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Dienstag - 29. 07. 2014 - 10:41


»Die Palästinenser werden allein gelassen«
 Interview mit Felicia Langer

Marlene Göring - Die international bekannte Anwältin Felicia Langer fordert mehr Druck auf Israel für ein Ende des Gaza-Krieges
 

Frau Langer, was empfinden Sie, wenn Sie die derzeitigen Bilder aus Gaza und Israel sehen?

Ich bin so verzweifelt und wütend, das ist schwer zu beschreiben. Wenn ich die Kinder sehe, wenn ich die alten Leute sehe, wenn ich die vielen Toten sehe: Das ist doch eine Schande!

Man sagt, jetzt sind es schon 700 und mehr palästinensische Tote in Gaza. Zwei Drittel davon sind Unbeteiligte. Und es sind so viele Kinder unter ihnen, weil es dort so viele Kinder gibt. Ich glaube, dass diese schreckliche Politik Israels am Ende nur Hass schürt. Warum? Ich denke, es war die Verständigung zwischen Fatah und Hamas auf eine Einheitsregierung. Das wollte und will Israel nicht akzeptieren.

Was sagen Sie zu den internationalen Reaktionen? Sind die angemessen?

Sie sind sehr mild und nicht hilfreich, es ist im Grunde gar nichts passiert. Israel begeht Kriegsverbrechen in Gaza. Seine Armee attackiert Zivilisten, zerstört Häuser. Das ist nicht nur eine Schande, das ist gegen die Genfer Konvention, das ist gegen UNO-Resolutionen, das ist gegen alles. Aber die Welt versteht nicht, dass das Völkermord ist. Ich bezeichne das auf meinem Palästina-Portal als Völkermord im Ghetto.

Collage zum vergrößern anklicken

Schon sieben Jahre leiden die Menschen in Gaza unter der Blockade – und wie sie leiden! 80 Prozent der Menschen leben unter der Armutsgrenze. 90 Prozent des vorhandenen Wassers sind nicht trinkbar. Gaza ist das größte Freiluftgefängnis in der Welt. Ich möchte dazu gern John Ging zitieren, den irischen Chef des UNO-Hilfswerks für die palästinensischen Flüchtlinge: »Gaza ist zum Synonym für Verletzungen des internationalen Rechts und der Unmenschlichkeit gegen eine Zivilbevölkerung geworden«. Und das ist nicht von heute, das sagte er vor einem Jahr.

Jeder westliche Politiker trägt hier eine Mitverantwortung. Die sehe ich auch bei Frau Merkel, die als mächtigste Frau der Welt gilt. Sie hat die Bodenoffensive gebilligt und kein Wort des Bedauern über die zahlreichen zivilen Opfer, die getöteten Kinder in Gaza geäußert. Wo sind ihre menschlichen Gefühle?

Was sagen Sie zur Hamas, die ihre Raketen aus Wohngebieten abschießt?

Ich bin gegen Raketen, ich bin überhaupt gegen die Verletzung oder Tötung von Zivilisten. Ich habe als Anwältin ausschließlich Menschen verteidigt, die an solchen Aktionen nicht beteiligt waren. Aber verstehen Sie bitte: Hier geht es auch um 47 Jahre Besatzung. All die völkerrechtswidrigen Maßnahmen, die Besiedlung der besetzten Gebiete, ein repressives Apartheidregime sind für die Gewaltspirale mitverantwortlich. Der größte Faktor von Unruhe und Gewalt ist die Besatzung. Sie produziert letztlich auch diesen Raketenbeschuss, den Sie zu Recht verurteilen.

Es ist ein Vernichtungskrieg, was Israelis jetzt in Gaza machen. Es tut sehr weh, das zu sagen, aber genau das tun sie. Wir haben in Israel eine Knesset-Abgeordnete, Ajelet Schaked von der Regierungspartei Beit Yehudi (Jüdisches Haus). Sie hat gesagt: »Das ganze palästinensische Volk ist der Feind. Auch palästinensische Mütter müssen getötet werden, denn sie gebären kleine Schlangen.« Das hat diese Frau auf ihrem Blog platziert.

Aber wir haben auch Friedensbewegte. Ich kann nicht von einer Friedensbewegung sprechen, weil das momentan leider nicht der Fall ist. Aber es gibt viele friedensbewegte Leute, die gegen diesen Krieg sind. Aber man behandelt sie jetzt sehr schlimm. Jedes Wort gegen diesen Krieg gilt als Verrat.

Wie aber kann sich Israel schützen, wenn es aus Gaza mit Raketen beschossen wird?

Der beste Schutz für Israel ist Frieden, Frieden zu schaffen. Ohne Frieden wird man keine sichere Zukunft haben. Israel hat schon seit Jahren die Möglichkeit, Frieden zu schaffen. Die PLO hat Israel anerkannt und die PLO ist für die Zwei-Staaten-Lösung. Die Hamas hat gesagt, dass auch sie der Zwei-Staaten-Lösung zustimmt, wenn die palästinensische Bevölkerung Ja sagt. Diese Annäherung an die Fatah ist eine sehr positive Sache.

Aber Israel hat das alles abgelehnt und die ganze Zeit weiter Siedlungen gebaut. Es gibt jetzt 600 000 Siedler in den besetzten Gebieten, das sind 22 Prozent von Palästina. Und das ist alles völkerrechtswidrig. Die Besiedlung besetzter Gebiete ist verboten. Das ist ein Kriegsverbrechen, aber Israel kann sich das leisten. Und warum? Wir sind Holocaust-Überlebende, ich und mein Mann. Und man instrumentalisiert den Israel-Holocaust für diese Kriegstreiberei. Ich stehe zu dieser Aussage, wie mein Mann, der in fünf Nazi-Lagern war. Am 8. Mai 1945 ist er in Theresienstadt befreit worden. Wir haben unsere ganzen Familien verloren. Aber wir haben gelernt, Menschlichkeit zu bewahren.

Sehen Sie denn eine Lösung?

Ja, sicherlich gibt es einen Ausweg. Aber ohne Druck auf Israel, die Politik zu ändern, wird gar nichts passieren. Wirklichen Frieden kann man nur haben, wenn man die Rechte der anderen Seite respektiert.

Was müsste passieren, um den Konflikt zu lösen? Welche Schritte müsste man gehen?

Welche Schritte? Man muss Israel klar machen, dass es so nicht weiter geht. Sie wissen, in Südafrika hat man die Apartheid beseitigt, weil die Welt das solidarisch so wollte, und auch die UNO wollte das. Aber die Palästinenser werden allein gelassen.

Was müsste Israel als erstes tun?

Israel muss die Siedlungsfrage regeln, die Siedlungen räumen. Wie man das macht, weiß ich nicht, aber in Israel weiß man es. Und man muss die Besatzung beenden, die Rechte der Palästinenser respektieren, wie das auf Selbstbestimmung und das Recht der Flüchtlinge auf Rückkehr – kann sein, nur teilweise, ich weiß nicht genau, wie das wird, aber die palästinensischen Flüchtlinge haben das Recht auf Rückkehr. Es gibt eine UNO-Resolution dazu. Man vergisst das alles. Und auch in der Linken sind viele, die das vergessen. Und das ist für mich abscheulich als Jüdin und Israelin.


