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Günter Grass -
Was gesagt werden muss

 

Was gesagt werden muss

Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet wird.

Doch warum untersage ich mir,
jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in dem seit Jahren - wenn auch geheimgehalten -
ein wachsend nukleares Potential verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?


Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge

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27.4.2012

Leipzig: Rechte Zionisten und Studentenrat lösen Versammlung zur Verteidigung von Günter Grass auf - Am Dienstag fand in Leipzig die dritte Veranstaltung der International Students for Social Equality (ISSE), der Studentenorganisation der Partei für Soziale Gleichheit (PSG), zum Thema „Verteidigt Günter Grass“ statt. Wie schon zuvor in Frankfurt und Berlin wurde auch diese Versammlung massiv attackiert. Im Bündnis mit rechten zionistischen Provokateuren setzte schließlich ein Vertreter des Studentenrats das vorzeitige Ende der Veranstaltung durch. - Gegenkundgebung der zionistischen Provkateure - Zu Beginn der Versammlung erschien eine Gruppe rechter Grass-Gegner und versuchte sich Zutritt zu verschaffen. Sie beschimpfte den Autor der „Blechtrommel“ und Literaturnobelpreisträger als Antisemiten und zerrissen Einladungsflugblätter. Da offensichtlich war, dass sie die Veranstaltung stören und verhindern wollten, verweigerte ihnen die Versammlungsleitung die Teilnahme. Kurz darauf erschien eine weitere Gruppe gewaltbereiter Zionisten mit mehreren Israel-Flaggen, Transparenten mit der Aufschrift „Stopp dem Mullah-Regime“ und einem Megaphon. Durch laute Sprechchöre „Lang lebe Israel“ und „Nieder mit den Mullahs“ versuchten sie die Versammlung, die mittlerweile begonnen hatte, von außen zu attackieren. >>>

 

Vom Holocaust zum Ehrenmord - Velten Schäfer - Broder: das passende Buch zur Grass-Debatte - F**k you, ZDF«, durfte Mitte-Rechts-Publizist Henryk M. Broder jüngst in der »Welt« in eine Überschrift schreiben. Weil das mutmaßlich eine Premiere darstellt, ist die dem Schocker folgende Story erwähnenswert: Ein ZDF-Kulturredakteur habe ihn hereingelegt. Dieser habe mit ihm, Broder, kurz vor dem Erscheinen jenes Israel-Gedichtes von Günther Grass ein Interview über sein neuestes Buch geführt - und seine Aussagen nach dem Erscheinen des Gedichtes so gegen ein Grass-Interview geschnitten, dass der falsche Eindruck eines Streitgespräches entstanden sei: »Der Zuschauer musste den Eindruck gewinnen, Grass und ich seien zur gleichen Zeit interviewt worden. Grass konnte sich zu den Reaktionen auf sein Gedicht äußern, ich konnte aber nichts zu dem Gedicht sagen, weil ich es nicht kannte.« Was mal wieder beweist: Broder als wehrhafter Jude wird geschnitten - oder? Was er beklagt, wäre in der Tat eine »kleine Manipulation«, über die er sich zu Recht beschwerte. Nur stimmt die Geschichte offenbar nicht ganz. Tatsächlich war es nämlich wohl so, dass der ZDF-Redakteur, vom Erscheinen des Grass-Gedichtes überrascht, seinen Beitrag umarbeiten musste und dazu auf die Schnelle mit Grass sprechen konnte, während Broder ein zweites Interview als überflüssig ablehnte. Der ZDF-Mann soll das schriftlich haben. >>>

 

Offener Brief der Berliner Freidenker an Günter Grass  - Mittwoch, den 25. April 2012

Sehr geehrter Günter Grass, natürlich haben Sie Recht, das belegen die Fakten

dass nicht der Iran, sondern Israel über Atomwaffen verfügt und somit in der Lage ist, den Iran zu vernichten;
dass nicht Iran, sondern Israel dem Atomwaffensperrvertrag nicht beigetreten ist und keinerlei internationale Kontrolle über sein Atomprogramm zulässt;
dass Deutschland mit der Lieferung eines weiteren Atom-U-Boots an Israel sich zum Beihelfer eines möglichen Präventivkrieges gegen Iran machen würde;
dass von der realen Atommacht Israel eine Gefahr für den "brüchigen Weltfrieden" ausgeht;
dass die Politik des Westens gegenüber Iran und Israel von Heuchelei geprägt ist; und
dass, wer Israels Politik kritisiert, all zu leicht unter das Verdikt des "Antisemitismus" fällt.
Dass Sie Recht haben, bestätigen Ihnen viele Menschen (u.a. durch eine Rundfrage in der Financial Times).


