesen Freitag ihre Solidarität mit der Widerstandsbewegung in der Westbank, 45 Teilnehmer kamen aus Spanien, weitere Gruppen aus Frankreich und Italien. Die Demonstranten tanzten und sangen den ganzen Weg zur Apartheidmauer und ein Wagen mit Lautsprechern spielte Musik. Israelische Soldaten waren schnell durch das Tor in der Mauer gerannt und blockierten die Menschen- trotz allen Zuredens- vom Zugang zum Tor und dem Dorfland dahinter.

Zwei Demonstrationsteilnehmer wurden kurzzeitig festgenommen, ein israelischer Teilnehmer wurde von einem Tränengaskanister am Bein verletzt, und ein britischer Aktivist erlitt Wunden am Rücken, als er von israelischen Soldaten attackiert wurde.

Tränengaskanister verursachten zwei Brände, die erfolgreich gelöscht werden konnten.

Die Demonstration endete mit einem Konzert.

Bil’in dankt für die grossartige Unterstützung diesen Freitag und heisst alle willkommen, die an den kommenden Demonstrationen teilnehmen möchten.

http://www.bilin-ffj.org/index.php?option=com_content&task=view&id=302&Itemid=1


 

Desmond Tutu begrüsst Boykottbeschluss in Olympia

Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu begrüsste in einer Stellungnahme den Boykott von israelischen Produkten in zwei Lebensmittelgeschäften der Food Co-op in Olympia, Washington. In Unterstützung des palästinensischen Kampfes für Gerechtigkeit und Selbstbestimmung.

Olympia ist die Heimatstadt von Rachel Corrie, einer amerikanischen Friedensaktivistin in der Internationalen Solidaritätsbewegung (ISM), die vor sieben Jahren von einem israelischen Bulldozer im Gazastreifen getötet wurde, als sie die Demolierung des Hauses einer palästinensischen Familie verhindern wollte.

Desmond Tutu rief weitere Lebensmittelketten und Geschäfte zum Boykott israelischer Produkte auf.

http://palsolidarity.org/2010/07/13377/


 

B’Tselem: Israel bekämpft Proteste mit Hilfe veralteter Militärorder

Die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem veröffentlichte vergangene Woche einen detaillierten Bericht zum Einsatz einer Militärorder von 1967 gegen die jüngsten Proteste in der von Israel besetzten Westbank.

Der Bericht konzentriert sich vor allem auf die Dörfer Bil’in und Ni’lin, die im Februar dieses Jahres von der israelischen Armee für sechs Monate jeden Freitag zur „geschlossenen militärischen Zone“ erklärt wurden. Von diesem Zeitpunkt an wurde das Vorgehen der israelischen Soldaten gegen die Demonstranten aggressiver und brutaler.

Als Besatzungsmacht ist Israel nach internationalem Recht verpflichtet, das Demonstrationsrecht der Menschen unter israelischer Besatzung nicht einzuschränken. Seit der Unterzeichnung der Osloverträge und vor 2010 wurde die Militärorder von 1967 nicht mehr durchgesetzt.

Die Maximalstrafe für eine Verletzung dieser Militärregel ist 10 Jahre Gefängnis.

http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=303246

 

 

Grosse Demonstration gegen die Pufferzone in Gaza

Am vergangenen Mittwoch, dem 28. Juli demonstrierten mehr als 200 Menschen beim Grenzübergang Nahal Oz gegen die von Israel auferlegte No-go Zone entlang Gazas Grenzzaun.

Abu Walid Mahmoud Al-Zaq, Koordinator der Bürgerkampagne für Sicherheit in der Pufferzone, beschrieb die friedlichen Demonstrationen gegen die bis zu 300 Meter tiefe Zone als Widerstand gegen die israelische Besatungspolitik, den Zugang zu wichtigem Agrarland in Gaza, bis zu 30 % nach Berichten des palästinensischen Zentrums für Menschenrechte PCHR, zu blockieren. Die Demonstrationen sind offen für alle politischen und zivilen Gruppen in Gaza. Fünf Mitglieder der Internationalen Solidaritätsbewegung (ISM) nahmen an dem Protest teil.

Zwischen Januar und April wurden in 116  israelischen Angriffen innerhalb der Pufferzone 50 Menschen verletzt und 14 Menschen getötet. Am 28. April wurde Ahmed Deeb bei einer gewaltlosen Demonstration gegen die No-go Zone mit scharfer Munition beschossen und verblutete.

http://palsolidarity.org/2010/07/13340/

 

 

Schiffsrennen in Gaza

„Ich rufe die ganze Welt auf, uns wie alle andern Menschen zu behandeln, die Blockade von der See und des ganzen Gazastreifens zu brechen, so dass die Menschen wieder ihren Lebensunterhalt vom Meer bestreiten können,“ erklärte der gückliche Gewinner des ersten Schiffsrennens in Gaza, Jamal Baker.

Am 26. Juli nahmen 10 Boote an dem Rennen in den Küstengewässern Gazas teil, das auch als Ausdruck des Widerstandes gegen die israelische Seeblockade organisiert wurde.

http://palsolidarity.org/

 

 

Rassismus durch Sport bekämpfen:

Im Leben unter permanenter Besetzung ist Sport ein wichtiger Freiraum

 

http://electronicintifada.net/artman2/uploads/2/100716-antiracism-cup.jpg

Tamara Awartani bei einem Basketballwettbewerb in Ramallah, Westjordanland (Ahmad Daghlas/Creative Images)


Halla Shoaibi steht hinter einem Tisch, von dem sie das Basketballspielfeld im Sportzentrum Sarriyet in Ramallah in der von Israel besetzten Westbank überblicken kann. “Los!” ruft sie und setzt die Uhr auf eine Minute. Eine Trillerpfeife gellt und ein palästinensischer Teenager stellt sich in Position und versucht, so soft wie möglich den Korb zu treffen, bevor die Zeit um ist.