Als erstes erschienen im
Neues Deutschland, 25. Juli 2014 - www.neues-deutschland.de/artikel/940203.die-palaestinenser-werden-allein-gelassen.html

Felicia-Amalia Langer wurde 1930 als Kind jüdischer Eltern in Tarnów (Polen) geboren. Die meisten Familienmitglieder fielen der Shoah zum Opfer. Ab 1950 in Israel lebend, ist sie seit den 70er Jahren eine international bekannte Rechtsanwältin. Trotz massiver Anfeindungen verteidigte sie als erste israelische Anwältin Palästinenser aus den 1967 von Israel besetzten palästinensischen Gebieten vor israelischen Militärgerichten. Seit 1990 besitzt Langer auch die deutsche Staatsbürgerschaft und lebt in Tübingen. Sie ist Trägerin des Alternativen Nobelpreises und des Bundesverdienstkreuzes. Mit ihr sprach für »nd« Marlene Göring.

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Gaza zwischen Montag 17.00 Uhr und Dienstag 05.00 Uhr - Ein Augenzeugenbericht von  Martin Lejeune

Eine Spielzeugpistole schwimmt in einer Blutpfütze. In einer anderen Blutlache liegt in paar Sandalen, das einem der acht Kinder gehörte, die bis vor wenigen Minuten noch lebten und in dem kleinen Park des Beach Refugee Camps vielleicht gerade Fangen spielten oder Fußball. Durch die Wasserrinne auf der Straße rinnt Blut. Die Bäume haben keine Blätter mehr. Sie liegen auf der Straße, auf den Dächern der zerstörten Autos, in den Blutlachen. Das Blut, das die grünen Blätter rot färbt, ist von acht toten Kinder und von drei Erwachsene, die am späten Montagnachmittag gegen 17.00 Uhr Ortszeit bei einer starken Explosion am Eingang des Parks gestorben sind. Mindestens weitere 40 Personen wurden zum Teil sehr schwer verletzt. Der Ort der Explosion ist ein Ort des Grauens, an Häuserwänden kleben Überreste menschlichen Gewebes. Ein Vater rennt mit einer Plastiktüte in der Hand zu dem Rettungswagen, in dem seine tote Tochter liegt. Der Vater zeigt dem Sanitäter Gehirnmasse seiner Tochter, indem er den Boden der Plastiktüte behutsam anhebt. "Nimm das mit für die Bestattung", sagt er zum Sanitäter. Ein anderer Vater trägt seinen toten Sohn zu der Ladefläche eines Pritschenwagens. Er wird von Männern begleitet, die den Tekbir "Allahu Akbar", "Gott ist groß", rufen und dabei Handyfotos von der verstümmelten Leiche aufnehmen. Anwohner versuchen eine schreiende Frau, die ihre Schwester verloren hat, zu beruhigen. Ein Mann liegt bewußtlos auf der Straße. Ein Arzt versucht ihn wiederzubeleben. Szenen eines ganz normalen Nachmittags in Gaza Stadt.

Die Palästinenser machen einen israelischen Luftangriff für die Explosion am Park verantwortlich, ein Sprecher des israelischen Militärs bestreitet dies und macht eine fehlgeleitete Rakete der Hamas für das Massaker verantwortlich.

Wenige Stunden später: eine ganz normale Nacht in Gaza Stadt. F16- und F22-Kampfjets donnern mit gewaltigem Lärm im Tiefflug über Gaza Stadt, ihr Schall findet seinen Wiederhall zwischen den Wänden der Hochhäuser, die noch stehen. Etwa alle 30 Sekunden feuern sie eine Rakete ab. Das omnipräsente Sirren der Kampfdrohnen, die über unserem Viertel, die über jedem Viertel des Gazastreifens kreisen, klingt wie das Motorenbrummen, das aus den Fernsehlautsprechern einer Formel Eins Übertragung schallt.

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Es ist dies wirklich eine imponierende Darbietung militärischer Zerstörungskraft, deren Dauerbeschuß zu Luft, zu Land und zu See die Bevölkerung des Gazastreifens in dieser Nacht kollektiv in Todesangst versetzt. Eine wahrlich außergewöhnliche Aufbietung des Waffenarsenals der israelischen Streitkräfte, einer der modernsten Streitkräfte der Welt.

Während ich diese Zeilen schreibe, um mich zu beruhigen, bin ich nicht im al-Deira Beach Hotel am Strand von Gaza, in dem die ausländischen Korrespondenten Schutz suchen. Ich bin im Wohnhaus einer muslimischen Familie im Zentrum von Gaza Stadt. Ich höre, wie in den Nachbarwohnungen unseres Hauses kleine Babys ohne Unterbrechung schreien, verängstigte Kinder in den Armen ihrer Mütter weinen, die Erwachsenen fluchen.

Die Bombardierungen begannen um 23.30 Uhr Ortszeit mit heftigen Fliegerangriffen auf das Flüchtlingslager Bureji im Zentrum des Gazastreifens. Seit 01.00 Uhr stehen wir im Zentrum von Gaza Stadt unter Feuer. Im Zentrum einer kleinflächigen Stadt, die mit ihren Hunderttausenden Einwohnern zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt gehört. Meine Freunde und ich verbarrikadierten uns im Wohnzimmer und hören, wie die Einschläge der Raketen immer näher in unsere Richtung kommen.


Nach ein paar Stunden hält es mich nicht mehr auf meinem Stuhl und ich gehe auf den Balkon im zweiten Stock. Was ich sehe, sind nicht mehr die Straßen von Gaza Stadt, wie ich sie kenne. Vor meinen müden Augen erstreckt sich eine Trümmerlandschaft, breitet sich das Panorama eines Infernos aus. Unzählige militärische Leuchtstoffkugeln machen den nächtlichen Himmel über Gaza zum hellichten Tag und weisen den Raketen der Kampfjets ihren Weg zum Ziel.


Das Licht der langsam gen Boden gleitenden Leuchtstoffkugeln durchdringt die Pilzformartigen Staubwolken, die nach jedem Raketeneinschlag aus Richtung des jeweils zerstörten Hauses in Höhe schießen. Bei jeder Explosion in unserer Nähe bebt das Fundament unseres Hauses, wackelt der Sims des Balkons, auf dem ich stehe; ertönen die Alarmanlagen der Autos, die vor dem Haus parken. Die Hunde bellen wie verrückt, aufgescheuchte Esel, die hier im Gazastreifen alltägliches und allgegenwärtiges Transportmittel sind, laufen ziellos durch die Straßen und kreischen noch lauter als die Babys.


All diese Geräusche des Krieges und Schreie der Angst vermischen sich mit dem Heulen der Sirenen der Rettungswagen zu der Symphonie einer Großstadt im Krieg, deren wiederkehrendes Leitmotiv der tosende Donner der Raketen ist und deren Komponist irgendein die Zerstörung berechnender Oberbefehlshaber in Jerusalem.