 

 

 

 


Es sind hoch angesehene Personen darunter, Intellektuelle wie Chomsky, Finkelstein, Duisenberg, Verleger, Losurdo, Kirppendorff, Maguire, Strutynski, Paech, Zuckermann, auch viele andere Israelis.

Leider ist es so, dass - wie Sie und wir feststellen müssen - diese Stellungnahmen in der mainstream- Presse nicht oder kaum zu Wort kommen. 
>>>

 

 

17.4.2012

Nahost-Experte stellt sich auf Grass' Seite -  Der Islamwissenschaftler Udo Steinbach hält Günter Grass’ Gedicht „Was gesagt werden muss“ für den richtigen Text zum richtigen Zeitpunkt. Im Gespräch mit LN Online verteidigt er den Literaturnobelpreisträger gegen Antisemitismus-Vorwürfe, kritisiert die Palästina-Politik der israelischen Regierung und hält dem Westen vor, mit zweierlei Maß zu messen, wenn es um die Atomprogramme von Israel und Iran geht. Herr Steinbach, was halten Sie vom Gedicht „Was gesagt werden muss“? Günter Grass’ Gedicht ist ein großartiger Beitrag dazu, um einen Krieg herumzukommen, der schon programmiert erscheint. Eigentlich sagt Grass nichts anderes als das, was viele andere, auch ich, schon vorher in prosaischer Form geschrieben haben. >>>

Was auch noch gesagt werden muss! - Hintergrund - Intellektuelle melden sich in Hintergrund zu Wort. Kommentare zur Grass-Debatte von Moshe Zuckermann, Noam Chomsky, Domenico Losurdo, Rolf Verleger, Ekkehart Krippendorff, Norman Paech, Adam Keller, Michel Warschawski, Tariq Ali, Yonatan Shapira, Yakov M. Rabkin und Moshé Machover - was sie sagen >>>

Grass mit Herzproblemen in Hamburger Klinik - Mit Herzproblemen ist der Schriftsteller Günter Grass stationär in einer Hamburger Klinik aufgenommen worden >>>


Dokumentation zu "Was gesagt werden muss - Günter Grass" >>>

 

16.4.2012

 

VIDEO -  "Berlin direkt"  - "„Planspiele für den Ernstfall - Stunde der Wahrheit. Israel, Iran und die deutsche Außenpolitik“ - Demagogie hoch drei -  Die Kriegstreiber heizen ein >>>

 

Video - Bei Günther Jauch - Der Blechtrommler - was ist dran an Grass' Israel-Kritik? >>>

 

Günter Grass hat Recht. Ahmadinejad Best-Of zur Bombe


 

Falsches Zitat - Martin Forberg fragt im Internetblog palestina-portal.eu, warum Hellmuth Karasek in der Osterausgabe der Berliner Morgenpost ein Zitat von Günter Grass gefälscht hat: (…) Der Literaturkritiker Hellmuth Karasek hat in seiner Kolumne »Karasekswoche« ein falsches Zitat untergebracht. Es ging – wieder einmal – um Günter Grass’ Gedicht »Was gesagt werden muß«. Karasek hat zu etwas ähnlichem wie einer Generalabrechnung angesetzt (»Rache einer Lebenslüge. Hellmuth Karasek über den Sündenfall von Günter Grass« lautete der vielversprechende Titel). Als Krönung aller Vorwürfe »entlarvt« Karasek Grass abschließend als ausgewiesenen Antisemiten. Und das liest sich so: »Er hat den neuen alten Schuldigen gefunden, wie kann es anders sein: die Juden.« Schreibt Karasek. Und fährt dann fort: »Als ›Atommacht >>>

 