“Ich bin fest überzeugt, dass Sport und Kunst bei der Lösung von Konflikten helfen,” sagt Halla in einer Pause.

Halla Shoaibi und ein halbes Dutzend örtlicher Freiwilliger haben diesen Basketballwettbewerb organisiert, um die Fahrt eines palästinensischen Fussballteams zur vierten antirassistischen Fussballweltmeisterschaft in Belfast, Irland finanzieren zu helfen. Vier Frauen und drei Männer im Alter von 18 bis 27 Jahren werden vom 16. bis 22. Juli im Stadium des FC Donegal Celtic Fussball spielen und sich mit den anderen Teams austauschen.

“Es wird grossartig sein, Menschen von anderen Kulturen zu treffen,” sagt Halla. “Der Kontakt mit Jugendlichen aus anderen Konfliktgebieten wird uns hoffentlich darin bestärken, dass wir trotz dieses enormen Konfliktes hier in ein paar Jahren auch ein normales Leben führen können.”

Tamara Atwani ist die Vorsitzende und Mitbegründerin von “Sport fürs Leben, Palästina”, der Organisation, die Basketballwettbewerbe  in Ramallah, Betlehem und Nablus organisierte, um das palästinensischem Fussballteam für Belfast zu unterstützen.

Tamara erklärt, dass die hohe Teilnehmerzahl bei diesen Veranstaltungen (ca. 40 Spieler nahmen am Wettbewerb in Ramallah teil) illustriert, wie wichtig Sport als Ausgleich ist für palästinensische Jugendliche.

“Es ist gut, dass wir diese Wettbewerbe [für Jugendliche hier] organisieren. Sie haben sonst nichts. Sport ist die einzige Gelegenheit, wo sie sich wirklich frei fühlen können. Wenn sie auf dem Spielfeld sind, kann ihnen niemand  etwas vorschreiben.Auf diese Art erleben sie einen Freiraum,” sagt Tamara, die seit 11 Jahren in Basketball-Ligen in Palästina und Jordanien spielt.

Die Opfer, die viele Sportler bringen, um an Veranstaltungen teilzunehmen, sind für sie eine Inspiration- wie zum Beispiel sechs Checkpoints zu durchlaufen, um von Nablus nach Betlehem zu kommen.

“[Die Besatzung] ist das Grundübel, es gibt immer Schwierigkeiten. Aber ich bin froh; [die jungen Sportler]spielen das, was sie lieben. Sie spielen mit vollem Einsatz, weil ihr Sport die einzig zugängliche Alternative ist,“ erklärt Tamara.

Halla Shoaibi erzählt, dass die Idee für ein palästinensisches Fussballteam bei der antirassistischen Fussballweltmeisterschaft zustande kam,als sie vor vier Jahren ein Jugendforum in Spanien über Jugendliche in Konfliktzonen besuchte. Dort traf sie Kevin Hillick aus Nordirland, einen Aktivisten für soziale Gerechtigkeit.

“Wir sprachen darüber, wie wir eine palästinensische Gruppe nach Irland bringen könnten. [Hillick] wollte sicherstellen, dass Palästinser vertreten sind,” erinnert sich Halla.

Letztes Jahr nahmen 500 Iren und 100 Menschen aus Konfliktzonen aus aller Welt am Antirassismus Weltcup teil, darunter aus dem Baskenland und aus Kurdistan. Dieses Jahr nimmt vom 16. bis zum 18. Juli 2010 erstmals ein Fussballteam aus Palästina teil.

Halla betont, dass der Fussballwettbewerb nicht nur eine Gelegenheit zum Austausch mit Athleten aus aller Welt sei, sondern auch eine wertvolle Chance, um mit Klischees [über Palästinenser] zu brechen. “Drei Tage lang geht es nur um Sport. Aber die Teammitglieder werden zwei zusätzliche Tage  bleiben, um junge Iren zu treffen und von ihren Erfahrungen zu berichten, damit eine andere Version [von Palästina] als in den einseitigen Medienberichten zutage kommt. [Wir] sind normale Menschen, mit den gleichen Aktivitäten wie sie. Es ist eine grossartige Gelegenheit für andere junge Leute, herauszufinden, was wir hier jeden Tag durchmachen.”

Die israelische Besatzungsbehörde hatte den Antrag auf die Visas für die palästinensischen Fussballspieler extrem erschwert. Einen Tag vor Beginn des Antirassismus Weltcups berichtete Halla über das Telefon, dass sie die Visas erst zwei Tage vor dem Abflug in Jordanien und nach täglichen Telefonaten mit dem englischen Konsulat erhielten. Trotz aller Mühen und einiger Schwierigkeiten war sie zuversichtlich, dass die Erfahrung des Weltcups in Belfast positive sein werde:” Es geht darum, die Klischees, die Leute in ihrem Kopf haben, zu durchbrechen. Man wird uns für das sehen, was wir wirklich sind: normale Menschen.”

Bericht von Jillian Kestler-D'Amours aus Montreal,  Electronic Intifada, 19. Juli 2010

http://electronicintifada.net/v2/article11401.shtml

www.antiracismworldcup.com

 

 

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