Morgens um fünf, als das Dauerbombardement noch anhält, wird auch noch das Krähen des Hahnes in unserm Hof in die Symphonie miteinstimmen. Hoffentlich als finaler Schlußakt. Noch mehr Raketeneinschläge verkraften wir nicht. Die Kinder, und auch mancher Erwachsene, zittern schon die ganze Nacht am ganzen Leib. Maher Issa, meinem Gastgeber, läuft der Angstschweiß den Rücken hinunter. Sein Hemd ist klatschnaß.

Jetzt schlägt wieder eine Rakete nur wenige Hunderte Meter von uns entfernt ein. Sie trifft die Al Amin Moschee, die ich gestern noch fotografiert habe und die direkt neben dem Haus des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas (Fatah) liegt. "Ich gehe in der Al Amin Mosche jeden Tag beten", sagt Maher. "Jetzt muß ich auf die Al Furqan Mosche ausweichen, die jedoch deutlich weiter von unserem Haus entfernt liegt. Wenn Al Furqan Mosche nicht auch heute nacht zerbombt wurde."


Später erfährt Maher durch den Telefonanruf eines Freundes, das in dieser Nacht auch das Haus von Ismael Haniya, des palästinensischen Ministerpräsidenten und Hamas-Führers, zerstört wurde sowie das Finanzministerium. "Das hat Israel gemacht, damit die Hamas ihren Angestellten in der Verwaltung und in den Sicherheitsdiensten kein Gehalt mehr zahlen kann." In einer Liveschalte des Fernsehsenders Al Jazeera sind viele Kinder und Frauen mit starken Verbrennungen und schweren Verletzungen zu sehen, die von selbstlosen Rettungskräften oder Nachbarn ins Al Shifa Krankenhaus in Gaza Stadt gebracht wurden. Frauen und Kinder, die in dieser Nacht nur friedlich schlafen wollten.

Bild links unten - die Al Amin Moschee - Martin Lejeune - Bilder zum vergrößern anklicken


Inzwischen ist uns klar, daß dies doch keine ganz normale Nacht ist in Gaza Stadt. "Es sind die heftigsten Angriffe seit Beginn des Krieges vor drei Wochen und sogar die intensivste Bombardierung während aller der drei Gaza-Kriege seit Dezember 2008", konsterniert Maher mit leerem Blick. So verzweifelt habe ich ihn noch nie erlebt. Daß die Intensität der Bombardierung dieser Nacht mit keiner Nacht, die Gaza jemals zuvor erlebt hat, zu vergleichen ist, beobachtet auch der Al Jazeera-Korrespondent, der gerade aus der Lobby des Al Deira Beach Hotels dem um Fassung ringenden Moderator in Al Doha ein Telefoninterview gibt.


An Schlaf ist dieser Nacht nicht zu denken in Gaza. Alle bangen um ihr Leben, alle fürchten sich vor den nächsten Schlägen, alle sorgen sich um ihre Verwandten und Freunde. "Hayak Allah!", rufen die Mitglieder meiner Gastfamilie jedes Mal aus, wenn eine Rakete in den Boden kracht: "Gott stehe uns bei!" Und nach jedem Bombenanschlag erzählen mir die Jungs, ob dies nun das Geschoß eines F16-, eines F-22-Fliegers oder eines Kriegsmarineschiffes war.


Morgen früh, der Morgen, der inzwischen schon heute ist, werden die Menschen von Gaza, die diese Nacht überlebt haben werden, ihre Toten zählen. Allerdings nur, sofern dieses Höllenfeuer irgendwann einmal aufhört. Denn während solcher Angriffe, ob bei Tage oder bei Nacht, kann niemand aus dem Haus gehen ohne sein Leben zu riskieren. Er wäre sofort im Visier der Drohnen, welche die Umgebung nach möglichen Zielen auskundschaften und die genauen Zielkoordinaten in Sekundenschnelle an die Bomberpiloten übermitteln. "Sobald die Angriffe beendet sind, können wir in unserer Nachbarschaft nach Verletzten in den zerstörten Häusern suchen", sage ich zu Maher, der gerade den Schlauch der Wasserpfeife an seinen Freund weiterreicht. Er schaut mich ernst an: "Sie werden niemals aufhören uns anzugreifen. Sie wollen uns bekämpfen bis wir alle tot oder vertrieben sind. Das ist hier ist ein Völkermord."


Jetzt, am Dienstag Morgen, auf dem Weg in das Al Deira Beach Hotel, um diesen Text zu senden, wird das Ausmaß der Zerstörung dieser Nacht deutlich. Überall auf den Straßen liegen Scherben und Trümmern. Jetzt sehe ich auch die völlig zerstörte Al Amin Moschee.

( Rückfragen bitte nur telefonisch unter +972 59 230 6392 & +970 59 230 6392, da ich zumeist kein Strom oder Internet habe nach der Bombardierung.)

Kommentar: Nur eine nachhaltige Friedenslösung kann die Gewalt stoppen - Eine einfache Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas wird die Gewalt nicht beenden können. Die Aufhebung der Gaza-Blockade ist der Schlüssel für einen dauerhaften Waffenstillstand in Nahost, meint Loay Mudhoon. - Die regionalen und internationalen diplomatischen Bemühungen um ein Ende der Gewalt in der eskalierenden Konfrontation im Nahen Osten laufen seit einigen Tagen auf Hochtouren. Endlich gibt es konkrete Vorschläge zur Beendigung der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen und des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen. Denn die israelische Militäroffensive ist inzwischen faktisch zum Krieg gegen die palästinensische Zivilbevölkerung geworden. Dies wird deutlich, wenn man einen Blick auf die Zahl der Opfer wirft: Fast zwei Drittel der 1000 palästinensischen Opfer sind unschuldige Kinder und Frauen. >>>

"Ist dieses Mädchen eine Hamas-Kämpferin?" - Reportage | Martin Lejeune aus Gaza - Die Zivilisten im Gazastreifen zahlen den höchsten Blutzoll im Konflikt. Es gibt keine sicheren Zonen mehr. Israel beschuldigt die Hamas, Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen, die Palästinenser werfen Israel vor, absichtlich auf sie zu zielen

Hunderte Muslime beten in engen Reihen in der Kirche des Sankt-Porphyrios-Klosters der Erzdiözese Gaza. Die 150 muslimischen Familien sind aus den umkämpften Gebieten des Gazastreifens geflüchtet und haben in dem griechisch-orthodoxen Kloster Zuflucht gefunden. Weil auf den Straßen gekämpft wird, versammeln sie sich zum Freitagsgebet in der Kirche. "Muslime und Christen leiden gleichermaßen unter der Bombardierung", sagt eine 32-jährige muslimische Frau, die aus dem völlig zerstörten Viertel Shajaiya ins Kloster geflüchtet ist. Im Arm hält sie ihr Baby, das am dritten Tag des Krieges zur Welt kam und Issa, Jesus, heißt >>>

Eight children and two adults dead - Martin Lejeune - On July 28, a huge explosion beside a public garden in the Beach Refugee Camp in the Western part of Gaza City killed eight children and two adults, and wounded 40 others, Palestinian medics said. Locals blamed the blast on an Israeli air strike, but Israel denied responsibility, saying it was a misfire by a rocket launched by Hamas militants.