UN verhängen Tinten- und Pfeifentabakembargo gegen Günter Grass - Die Vereinten Nationen haben ein sofortiges Tinten- und Pfeifentabakembargo* sowie weitere Sanktionen gegen Günter Grass verhängt. So soll verhindert werden, dass der Literaturnobelpreisträger an weiteren Gedichten arbeitet, die geeignet sind, den guten Ruf Israels nachhaltig zu zerstören. Ein erstes Testgedicht, das eindeutig beweist, dass Grass an einem geheimen Lyrikprogramm arbeitet, hatte zuvor zu einem einhelligen medialen Aufschrei geführt. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon begründete die Maßnahmen bei einer Pressekonferenz:  >>>
 

Feridun Zaimoğlu: „Ich kann Grass nur beglückwünschen“  - Der Schriftsteller Feridung Zaimoğlu findet die Grass-Kritiker unverschämt. In Deutschland und in Israel versuche man sich im Vorwurf des Antisemitismus zu überbieten. Dabei vergesse man allerdings die Wahrheit. - Feridun Zaimoğlu findet die Diskussion um Günter Grass Gedicht einfach nur lächerlich. Es sei natürlich klar gewesen, dass beim Ansprechen dieses Themas die „Antisemitismuskeule aus dem Sack“ geholt werde. Er findet, Grass habe lediglich die Wahrheit ausgesprochen. >>>


Tsunami im Klärbecken - Hilmar Hacker-Kohoutek - Was gesagt werden muß ist ein schwaches Gedicht - dennoch überraschend kraftvoll. Immerhin türmte es einen Tsunami öffentlicher Empörung auf, der viel Klärschlamm aufwirbelte und im Gehirn des obersten Wächters koscherer Gesinnung sogar einen Kurzschluß auslöste. »Antisemitismus!« krähte er. »Günter Grass hat zwar die Waffen-SS verlassen. Aber offenbar hat die Judenfeindschaft der Waffen-SS Günter Grass niemals verlassen«, so Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Eigentlich gehört Graumann vor den Kadi, wegen Verhetzung und übler Nachrede.  >>>

 

15.4.2012


Grass nach dem Hype - Was bleibt? - Otmar Steinbicker - Wohl noch nie zuvor hat ein Gedicht so schnell so viel mediale Aufmerksamkeit erfahren wie Günter Grass Zeilen "Was gesagt werden muss". Jetzt, wo der Hype abklingt, die Zahl der neuen Artikel abnimmt und auch die Zugriffszahlen auf die Internetseiten bisheriger Beiträge zum Thema sinken, kann eine Zwischenbilanz gezogen werden. Ja, die von Grass gewählte Überschrift "Was gesagt werden muss" klang ziemlich großspurig, so als habe noch niemand zuvor über das Thema israelische Kriegsdrohungen gegen Iran geschrieben und das, obwohl seit Wochen die Weltpresse voll davon ist und auch in Israel und Deutschland kritische Stimmen zu Wort kommen. Nein, Grass ist auch nicht der erste Schriftsteller, der sich dieses brisanten Themas kritisch annahm und der von einer großen deutschen Zeitung gedruckt wurde. Bereits am 13. März veröffentlichte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ein Essay des israelischen Schriftstellers David Grossman der unter dem Titel "Bevor unsere Ohren taub werden" zur Zurückhaltung mahnt: "Greift Israel Iran an, um eine mögliche Katastrophe zu verhindern, beschwört es selbst eine sichere Katastrophe herauf". Grossman kennt nicht einkalkulierte Kriegsfolgen aus bitterer persönlicher Erfahrung. >>>

Bildquelle - Arbeiterfotografie


Günter Grass hat ein Gedicht geschrieben - Otmar Steinbicker - Günter Grass hat ein Gedicht geschrieben mit dem Titel "Was gesagt werden muss"1 und er hat damit in ein Wespennest gestochen! Wohl selten haben so wenige Zeilen eines Literaturnobelpreisträgers so schnell ein so riesiges Echo in der Weltpresse gefunden. Es ist seine zentrale These "Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden", die polarisiert. Da melden sich auch gleich die üblichen Lager zu Wort. Von "Antisemitismus" ist sofort die Rede bei einigen unkritischen Befürwortern einer brandgefährlichen israelischen Regierungspolitik, die ihrerseits offen auf eine baldige militärische Konfrontation mit dem Iran setzt. Andererseits sehen sich einige Friedensbewegte schnell in ihrem Urteil durch eine prominente Stimme bestätigt, die obendrein in den Medien wahrgenommen wird - endlich drucken die Zeitungen Warnungen vor einer israelischen Kriegspolitik. Doch die Probleme liegen tiefer! Günter Grass äußert in seinem Gedicht seine Befindlichkeit, seine sehr persönliche Sicht der Dinge. Da geht es um Grass und seine eigene Biografie, da geht es um Iran, Israel und den Weltfrieden - ein weites Feld für spätere Gedichtinterpretationen. Natürlich hat sein Gedicht auch eine politische Dimension, aber welche? >>>

