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iwps.info, Oktober 2004 aus Salfit/Westjordanland/Palästina
Olivenkampagne 2004:
FriedensaktivistInnen
aus Österreich, Deutschland und der Schweiz helfen bei der Ernte. Im September hat IWPS in Zusammenarbeit
mit dem Internationalen Versöhnungsbund ein Vorbereitungsseminar
für die Olivenkampagne 2004 durchgeführt. Seit Anfang
Oktober teilen die in Linz ausgebildeten AktivistInnen
für einige Wochen den Alltag palästinensischer Olivenbauern
und bieten zusammen mit Gleichgesinnten aus England, Australien, Frankreich, Südafrika und den USA den Bauern Begleitschutz an. Dadurch können Felder erreicht
und abgeerntet werden, die ohne internationale Unterstützung
verwaisen würden.
„Wir wollen den Bauern signalisieren,
dass die Welt sie nicht vergessen hat“, beschreibt
die oberösterreichische Theologiestudentin Angelika
ihre Motivation. Für Nicole aus Bayern ist es Verantwortungsgefühl:
„Unter Verantwortung verstehe ich mehr, als bloß
für meine Rente zu sorgen!“. „Eine ungerechte Welt wird durch bloßes Hinsehen nicht besser, deswegen will ich anpacken“,
beschreibt der Ingenieur Max seinen Grund fürs Kommen. Neben Angelika, Nicole und Max gehören unter anderen ein Zivildienstleistender
und eine Psychiatrieschwester aus Oberösterreich,
ein pensionierter Physiker aus München und ein Schweizer
Pfarrer dem aktuellen IWPS- Olivenernte-Team an.
"Wenn die Bauern drei Jahre
ihre Olivenhaine nicht kultivieren können, wird
dieses Land von Israel annektiert“, erklärt IWPS
einen weiteren Grund der Aktion. Die Wachleute in
Ariel (der mit 30.000 Einwohner größten israelische Siedlung Salfits)
haben mehrmals versucht, die Olivenbauern
von ihren am Siedlungszaun gelegenen Bäumen zu vertreiben.
Nur durch die internationale Präsenz konnten die
Bäume dennoch abgeerntet werden.
Bauern mit Feldern
um Ariel wünschten sich den Einsatz der internationalen
Erntehelfer auch dort, wo keine unmittelbar Gefährdung
bestand: Für diese Bauern war nicht nur der Begleitschutz wichtig, sondern auch der Ausdruck der Solidarität. Den
Bauern ist bewusst, dass sie aufgrund des Mauerbaues
vielleicht zum letztem Mal ihre Bäume pflücken
können. Es ist eine schöne Arbeit, bei Sonnenschein
in der freien Natur zu ernten und die runden Früchte
wie Tropfen auf die ausgebreiteten Planen fallen
zu hören. Mit den Familien über Alltag und Politik zu sprechen und gemeinsam unter den Bäumen Tee zu trinken
– trotz Ramadan, "Ihr seit ja keine Muslime, da
könnt Ihr Durst haben und dürft trinken", wie ein
Bauer sagte. Trotzdem ist die Angst immer mit dabei:
Die Bauern und die Internationalen spitzen die Ohren und horchen, ob Siedler kommen. Im Team und mit der Familie
muss besprochen werden, was wer zu tun hat, wenn
die Gruppe angegriffen wird oder die Sicherheitswache
mittels Megafon die Erntenden vertreiben will.
Jetzt fließt das frische Olivenöl aus Palästina wieder
in die Weltläden Österreichs, Deutschlands und der
Schweiz. Neben dem Öl soll dort auch bald das dem
Thymian ähnliche palästinensische Nationalgewürz
"Za’tar" erhältlich sein. Mit dem Kauf palästinensischer
Produkte in den Weltläden helfen Sie den Bauern
und leisten praktische Solidarität. IWPS Gründerin
Angie Zelter eine Woche in Flughafenhaft Angie Zelter,
bekannte Menschenrechtsaktivistin, IWPS-Gründerin und Trägerin des alternativen Friedensnobelpreises, wurde
am Sonntag, 24. Oktober 2004 nach 12stündigem Verhör
am Flughafen Ben Gurion die Einreise nach Israel
verweigert. Bereits vor zwei Jahren wurde Zelter gewaltsam an der Einreise gehindert.
Die israelischen Behörden
geben als Ausweisungsgrund Zelters gewaltfreie Aktivitäten
für die Palästinenser an und bezeichnen sie als
„Sicherheitsrisiko“.
Nach einer Woche Haft wurde
Zelter am Sonntag früh, 31. Oktober 2004 nach England
zurück ausgeflogen.
Bitte kontaktieren Sie die israelische Botschaft in Ihrem Land und protestieren Sie gegen die
Behandlung und Einreiseverweigerung von Frau Zelter.
„Und da war noch...“
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Ein neues IWPS-Begegnungsprogramm „Mikarov“: Israelis zur palästinensischen Olivenernte - Human Rights Reports und House Reports („About Stone
Throwing“) können Sie über iwpseurope(at)gmx.net anfordern
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