Bilder  zum vergrößern anklicken - Fotos Martin Lejeune


 

Hoffen auf Waffenruhe - UN-Sicherheitsrat fordert Ende des Krieges in Gaza - Karin Leukefeld - In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung haben die 15 Mitgliedsstaaten des UN-Sicherheitsrates in der Nacht zum Montag einen »sofortigen und bedingungslosen humanitären Waffenstillstand« im Gazastreifen gefordert. Der Schutz der Zivilbevölkerung müsse gewährleistet und das Völkerrecht respektiert werden, verlangte das Gremium in der rechtlich nicht bindenden Erklärung. »Alle Parteien« seien dringend aufgefordert, die Waffen »während des Eidfestes und darüber hinaus« ruhen zu lassen. Muslime in aller Welt feiern mit dem Eid-Al-Fitr-Fest das Ende des Fastenmonats Ramadan. Die »Präsidialerklärung« war von Jordanien vorgelegt worden. Der palästinensische UN-Vertreter Rijad Mansour zeigte sich nach der Sitzung allerdings enttäuscht darüber, daß der Text nicht als bindende Resolution beschlossen werden konnte. Es sei weder der Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen noch die Aufhebung der Belagerung gefordert worden. >>>

Israel fordert Zivilisten in Gaza zur Flucht auf - Keine Aussicht auf eine Waffenruhe im Nahen Osten: Auf beiden Seiten gibt es viele Tote, jetzt plant Israel offenbar massive Luftschläge gegen die Hamas. Die Armee fordert die Menschen in mehreren Vororten Gazas zur Flucht auf. >>>

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Nahost-Konflikt: Kriegsleid statt Freude, bitteres Zuckerfest in Gaza -  30 Tage lang haben die meisten der 1,8 Millionen Bewohner der palästinensischen Mittelmeer-Enklave Gaza im Monat Ramadan tagsüber gefastet. Das Eid al-Fitr, das Fest nach dem Ramadan-Ende, ist für muslimische Familien das freudigste Ereignis im Jahr. Weil die Kinder mit Süßem beschenkt werden, wird es auch Zuckerfest genannt. Der erste Tag des dreitägigen Fests begann unter dem Lärm des Krieges. In Gaza ist „Eid“ in diesem Jahr, inmitten des Kriegs zwischen Israel und der militanten Hamas, nach mehr als 1.000 Toten und angesichts verheerender Zerstörungen, kein Fest der Freude. Verwirrung herrschte darüber, ob nun die humanitäre Feuerpause vom Samstag in die Eid-Zeit verlängert wurde. >>>

Israelische Bomben auf Gaza - Tausend Kilo Tod - Bomben auf Wohnhäuser in Gaza: Vor zwölf Jahren war das noch ein Skandal. Jetzt ist alles anders. Was damals eine extreme Ausnahme war, ist jetzt offizielle Strategie. Noch schlimmer ist aber, dass in Israel fast niemand gegen diesen Automatismus protestiert. -  Yuli Novak - (Yuli Novak, 32, diente 2000 bis 2005 in der israelischen Luftwaffe, zuletzt als Oberleutnant. Seit 2013 ist sie geschäftsführende Direktorin von "Breaking the Silence", einem Zusammenschluss regierungskritischer Soldaten.)

Vor ziemlich genau zwölf Jahren, am 23. Juli 2002 war es, warf ein F-16-Kampfflugzeug der israelischen Luftwaffe in Gaza eine Ein-Tonnen-Bombe auf das Haus von Salah Shehadeh, der damals Führer des militärischen Flügels der Hamas war. Man muss kein Luftkampfexperte sein, um sich vorzustellen, was nach dem Einschlag einer Ein-Tonnen-Bombe von einem Haus übrig bleibt - nicht viel. Diese Bombe, die am frühen Morgen einschlug, tötete nicht nur Shehadeh. Sie tötete auch 14 Zivilisten, darunter acht unschuldige Kinder. (...)


Nach dem Anschlag auf Shehadeh mit den vielen Toten war Israel erschüttert. Selbst nach den Beteuerungen der israelischen Verteidigungskräfte (Israel Defense Forces, kurz IDF), der Angriff gegen einen wichtigen Organisator des Terrors sei operativ gerechtfertigt gewesen, blieb die öffentliche Meinung dieser Aktion gegenüber sehr kritisch. Der Preis des Erfolges, der Tod unschuldiger Zivilisten, sei zu hoch, hieß es. Mehrere israelische Intellektuelle riefen den Obersten Gerichtshof an, um die Rechtmäßigkeit dieses Einsatzes untersuchen zu lassen. Einige Monate später verfasste eine Gruppe von Pilotenreservisten ein Schreiben, in dem die Art solcher Einsätze zur Eliminierung von Gegnern kritisiert wurde. >>>

Völkerrechtler verurteilen Israels «Kollektivstrafe» gegen Gaza - 125 Internationale Völkerrechtsexperten, Professoren, Richter und Anwälte, haben Israel in der jüngsten Gaza-Offensive schwere Menschenverletzungen an der gesamten palästinensischen Bevölkerung vorgeworfen. Die meisten Bombardierungen könnten nicht militärisch gerechtfertigt werden. «Stattdessen scheinen sie darauf ausgerichtet zu sein, die Zivilbevölkerung zu terrorisieren», schrieben die Experten in einer Stellungnahme. Israel verletze damit die fundamentalsten Gesetze in bewaffneten Konflikten - vor allem das Gesetz der Verhältnismässigkeit. >>>


Revealed: the Palestinian children killed by Israeli forces - More children than Palestinian fighters are being killed in Israel's offensive on Gaza, according to the UN. Shown here are the name, age, and sex of 132 of those children, recorded by the Al Mezan Centre for Human Rights  >>>

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Israels Jagdstrecke - Natürlich sind alle Kinder Terroristen.

Gaza spaltet die USA - „Lieber jetzt sterben als so weiterzuleben“ - Axel Postinett - Die USA sind tief gespalten. Das Töten in Gaza nimmt kein Ende. Konservative Kräfte fordern bedingungslose Unterstützung für Israel, Liberale sehen hier genau das Problem. Präsident Obama steht zwischen den Fronten. - San Francisco. Ein sonniger Samstag in San Francisco. Menschenmassen drängen durch die Einkaufstempel an der Market Street, Straßenmusikanten spielen auf, Touristen warten geduldig auf eine Cable Car an Powell Street. Dann stören plötzlich laute Sprechchöre die Idylle. „Stoppt das Töten“ schallt es aus hunderten Kehlen. Der Verkehr steht still, Demonstranten ziehen durch die Innenstadt und fordern, so wie in vielen Städten weltweit, ein Ende der Gewalt in Gaza. Auf ein langes Band von Beginn des Protestzuges bis zum Ende haben sie Namen geschrieben. „Hussein Kawareh, 13, killed in Khan Youns“ steht darauf oder „Rashed Yassin, 27, killed in Nusseirat“. Das Band mit den Namen von mehr als 1000 getöteten Palästinensern reicht über zwei komplette Straßenzüge. Die friedliche Demonstration gerät nur einmal beinahe außer Kontrolle, als eine kleine pro-Israelische Gruppe die Demonstranten anfeindet. Polizisten drängen sie zur Seite, bevor die Situation vollends eskaliert. >>>