 

Why No Sympathy for the Palestinians? - The Disgusting Attacks on Gunter Grass - Tariq Ali - The German writer Gunter Grass (The Tin Drum) had already predicted the response to his poem in SdZ. There is no reason to be surprised, but there is every reason to be disgusted. Within Germany both the elite and a layer of the population by their words and actions appear to have accepted the disgraceful Goldhagen thesis whereby all German were guilty for the crimes of the Third Reich. This thesis has now been developed further: all Germans are guilty for eternity for the crimes of the Third Reich. Behind this thinking is the Zionist and Zionophile argument that the crime against the Jews of Europe was unique in the annals of history. >>>

 

Kurzkommentar: E. Arendt - Nicht jeder der differenziert reden kann sollte zu allem etwas sagen. Fritz Stern hätte besser schweigen sollen:
Fritz Stern zum Fall Grass Eine Provokation mit bedrückendem Ergebnis - Die Notwendigkeit der Kritik rechtfertigt nicht diese Form der Anklage: Ein Gespräch mit dem Historiker Fritz Stern über Günter Grass, die Debatte über dessen Gedicht und konstruktive Kritik an Israel. - Herr Stern, wie war Ihre erste Reaktion auf das Gedicht von Günter Grass? Die erste Reaktion war Trauer - und Bedauern. Weil ich sofort merkte, damit schadet er sich selbst. Das Gedicht ist ja eine ungeheure Selbstverwundung. Dass er der Sache geschadet hat, das kam mir natürlich auch gleich in den Sinn. >>>

 
14.4.2012
 

Der Dichter Israel und die Denkverbote

 Die Kampagne gegen Günter Grass offenbart die eklatanten Schwächen der deutschen und westlichen Position im Nahostkonflikt -
Arn Strohmeyer

 Günter Grass hat in seinem Gedicht „Was gesagt werden muss“ einige Wahrheiten über Israels äußerst aggressive Politik niedergeschrieben, die auszusprechen bisher in diesem Lande offiziell tabu war. Aber Tabus verschleiern die Wirklichkeit, lähmen das Denken, stoppen nötige politische Aktivitäten, ja machen politisch handlungsunfähig. Insofern muss man Günter Grass dankbar sein, dass er den Mut gehabt hat, auf die Gefährlichkeit der israelischen Politik für den Weltfrieden hinzuweisen und eine Diskussion darüber auszulösen. Zugleich spricht er aber auch die moralische Sackgasse an, in der die deutsche Nahost-Politik steckt, wenn sie meint, mit der Zusicherung von „Staatsräson“ und Waffenlieferungen an Israel (übrigens nicht erst neuerdings, sondern schon seit der Adenauer-Zeit) „Wiedergutmachung“ betreiben zu wollen für das, was Auschwitz symbolisiert, ohne dabei die gefährlichen Folgen zu bedenken. Und schließlich hat Grass auf den unhaltbaren Widerspruch hingewiesen, den sich der Westen leistet, wenn er vom Iran die Kontrolle seiner Atomanlagen fordert, Israel in dieser Hinsicht aber unkontrolliert gewähren lässt. Man kann das auch ein moralisches Debakel nennen. Denn man sollte doch meinen, vor dem Völkerrecht sind alle Staaten gleich. Aber ein Staat ist offenbar gleicher als die anderen, weil er Sonderrechte genießt. Was nach Erscheinen des Gedichts an Kübeln von Dreck, Unrat, Lügen und >>>

 

