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Dschenin - Jenin 1

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Operation "Schutzschild"
Siehe auch die Karte bei den Bilddokumenten
Vor der Zerstörung


 

Nach der Zerstörung

Jenin, Jenin! - Karin Wenger - Vor fünf Jahren hat die israelische Armee das Flüchtlingslager der Stadt Jenin im Westjordanland in mehrtägigen Kämpfen erobert und teilweise zerstört. An die Stelle der Trümmerhaufen sind neue Häuser getreten, doch die Erinnerung an die Schrecken der Kämpfe und die Frustration über die Besetzung sind geblieben

"Es ist an der Zeit, Scharon daran zu erinnern, daß der Davidsstern allen Juden gehört und nicht seiner Regierung. Sein Handeln befleckt den Davidsstern mit Blut" >>>

Was passierte in Dschenin - Jenin ?

 Was passiert in Dschenin? Die zweite Frage ist natürlich noch wesentlicher als die erste, aber im Grunde hängen beide miteinander zusammen. Gerade erst wurde der Dschenin-Bericht der UN veröffentlicht, der Report von Human Rights Watch liegt ja schon länger vor: damit haben die offiziellen Stellen also gesprochen. Der Bericht der UN ist so “ausgewogen”, dass man ihn fast schon als Karikatur bezeichnen könnte. Aber wenigstens wird der Leser von Anfang an nicht im Unklaren gelassen: “Dieser Report wurde erstellt ohne vor Ort in Dschenin gewesen zu sein bzw. in einer der andern palästinensischen Städte, von denen er handelt. Er beruht ausschließlich auf zugänglichen Quellen respektive Informationen”.

Israel u. die USA haben sich ja schon seit langem darauf verständigt, die UNO als antisemitische Organisation anzuseh’n (nämlich seit der Antirassismus-Konferenz in Durban (Südafrika) im Jahr 2001). Zu Beginn des Reports wird denn auch auf jene schmutzige Geschichte hingewiesen, wie Israel eine Untersuchung (der Geschehnisse in Dschenin ) verhindert hat - Kofi Annan bedauernd: “Ich war mir vollständig sicher, dass sich das Team in ebenso professioneller wie fairer Weise verhalten würde, um den vom Rat geforderten Bericht zu erstellen.” Aber jetzt haben die Vereinten Nationen also einen Bericht erstellt, ohne vor Ort gewesen zu sein - Israel wird’s freuen. Im Vordergrund des Berichts steht das passive Unvermögen - ganz wie üblich: “In vielen Fällen war es Helfern nicht möglich, zu in Not befindlichen Personen vorzudringen”. Der Bericht unterscheidet auch nicht zwischen mit modernstem Kriegsgerät ausgestatteten Besatzern und Besetzten, die lediglich improvisierte Waffen zur Verfügung hatten: “Kombattanten beider Seiten brachten durch ihr Verhalten verschiedentlich Zivilisten in Gefahr”. Die Täter bestimmter verbrecherischer Vorkommnisse bleiben (im Bericht) oft seltsam im Dunkeln: “Die Gefechte während Operation ‘Schutzschild’ spielten sich meist auf dichtbesiedeltem Gebiet mit viel Zivilbevölkerung ab, wobei oftmals auch schwere Waffen zum Einsatz kamen.” Schwere Waffen aber haben die Palästinenser gar keine. Der Bericht jedoch überläßt die Schlussfolgerung, wer denn nun bei dieser “Schlacht” die schweren Waffen eingesetzt hat, ganz allein dem Leser.

Zudem ist der Annan-Bericht dadurch gekennzeichnet, dass er den Zusammenhang zwischen Ursache u. Wirkung konsequent umschifft: “Ich habe die Palästinenser dazu aufgerufen, alle Akte des Terrors und sämtliche Selbstmordattentate einzustellen - unter Hinweis darauf, dass es sich dabei um moralisch nicht zu rechtfertigende Taten handelt, die ihrer Sache nur schadeten. Ich forderte die Israelis dazu auf, die Bombardierung bewohnter (ziviler) Gebiete zu unterlassen ebenso wie Tötungen ohne Prozeß, wie Zerstörungen oder die alltägliche Demütigung ganz normaler Palästinenser.” Also: die kriminellen Taten der Palästinenser rangieren an oberster Stelle, dann erst kommen die Israelis. Aber wenn es um Opferzahlen geht, lautet die Regel (Annans) grade umgekehrt: “.. zwischen den (Kampf-)Parteien ist es fortgesetzt zu wechselseitiger Gewalt gekommen, die in ihrer Intensität allerdings flukturierte. Bis zum 7. Mai 2002 kamen dabei 441 Israelis ums Leben und 1539 Palästinenser ”. Hier die Fakten: allein zwischen dem 1. März u. dem 7. Mai gab es 497 tote Palästinenser, 1447 wurden verletzt - 538 davon durch scharfe Munition. 1 Million Palästinenser unter Ausgangssperre, 17 000 verloren ihr Zuhause, 50 Schulen wurden beschädigt. Geschätzte Reparaturkosten: $361 Millionen.