Nahost-Konflikt, Rassismus und Deutschland - Ich habe lange überlegt, wie ich meine Streitschrift schreibe. Aber dann hab ich mir gesagt ‚warum zensieren’? Warum überlegen, wie was zu formulieren ist für einen deutschen Kontext? Ich habe mich bewusst entschieden, keine sachlichen Argumente zu vertreten. -  Die Verfasserin, deutsch-palästinensische Akademikerin, forscht für ihre Doktorarbeit am Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung in Genf. Ihre wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich auf Rassismus, Nationalismus sowie israelisch-palästinensische Beziehungen. - Jedes Mal, wenn die Gewalt in Nahost eskaliert, verringert sich meine Facebookfreundesliste. Ich lösche einfach die, die sich als „Post-Zionisten“1 oder „Vermittler“ verstehen und dann Verständnis bekundend Nachrichten von Zuflucht suchenden Israelis posten: Nachrichten, in denen zu 99 % nie jemand stirbt2. Oder die, die immer ausgewogen sein wollen, die andere Seite mit bedenken.3 Die Asymmetrie der Konfliktführung und des angerichteten Schadens wird mittlerweile sogar im Morgen Magazin auf der ARD von Journalisten wie Jürgen Todenhöfer hervorgehoben, der noch vor Kurzem durch Gazas Tunnel gehen musste, weil das Land „hermetisch abgeriegelt ist“.4 Als Journalist hebt er die deutsche Medienlandschaft hervor, die schweigt über die palästinensische Seite des Konfliktes und dessen brutale Asymmetrie >>>

Wohin soll man fliehen, in diesem kleinen Land? - Schulen, Krankenhäuser und auch die Kirche sind die Fluchtorte für Tausende Menschen in Gaza. Sie wissen, warum die Hamas und Israel kämpfen, doch sie haben ihre Häuser verloren und wollen Frieden. >>>

Hilfe für Kriegsverletzte: Lüner Neurochirurg operiert im Krisengebiet Gaza - Stadt Gaza ist momentan ein gefährliches Reiseziel: Seit Wochen herrscht dort Krieg zwischen Israelis und Palästinensern. Der Neurochirurg Dr. Samir Kazkaz wird sich am 4. August trotzdem auf den Weg nach Gaza machen. Er verbringt dort seinen Urlaub - in einem Hospital wird er Verletzte operieren. >>>

Offener Brief Professor Massarrats an BM Steinmeier wegen seines Vorschlags KSZE für Nahost - Sein Optimismus ehrt Prof. Massarrat. Man muss alles versuchen, wenn es um Krieg und Frieden geht. Noch interessant im Kontext: ein Interview Steinmeiers im Deutschlandfunk. Albrecht Müller. -

Offener Brief anlässlich des Vorschlags von Frank-Walter Steinmeier einer KSZE für den Mittleren und Nahen Osten im Tagesspiegel vom 21.07.2014 - Prof. i. R. Dr. Mohssen Massarrat - Sehr geehrter Herr Außenminister Frank-Walter Steinmeier, mit großem Interesse las ich Ihren Vorschlag im Tagesspiegel vom 21.07.2014, möglichst schnell den Weg für eine KSZE für den Mittleren und Nahen Osten einzuschlagen. Ihre Initiative wird von einigen Kommentatoren kritisch gesehen und auch pessimistisch beurteilt. Auch ich selbst, kann Ihnen meine eigene Skepsis nicht vorenthalten. Sie rührt trotz meiner Freude über Ihren Vorschlag daher, dass bei allen laufenden Konflikten, die wir zur Zeit in der Ukraine, wie aber auch in Syrien und jetzt in Gaza, erleben, Deutschland und der gesamte Westen selbst zutiefst verstrickt sind. Dennoch sehe ich in Ihrem Vorstoß ein Zeichen der Hoffnung. Um weitere Katastrophen zu verhindern, ist es nie zu spät. Sie haben mit Ihrer Feststellung Recht, „der Nahe Osten gerät aus den Fugen“. Spätestens jetzt führen die brutalen ISIS-„Gotteskrieger“ jedem, der es sehen will, vor Augen, welche Saat seit langem im Mittleren und Nahen Osten gesät worden ist und nun aufgeht. Durch eine gänzlich irrationale Fixierung auf kurzfristige Macht- und geopolitische Interessen der Mächtigen im Westen, waren Politiker in Europa leider sehr häufig außerstande, den notwendigen Weitblick walten zu lassen und ihr Handeln auf langfristige Lösungsmöglichkeiten auszurichten, nicht zuletzt auch wegen europäischer Eigeninteressen. Insofern hat man es auch immer wieder versäumt, das Richtige zum richtigen Zeitpunkt zu tun.

Ich möchte Ihnen, sehr geehrter Herr Steinmeier, ein Beispiel nennen: Die UNO hatte 2010 beschlossen, im Dezember 2012 in Helsinki (!) eine Konferenz für eine massenvernichtungswaffenfreie Zone im Mittleren und Nahen Osten einzuberufen. Wie Sie sicherlich wissen, wurde diese Konferenz durch das Veto von zwei einflussreichen Staaten verhindert. Dabei wäre gerade diese Konferenz ein entscheidender Schritt in Richtung einer KSZE für diese Region gewesen. Die Teilnehmerstaaten wären zum ersten Mal in ihrer Geschichte mit der Idee von Dialog und Verhandlungen zur dauerhaften Verbannung von nuklearen, chemischen und anderen Massenvernichtungswaffen zusammengekommen. Noch wichtiger wäre aber gewesen, dass alle Staaten der Region Gelegenheit gehabt hätten, sich mit der Idee der Kooperation und der gemeinsamen Sicherheit, ganz im Sinne von KSZE, zu beschäftigen. Denn Sicherheit ist in der Region, wie Sie ganz zu Recht sagen, „ein Bedürfnis, das die einzelnen Staaten eint.“ Dennoch wurde aber dieses friedenspolitische Projekt, das sowohl genial wie perspektivisch für die Zukunft einer der konfliktreichsten Regionen der Welt von welthistorischer Bedeutung ist, wie ein Federstrich einfach so beiseite gewischt. Bis auf ein Häuflein aufrechter Friedensaktivisten in Helsinki und in Berlin, die gegen die Absage der Helsinki-Konferenz wie einsame Rufer in der Wüste protestierten, hat niemand sonst diese unglaubliche Ignoranz und Verantwortungslosigkeit der Bremserstaaten wahrgenommen. Auch die deutsche Bundesregierung hat dieses Versäumnis nicht einmal mit einem Wort des Bedauerns bedacht. >>>

Steinmeier fordert KSZE für Nahen Osten >>>

“Gaza is a graveyard,” sing joyful Israeli youths - Ali Abunimah - In her latest post, my colleague Rania Khalek makes reference to “a new racist chant mocking the more than two hundred children slaughtered by Israel’s merciless bombing campaign in Gaza: ‘Tomorrow there’s no school in Gaza, they don’t have any children left.’” This video shows an Israeli mob actually singing in celebration of children’s deaths in the style of a soccer fans’ song: “In Gaza there’s no studying, No children are left there, Olé, olé, olé-olé-olé.” The mob also incites directly against Ahmed Tibi and Haneen Zoabi, two prominent Palestinian citizens of Israel who are members of the Knesset, Israel’s parliament. >>>