Ein Text eines in Berlin lebenden israelischen Studenten als Beitrag zur Grass-Gedicht-Debatte - Über Günther Grass - Avner Ofrath - Das ist aber wirklich schön. Da schreibt der alte Grass ein zugegeben eher mittelmäßiges, stellenweise auch fragwürdiges Gedicht und verurteilt Israels Politik. Und sofort, wie ein pawlowscher Reflex, tauchen allerlei Journalisten und Politiker auf und beschimpfen ihn als Antisemit. Da ist nun ein kleines Problem, und zwar hat der alte Grass nichts, aber wirklich nichts, über Die Juden gesagt, nicht mal über Die Israelis. Da versucht man also mit großer Anstrengung, den Antisemitismus irgendwie, irgendwo zwischen den Zeilen zu finden; da macht's man sich bequem und sagt, Grass habe schon immer „ein Problem mit Juden“ gehabt. Das mag sein. Ein „Problem mit Juden“ haben ziemlich viele Leute in diesem Land. Nur dass Grass, anders als ziemlich viele Leute in diesem Land, dieses Problem seit mehr als fünfzig Jahren sukzessiv aufzuarbeiten sucht. Dass man heute in Deutschland über die eigene Vergangenheit reflektiert, schriebt und diskutiert, ist unter anderen Grass zu verdanken. Eine kleine historische Erinnerung >>>

 

Günter der Schreckliche - Uri Avnery - Stoppt mich, wenn ich diesen Witz schon einmal erzählt habe: Irgendwo fand in den USA eine Demonstration statt. Die Polizei kam und schlug gnadenlos auf  die Demonstranten ein. „Schlag mich nicht!“ schrie einer, „Ich bin ein Anti-Kommunist!“ Das ist mir völlig egal,  zu welcher Art von Kommunisten du gehörst,“ antwortete ein Polizist und hob seinen Schlagstock.  ALS ICH das erste Mal diesen Witz erzählte, war es vor einer deutschen Gruppe, die die Knesset besuchte und sich mit in Deutschland Geborenen traf, also auch mit mir.
 Sie strengten  sich besonders an, Israel zu loben, sie lobten alles, was wir getan hatten, verurteilten die geringste Kritik, so harmlos sie auch gewesen sein mochte. Es wurde geradezu peinlich, da einige von uns in der Knesset sehr kritisch gegenüber der Regierungspolitik  in den besetzten Gebieten standen.
Für mich ist diese extreme Art von Philosemitismus nur eine  verborgene Art von Antisemitismus: beide haben im Wesentlichen einen Glauben gemeinsam: Juden – und deshalb auch Israel – sind etwas Besonderes, die nicht mit denselben Standards gemessen werden dürfen wie andere. Was ist ein Antisemit ? Jemand der einen Juden hasst, nur weil er Jude ist. Er hasst ihn nicht für das, was er als Mensch ist, sondern für seinen Ursprung. Ein Jude mag er gut oder böse sein, freundlich oder widerwärtig, reich oder arm – allein dafür, dass er jüdisch ist, muss er gehasst werden. Das stimmt natürlich für jede Art von Vorurteilen, einschließlich Sexismus, Islamophobie, Chauvinismus  und was es sonst noch gibt. Die Deutschen pflegen ein bisschen gründlicher zu sein als andere >>>

 

Israelischer Autor Uri Avnery zu Grass-Gedicht "Kritik-Verbot an Israel ist antisemitisch" - Der israelische Autor Uri Avnery nimmt Günter Grass in Schutz: Es sei antisemitisch darauf zu bestehen, dass Israel in Deutschland nicht kritisiert werden dürfe. Das Einreiseverbot für Grass in Israel empört derweil viele deutsche Politiker - dennoch will die SPD künftig auf seine Hilfe im Wahlkampf verzichten. Der israelische Autor Uri Avnery nimmt Literaturnobelpreisträger Günter Grass in Schutz. Nicht dessen israel-kritisches Gedicht sei antisemitisch, sagte Avnery der Hannoverschen Neuen Presse. "Es ist antisemitisch, darauf zu bestehen, dass Israel in Deutschland nicht kritisiert werden darf." >>>

 

Absage wegen Israel-Gedicht - Preisträger boykottiert Grass-Stiftung -  Die Israel-Kritik von Günter Grass sorgt weiter für Wirbel. Der US-Autor Dave Eggers sagte deshalb eine Reise nach Bremen ab. Dort sollte er einen Literaturpreis überreicht bekommen - den die Günter Grass Stiftung vergibt. >>>

 