Wenn man wirklich wissen will, was (in Dschenin) geschehen ist, wenn man nach Zeugenaussagen sucht, dann ist man beim Bericht des Human Rights Watch (HRW) wesentlich besser aufgehoben. HRW war nämlich tatsächlich vor Ort in Dschenin. Innerhalb einer Woche führte die Gruppe 100 Interviews durch - u. zwar vom 19. bis zum 28. April. Aber auch HRW hatte seine Informationsbeschaffungsprobleme: die Israelische Armee verweigerte jegliche Auskunft. Dennoch liefert der HRW-Bericht einen fundierten Eindruck davon, wie sich die Angriffe damals abgespielt haben - u. er zeigt auch, welche Seite die Hauptschuld trägt: “Ungeachtet der engen Bebauungssituation verpflichtete das Recht die Israelische Armee dazu, einen Unterschied zu machen zwischen Zivilisten u. militärischen Zielobjekten. Die Angriffe der Israelischen Streitkräfte waren jedoch zuweilen ungezielt - ohne obige Unterscheidung zu treffen. Besonders wahllos war das Feuer am Morgen des 6. Aprils, als von Helikoptern aus mehrere Raketen abgeschossen wurden. Viele Zivilisten wurden im Schlaf überrascht. Während des Helikopter-Angriffs wurde eine Frau getötet. In einem andern Stadtteil wurde ein 4jähriges Mädchen verletzt, als eine Missile in das Haus einschlug, in dem es schlief. Bei beiden Gebäuden handelte es sich um rein zivilbewohnte Objekte. Es befanden sich keine Kämpfer in unmittelbarer Nähe”.
Quelle

TRAUER ALS MOTOR FÜR VERÄNDERUNG

Im Flüchtlingslager von Jenin sitzt eine alte Frau neben einem Steinhaufen, der vor der israelischen Militäroperation einmal ihr Haus war. Sie zeigt mir den Ausweis ihres behinderten Sohns Jamal, der an den Rollstuhl gefesselt war. Während die israelischen Truppen ihr Haus zerstörten, so erzählt sie, versuchten die Frauen, Jamal hinauszutragen, aber die Wände begannen einzustürzen und sie rannten hinaus. Jamal wurde lebendig unter den Trümmern begraben. mehr >>>

Dschenin im Westjordanland schafft es oft in die internationalen Nachrichten: Raketenangriffe, Waffenlager, gesprengte Häuser - der Ort ist ein Synonym für Gewalt geworden. Wie aber ist der Alltag in Dschenin? Der Filmemacher Frieder Schlaich hat mit 16 palästinensischen Mädchen aus dem Lager beeindruckende Kurzfilme gedreht.

Khetam
Eine Frau schildert die Geschichte, wie ihr Ehemann und Vater ihrer drei Kinder zum Märtyrer wurde. Von Aya und May
Kurzfilm "Khetam" abspielen

 Not alone
Die Bewohner eines Altersheims erzählen von den Lebensumständen. Von Shanaz und Raja
Kurzfilm "Not alone" abspielen

My Grandmother
Eine Großmutter berichtet von Ihrer gefährlichen Reise in ein Flüchtlingslager.  Von Bothayna und Intisar
Kurzfilm "My Grandmother" abspielen - Quelle

04.04.2004  - 2. Jahrestag des Massakers von Jenin

Moderne Häuser und Platz für Panzer -  Der Wiederaufbau des Flüchtlingslagers von Jenin

 

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Rezension -
Das Buch ist aktueller denn je. Von der BRD-Presse totgeschwiegen, zeigt es Israel so wie es ist >>
 


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