Director of Israeli Aerospace Institute Conducts Campaign Disabling My Facebook Account - Richard Silverstein - You are reading the blog of a dangerous man. A very dangerous man. Or so the Israeli pro-war propaganda machine believes. That’s why yesterday, an Israeli Facebook user named Tal Inbar began a campaign to get my Facebook account removed. Here is what he published  >>>

28. 7. 2014

2014 Überfall auf Gaza -  Militäroffensive “Zuk Eitan” (Fels in der Brandung)

Kundgebung in Berlin
Bahnhof Potsdamer Platz 26.07.2014

Reden und Fotos
 


Rede von der PGD - Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (PGD) - Solidarität  mit Gaza - Nach Jahren der Blockade erfährt der Gaza-Streifen endlich die international gebührende Aufmerksamkeit, jedoch nicht die katastrophale humanitäre Lage wird thematisiert, in die der Besatzer die palästinensische Bevölkerung gebracht hat, sondern von fadenscheinigen Sicherheitsinteressen und dem Selbstverteidigungsrecht Israels ist in Deutschland die Rede.
In den letzten Tagen, tötete Israel 870 Palästinenser und mehr als 5740 Zivilisten wurden verletzt. Mehr als 3175 Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht und weitere 2655 wurden teilweise zerstört. 18200 Wohnungen wurden zerstört und mehr als 116 Schulen wurden angegriffen und zerstört. 11 Krankenhäuser wurden zerbombt und mehr als 13 medizinische Zentren mussten geschlossen werden. Zudem befinden sich aktuell mehr als 150.000 Menschen auf der Flucht und mehr als 1,2 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu Elektrizität und fließendem Wasser. Dies sind Kriegsverbrechen, insb. die außergerichtlichen Tötungen und Kollektivbestrafungen. Dafür muss Israel international zur Verantwortung gezogen werden bevor es zu spät ist. Die israelische Besatzung und die damit verbundene Entmenschlichung und Entrechtung des palästinensischen Volkes muss beendet werden.
Israel ist ein Land, das seit seiner Gründung 1948 die Palästinenser diskriminiert und schikaniert. Das „Heilige Land“ stellt sich bei all diesen Konflikten selber immer als das Opfer dar. Ein Opfer, das gegen einen übermächtigen Feind kämpfen muss, um zu überleben. Selbst die deutschen Medien vermitteln uns mitunter diese Version der Geschichte. Dieser Mythos entspricht nicht der Realität. Israel ist die einzige Atommacht im Nahen Osten, bis an die Zähne bewaffnet, und weiß bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen die USA hinter sich. Zudem verfügt kein anderer Staat in den Vereinigten Staaten und Deutschland über eine besser vernetzte Lobby. Wer immer es wagt, eine israelische Regierung in der Öffentlichkeit für deren Außen-, aber auch Innenpolitik zu kritisieren, bekommt unmittelbar die Antisemitismuskeule >>>

 


 

Rede Inge Höger am 26.07.2014 in Berlin - Stoppt den Krieg in Gaza! Für Frieden in Gaza! - Liebe Freundinnen und Freunde, wir demonstrieren hier heute für Frieden in Gaza. Wir demonstrieren für Frieden in Gaza, in Palästina, in Israel, in Syrien, im Irak und in der Ukraine. Wir fordern Frieden überall in der Welt. Der Krieg gegen Gaza verschärft erneut die Kollektivstrafe der Besatzung des Gazastreifens. Allein aufgrund der Blockade fehlt es ständig an Lebensmitteln, an Baustoffen und grundlegenden technischen Hilfsmitteln. Und im Krieg werden Häuser und die Infrastruktur endgültig zerstört. Und die Menschen können nicht fliehen, weil Gaza weiterhin eingeschlossen ist.(...) Die Geschichte wiederholt sich.

Die aktuelle Entwicklung des Krieges Israels gegen Gaza erinnert an den Gaza-Krieg um die Jahreswende 2008/2009.Während der Militäraktion „Gegossenes Blei“ wurden in knapp drei Wochen mehr als 1.400 Menschen getötet – die meisten von ihnen Zivilisten. Wohnhäuser, Schulen, Betriebe sowie Krankenhäuser und landwirtschaftliche Einrichtungen wurden zerbombt. Ein großer Teil der Infrastruktur, Strom-, Wasser- und Abwassersysteme wurden zerstört. Mehr als 600.000 t Schutt blieben übrig. Der Goldstone-Bericht dokumentierte im November 2009 das Ausmaß der Zerstörung. Die Schäden konnten aufgrund der Blockade nie behoben werden.

Auch deshalb haben sich 2010 Aktivistinnen und Aktivisten mit der Gaza-Flottille, mit einem Hilfskonvoi beladen mit Baumaterialen und medizinischen Hilfsgütern auf den Weg nach Gaza gemacht. Wir wollten auf die Blockade aufmerksam machen und Hilfsgüter nach Gaza bringen. Nichts hat sich geändert. Es vergeht selten eine Woche in der nicht israelische Kampfjets, Armee oder Marine Land und Leute in Gaza attackieren. >>>



 

Berliner Muslime - Liebe Berliner, Wir die Berliner Muslime sind besorgt über die Eskalation und das Vorgehen der militärischen Aktionen in Gaza. -

Die humanitäre Katastrophe - Lieber Berliner, eine Handlung führt zu einer Gegenhandlung, eine Aktion provoziert eine Reaktion und so kommt es, dass bestimmte Dinge über mehrere Generationen hinweg bestehen bleiben und sich gegenseitig immer weiter hochschaukeln. Irgendwann spielt es auch keine Rolle mehr, wie alles begonnen hat. Genau wie im Israel-Palästina-Konflikt. Viele von uns sind mit den Bildern und Nachrichten über diesen Konflikt aufgewachsen. Das muss endlich ein Ende haben. Die kommenden Generationen sollen nicht dieselben leidvollen Bilder sehen müssen wie wir.

Krieg, Unrecht und Ungerechtigkeit sind so alt wie die Menschheit selbst. Doch was auch passiert, eines muss gewahrt bleiben, nämlich die Menschenrechte! Die Menschenrechte müssen in jedem Falle geschützt werden. Seit 14 Jahrhunderten verfolgt unsere Religion das Ziel, das Leben, den Glauben, die Gedankenfreiheit, das Recht auf Entfaltung, das Recht auf Eigentum sowie Frauenrechte zu schützen.