In Defense of Gunter Grass -  Matthew Rothschild - The controversy over Gunter Grass’s poem about Israel and Iran only confirms what Grass was saying: That it’s impossible to criticize Israel without being lambasted. Grass, the Nobel-Prize-winning author of The Tin Drum, among many other works, dared to question Israel’s first strike policy against Iran, dared to underscore “the West’s hypocrisy” that permits Israel to have an arsenal of uninspected nuclear weapons and then permits Israel to threaten to annihilate the Iranian people if Iran tries to get one of its own. >>>
 


What on earth do Gunter Grass and Ido Kozikaro have in common? - An elderly, Nobel Prize-winning German author and an Israeli basketball player were both accused of racism this week for their provocative acts. - Ravit Hecht - What on earth can Gunter Grass and Ido Kozikaro have in common? What thread can possibly connect the elderly, Nobel Prize-winning German author and the player from the Hapoel Gilboa-Galil basketball team? It is doubtful whether the two are aware of each other's output, but this week they found themselves sitting on the same bench in the Israeli tribunal where the accused are tried for racism. Grass wrote a poem (a rather weak one, to tell the truth ) that puts the blame on Israel for the nuclear crisis in the Middle East, while Kozikaro posted a Facebook page status on the eve of Passover, saying: "There is nothing better than beginning the holiday with matzot dipped in the blood of Christian and Muslim children."  >>>
 


Maybrit Illner - Günter Grass und die Israelkritik -  (12.04.2012)


 


Videos mit Günter Grass   >>>

Ein Text eines in Berlin lebenden israelischen Studenten als Beitrag zur Grass-Gedicht-Debatte - Über Günther Grass / von Avner Ofrath - Das ist aber wirklich schön. Da schreibt der alte Grass ein zugegeben eher mittelmäßiges, stellenweise auch fragwürdiges Gedicht und verurteilt Israels Politik. Und sofort, wie ein pawlowscher Reflex, tauchen allerlei Journalisten und Politiker auf und beschimpfen ihn als Antisemit.

Da ist nun ein kleines Problem, und zwar hat der alte Grass nichts, aber wirklich nichts, über Die Juden gesagt, nicht mal über Die Israelis. Da versucht man also mit großer Anstrengung, den Antisemitismus irgendwie, irgendwo zwischen den Zeilen zu finden; da macht's man sich bequem und sagt, Grass habe schon immer „ein Problem mit Juden“ gehabt.

Das mag sein. Ein „Problem mit Juden“ haben ziemlich viele Leute in diesem Land. Nur dass Grass, anders als ziemlich viele Leute in diesem Land, dieses Problem seit mehr als fünfzig Jahren sukzessiv aufzuarbeiten sucht. Dass man heute in Deutschland über die eigene Vergangenheit reflektiert, schriebt und diskutiert, ist unter anderen Grass zu verdanken. Eine kleine historische Erinnerung:

Als 1959 die Blechtrommel erschien, die die Pogromnacht in Danzig beschreibt und deren letzter Teil nicht in Danzig und nicht an der Front, sondern in Düsseldorf der Nachkriegszeit spielt, sprach man noch so gerne von der „Stunden Null“. Der alte Koni war noch Kanzler und hatte im Bundestag bereits aufgefordert, endlich mal mit diesem Entnazifizierungswahn aufzuhören.

Als Grass Anfang der siebziger Jahre in Israel war und Menschen aus der zerstörten Danziger jüdischen Gemeinde interviewete, als er dann darüber in Tagebuch einer Schnecke schrieb, hatte die Bundesrepublik Deutschland bereits einen Altnazi als Bundeskanzler gehabt. Praktika und Urlaub in Israel waren noch lange nicht so cool wie heute und von Versöhnung und Hebräisch-Kursen hat man noch kaum gehört.


Das waren anfängliche Versuche, die NS-Vergangenheit aufzuarbeiten. Mittlerweile haben aber die Eliten dieses Landes einen leichteren Weg gefunden: Sie schwören dreimal täglich ihren Beistand für Israel, liefern Waffen und laden das ultra-nationalistische israelische Kabinett zur gemeinsamen Sitzung in Berlin ein. Weg mit Reflexion über historische Kontinuitäten und heutigen Rassismus in Deutschland, immer her mit Israels Sicherheit, Israels Rechte, Israels Sorgen.