Für die israelischen Regierungen jedoch scheinen Menschenrechte nicht bindend zu sein. Die erneuten Angriffe versperren den Weg zum Frieden. Dabei hängen der Frieden und die Sicherheit Israels insbesondere mit dem Frieden in der Region zusammen. Die Tatsache, dass kein Unterschied zwischen Militär und Zivilbevölkerung gemacht wird, dass der Gazastreifen seit Jahren abgeschottet wird und einem Freiluftgefängnis ähnelt, provoziert einen noch viel größeren Krieg. Indes versucht die israelische Regierung ihren ungerechten Krieg zu legitimieren und entzieht Palästina dabei selbst die grundlegendsten Rechte. >>>

Kein Frieden in Gaza - Trotz Ankündigung einer weiteren Waffenruhe durch die Hamas: israelisches Bombardement und Alarmsirenen in Israel. Insgesamt mindestens 1058 Palästinenser getötet - Karin Leukefeld - Die palästinensische Organisation Hamas hat am Sonntag im Gazastreifen eine 24stündige humanitäre Waffenruhe ausgerufen, die offenbar aber nicht eingehalten worden ist. Anläßlich des Festes Eid Al-Fitr, mit dem die Muslime in aller Welt das Ende des Fastenmonats Ramadan feiern, hätten sich alle bewaffneten Fraktionen im Gazastreifen auf diese Waffenruhe geeinigt, erklärte Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri. Die Waffenruhe solle um 14 Uhr (Ortszeit) beginnen. Man komme damit einer Aufforderung der Vereinten Nationen nach. Dem arabischen Nachrichtenportal Al-Dschasira zufolge war nach 14 Uhr sowohl israelisches Bombardement im Gazastreifen zu hören wie auch Sirenen in israelischen Gemeinden. >>>

Shejaia – von Israel in Schutt und Asche gebombt - Besonders gelitten unter den israelischen Angriffen hat Shejaia. Der Vorort im Osten von Gaza-Stadt, zwei Kilometer von der Grenze zu Israel entfernt, gilt für die israelische Armee als Hochburg der Hamas. Sechs Tage lang wurde Shejaia beschossen, in eine Trümmerwüste verwandelt. Die Palästinenser sprechen von einem Massaker. An die 100.000 Einwohner flohen vor dem Bombardement aus Shejaia. Während der Feuerpause kehrten einige zurück, um zu sehen, was aus ihren Häusern geworden ist. “Sie haben mein Haus zerstört, möge Allah sie zerstören! All diese Leute haben mit ihrem Blut das aufgebaut. Ihr ganzes Laben lang. In einem einzigen Moment haben sie alles zerstört. Möge Allah uns beistehen und Kraft geben”, klagt eine Frau. In einem der wenigen Häuser, die nicht zerstört wurden, hatten sich israelische Scharfschützen eingerichtet. Der Eigentümer, der uns seine Wohnung zeigt, sagt, als er floh, sei alles ordentlich gewesen. Die Unordnung hätten die Soldaten hinterlassen, Matratzen, Türen und Mehltüten als Splitterschutz verwendet. Unter ein Fenster eine Karte mit Zielen gezeichnet. Die Sandwiches, die die Israelis zurückgelassen haben, und seine eigenen Lebensmittel will er wegschmeißen. Er fürchtet, sie könnten vergiftet worden sein. >>>

Bilder - Al-Shajayeeh Neighborhood in Gaza before and after . 12 hours of cease fire 85 bodies found so far



„Mein Herz ist tot” - Ein Report aus Gaza  - Ala Qandil - Tausende fliehen aus dem Ostteil von Gaza City. Viele in dem Massenexodus laufen barfuß, manche noch im Pyjama und tragen ihre schlafenden Kinder. Einige haben Plastiktüten mit ein paar Tomaten und Gurken dabei. Überlebende berichten, sie hätten Massaker und gewaltige Zerstörungen von Wohngebieten beobachtet. Nach einer Nacht heftiger Panzer-Attacken und Bombardierungen aus der Luft liegen die Leichen der Getöteten überall auf den Straßen verstreut herum. Wer noch irgendwie konnte, flieht – meistens ohne zu wissen, wohin. Unzählige Häuser wurden getroffen in Shajaiya, und der Beschuss lässt nicht nach. Die Ambulanzen und Bergungshelfer haben große Mühe, an die Orten der Verwüstung zu gelangen. Und die Sanitäter, denen es gelingt, riskieren ihr Leben: „Wir waren am Sonntag dort, um nach Verletzten zu suchen und die Leichen einzusammeln. Wir fanden so viele tote Frauen und Kinder. Sie hatten es nicht mehr geschafft rauszukommen“, berichtet Ayman Badwan, Direktor der Palästinensischen Zivilverteidigung in Tel el-Hawa >>>*

 

Aus dem völlig zerstörten Viertel Shajaiya ins Kloster geflüchtet - Martin Lejeune - 700 Muslime beten in engen Reihen in der Kirche des Sankt Porphyrios-Klosters der Erzdiözese Gaza. Die 150 muslimischen Familien sind aus den umkämpften Gebieten des Gazastreifens geflüchtet und haben in dem griechisch-orthodoxen Kloster Zuflucht gefunden.

Weil am Freitag auf den Straßen gekämpft wird, versammeln sie sich zum Freitagsgebet in der Kirche. "Muslime und Christen leiden gleichermaßen unter der Bombardierung von Gaza", sagt eine 32-jährige muslimische Frau, die aus dem völlig zerstörten Viertel Shajaiya ins Kloster geflüchtet ist. "Ich fühle mich den Christen tief verbunden in diesen schweren Stunden.", sagt sie und hält ihr neugeborenes Baby im Arm, das am dritten Tag des Krieges zur Welt kam und Issa, Jesus, heißt.

Am Samstag dann nutzte die im Gazastreifen sehr aktive Hilfsorganisation Islamic Relief die Feuerpause um die 700 völlig mittellosen Flüchtlinge in der Kirche mit Lebensmitteln, Wasser, Decken und Medikamenten zu versorgen. (Siehe auch das Bild) Vor dem Innenhof des Klosters steht ein Lkw der Hilfsorganisation, der Überlebenspakete liefert. Rami Mahani, Manager der Humanitären Nothilfe von Islamic Relief, warnt vor einer humanitären Katastrophe im Gazastreifen:

"Seit Beginn der Angriffe vor fast drei Wochen gibt es 200.000 Flüchtlinge. Diese während des Ramadan bei Rekordtemperaturen um 35°C und der anhaltenden Blockade des Gazastreifens ausreichend zu versorgen, ist nahezu unmöglich."

Während der Waffenruhe zeigt sich das wahre Ausmaß der Zerstörungen. Die oberen Stockwerke eines Wohnhauses in der Umar-al-Mukhtar-Straße, der Hauptstraße von Gaza Stadt, sind vollständig zerstört. Das zerbombte Haus heißt Bursch Assalam, Friedensturm. Autofahrer, die am Samstag während der Waffenruhe die Zerstörungen in Gaza besichtigen, müssen zuerst einen hohen Schuttberg vor dem Haus umfahren. In diesem Haus wurden am 21. Juli sieben Deutsche und fünf Palästinenser getötet, als zur Zeit des Fastenbrechens um 19:45 Uhr eine Rakete der israelischen Streitkräfte einschlug. Die Toten von Gaza haben Namen: Ibrahim Kilani, 53, seine Frau Taghreed, 45, ihre Kinder Yasin Ibrahim, 9, Yaser, 8, Elyas, 4, und Sawsan, 11. Die Kilanis stehen auf der Liste der Todesopfer, die das Gesundheitsministerium von Gaza seit Beginn des Krieges am 8. Juli führt, an 555. bis 561. Stelle. Die Toten von Gaza hatten ein Leben: Ibrahim war ein angesehener Architekt und in viele große Bauprojekte im Gazastreifen involviert. Hatem Ragab, 52, von Beruf Ingenieur im Ministerium der Kommunalverwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde, ist Ibrahims Freund. Beide Familien mußten aus ihrer heftig umkämpften Heimatstadt Beit Lahia im Norden des Gazastreifens nach Gaza Stadt fliehen, wo sie sich in Sicherheit wähnten.

Hatem, der als Nachbar die Bombardierung des Friedensturms hautnah miterlebte, ist wütend: "12 Menschen, Zivilisten, wurden hier kaltblütig von Israelis ermordet. Im Friedensturm waren keine Kämpfer." Das stimmt. Das moderne Hochhaus steht im Reichen-Viertel des Gazastreifens, das Beverly Hills genannt wird. Hier leben Geschäftsmänner mit Kontakten in die Emirate oder eben auch ein erfolgreicher deutscher Architekt. "Die Eigentümer sind um das Wohl ihrer Luxusimmobilien besorgt", bestätigt ein Anwohner, "sie würden niemals einem Kämpfer Unterschlupf bieten." Der Angriff auf Beverly Hills zeigt, daß es im wahrsten Sinne des Wortes keinen einzigen Ort in Gaza gibt, der sicher ist.

"Wir sind den Israelis schutzlos ausgeliefert. Wir haben keine Bunker, in denen wir vor den Bomben der F16- und F22-Kampfjets, der Kriegsschiffe und der Artillerie Schutz finden und es gibt kein Nachbarland in das wir fliehen können." Alle Grenzen von Gaza sind seit acht Jahren zu. Hatem bestätigt, daß alle getöteten Kilanis Deutsche sind. "Warum verurteilt Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht die Ermordung unschuldiger Zivilisten in Gaza?", fragt Hatem.

"1032 Palästinenser wurden bisher durch die israelische Offensive getötet, mindestens 75 Prozent von ihnen sind Zivilisten", sagt Ashraf al-Qidra, Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza.

Recherchen in der Notaufnahme des Al Shifa Krankenhauses in Gaza Stadt belegen, daß der Anteil der Zivilisten unter den Kriegsopfern hoch ist. Dr. Youssef Abu Rysh, Leiter der Notaufnahme, arbeitet seit Beginn der Angriffe am 8. Juli im Al Shifa Krankenhaus und schläft jeden Tag nur für drei Stunden auf einer Matratze in seinem Büro. "Sehen Sie sich die Toten und Verletzen der Angriffe hier bei uns an. Es werden fast nur unbeteiligte Kinder und Frauen getötet. Das sind alles Kriegsverbrechen, die von unabhängigen internationalen Experten untersucht werden müssen", fordert Abu Rysh. Obwohl der Schichtbetrieb außer Kraft gesetzt wurde und sämtliche Mediziner und Krankenpfleger des Hospitals im Dauer-Notdienst sind, können die Ärzte nicht schnell genug allen schwer Verletzten helfen. "Es sterben Patienten im Krankenhaus, weil wir nicht genug Personal und medizinisches Gerät haben, um allen rechtzeitig zu helfen", klagt Abu Rysh. "Nicht nur die aktuellen Angriffe, auch die Folgen der achtjährigen Blockade töten die Menschen", kritisiert der Arzt.

In den Fluren des Hospitals liegen schwer Verletzte und sogar Tote nebeneinander. Ein Mädchen im Kindergartenalter mit schweren Verletzungen an den Beine, ein Junge, kaum acht Jahre alt, mit starken Verbrennungen, dessen Körper nach verbrannter Haut riecht, warten hier auf einen freien Platz im Operationssaal. Weil auch das Leichenschauhaus des Krankenhauses überfüllt ist, müssen die beiden Verletzten neben einer toten Frau liegen. Die beiden sind zwei von 200 Verletzten aus der UN-Schule in Beit Hanun im Norden des Gazastreifens, die am Donnerstag von mindestens einem Geschoß eines israelischen Panzers getroffen wurde, wie ein AFP-Fotograf bezeugt. In der Schule in Beit Hanoun sollen sich Augenzeugenberichten nach ausschließlich Zivilisten aufgehalten haben. "Ist dieses Mädchen eine Hamas-Kämpferin, ist dieser Junge ein Kämpfer des Islamischen Dschihads? Haben sich diese Kinder in einem Tunnel der Widerstandskämpfer versteckt? Nein, sie wurden in einer UN-Schule bombardiert", klagt Abu Rysh.

Die Grundschule in Beit Hanoun gehört zum UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA). Chris Gunness, Sprecher der UNRWA, vergleicht die Angriffe auf Gaza inzwischen mit den Auswirkungen eines "Tsunami". Er erzählt, die UNRWA habe in den Stunden vor dem Angriff auf die Schule die genauen GPS-Daten der Einrichtung an die israelischen Streitkräfte gemeldet, aber vergeblich versucht, mit der Armee eine Evakuierung zu koordinieren. "Wie können wir nachts noch ruhig schlafen, wenn in Gaza alptraumhafte Massaker wie das von Beit Hanoun geschehen?", fragt Gunness Das ist für den Vertreter einer UN-Mission, die normalerweise höchstens indirekt Vorwürfe gegen die israelischen Streitkräfte erhebt, schon ein deutliches Signal an die Öffentlichkeit.

"Weißt Du was das Gefährlichste ist im Gazastreifen?", fragt ein Taxifahrer, der gerade ein verletztes Kind ins Al Shifa-Krankenhaus gebracht hat. "Kinder", antwortet er. "Die Israelis konzentrieren ihren Beschuß auf unsere Kinder. Also halte Dich von Kinder fern", rät er dem Besucher im Gazastreifen. Was wie Irrsinn klingt, daß Kinder das Gefährlichste im Gazastreifen wären, ist statistisch nachweisbar. 40 Prozent der getöteten palästinensischen Zivilisten sind Kinder. Samantha Maurin, Sprecherin von Ärzte ohne Grenzen in Paris, die derzeit im Al Shifa-Krankenhaus vier Mediziner ihrer Organisation betreut, bezeugt: "Wir haben hier bisher nur verwundete Frauen und Kinder gesehen." Ihre Stimme klingt vorwurfsvoll. Auf einem Flug zwischen der Notaufnahme und dem Operationssaal beschreibt sie die Arbeitsbedingungen der Ärzte von Gaza: "Ich muß den palästinensischen Ärzten vor Ort meinen Respekt zollen. Sie arbeiten in 40-Stunden-Schichten, sie sind gestreßt, müde und haben kein Privatleben mehr. Trotzdem beschweren sie sich nicht und arbeiten auf einem unglaublich hohen professionellen Niveau. So einen Einsatz habe ich noch nie erlebt. Und trotzdem schaffen sie es nicht, allen Verletzten zu helfen."           Bild: Islamic Relief distributes food and medicine to rebugees in Gaza - Martin Lejeune

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28. 7. 2014
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Friday July 25, 2014 - 15:25
This list is constantly updated due to the ongoing Israeli assault on Gaza since July 8th. The following 764 names have been confirmed. At least 5700 Injured. We realize the number of slain Palestinians is higher than this (864 as of 10:30 pm Friday 7/25, according to the Ministry of Health), but we are still awaiting confirmation of some names
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