Ist das nicht schön? Ein öffentlicher TV-Sender macht eine Serie über die Krupps (!), man fährt weiterhin mit Volkswagen (!), singt ungestört das Deutschlandlied (!) und jubelt dann die „jüdisch-christliche Tradition“ Deutschlands (?!). Ja, Grass hat jahrelang die Tatsache verschwiegen, dass er am Ende des Krieges bei der SS war. Damit verkörpert er mit seiner eigenen Biographie ein Kapitel der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Aber Grass, dem man auf einmal so leicht Antisemitismus vorwirft, ist sicherlich nicht derjenige in diesem Land, der dieses Etikett verdient hat. - Kritische Juden, Jüdinnen und Israelis

 

12.4.2012

Grass hat grundsätzlich recht - Kommentar Der israelische Staat hat die Angst seiner Bürger vor ausländischen Feinden zur Staatsräson erhoben. Damit hat er seine Demokratie geschwächt und die Bedrohung nur verschärft. von Mohssen Massarrat - Günter Grass hat mit seinem Prosagedicht "Was gesagt werden muß" eine wichtige Debatte über Israel angestoßen. Die internationale Gemeinschaft ist reif dafür, die Frage nach der Legitimation von Israels Staatsräson in der Vergangenheit und der Gegenwart zu diskutieren.Der Ausgangspunkt einer zielführenden Diskussion ist das Sicherheitsbedürfnis der israelischen Bevölkerung. Ihre Angst blockiert oft die Suche nach alternativen Lösungen. >>>
 

"Wer Schriftsteller boykottiert, verbrennt am Ende Bücher" - Das Einreiseverbot gegen Günter Grass stößt auch in Israel auf Kritik. Doch viel mehr beschäftigt die Menschen dort, wie mit dem Iran umgegangen werden soll. >>>

 

Ostermarsch 2012 in München - Jürgen Jung spricht das Gedicht von Günter Grass: "Was gesagt werden muss"

 

11.4.2012

Günter Grass reagiert auf Israels Einreiseverbot "Wie bei Minister Mielke" - Günter Grass hat sich erstmals kritisch über das Einreiseverbot geäußert, das die israelische Regierung gegen ihn verhängt hat. In einem kurzen Text mit der Überschrift "Damals wie heute - meine Antwort auf jüngste Beschlüsse" beschreibt der Schriftsteller, dass ihm bisher zweimal die Einreise in ein Land verwehrt worden sei: in die DDR und Ende der achtziger Jahre nach Birma.  >>>



An vielen Orten Deutschlands mahnen die Ostermärsche 2012 - In einer gefährlichen Zeit - Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann - Karin Leukefeld sagt es beim Ostermarsch Rhein-Ruhr deutlich: „Im Wettlauf mit den so genannten ‚sozialen Medien’ feuern herkömmliche Medien – nicht alle, aber zu viele – Konflikte an, anstatt sie zu hinterfragen. Mit einseitiger Berichterstattung, ungeprüften angeblichen Fakten und dem Verschweigen bekannter Tatsachen drängen sie zum Handeln, anstatt Ereignisse transparent zu machen. Medien kontrollieren nicht mehr die politische Macht, sie sind Teil dieses Machtapparats geworden. Sie trommelten zum Krieg gegen Afghanistan. Sie trommelten zum Krieg gegen den Irak. Sie trommelten zum Krieg gegen Libyen, und heute trommeln sie zum Krieg gegen Syrien und gegen Iran.“

Und wenn jemand wirkungsvoll dazwischenfunkt wie Günter Grass, der die Atommacht Israel als eine Gefahr für den Weltfrieden bezeichnet, dann heulen die nahezu gleichgeschalteten Medien auf wie die Hyänen. Und wenn er dabei den Begriff Erstschlag verwendet - in Anspielung darauf, dass es ein atomarer Angriff sein könnte, aber in jedem Fall eine atomare Katastrophe gigantischen Ausmaßes - dann wird er in der Wochenzeitung DIE ZEIT von der Iran-Kriegs-Propagandistin Beate Klarsfeld in die Nähe von Hitler gerückt >>>

 

The disgusting attacks on Gunter Grass: why no sympathy for the Palestinians? - Tariq Ali - Counterpunch - German citizens should ponder the following: it was not the Palestinians who were responsible for the murder of millions of Jews during the Second World War. Yet they, the Palestinians, have become the indirect victims of the Judeocide. Those to whom evil is done, do evil in return to others. So why no sympathy for the Palestinians? >>>
 


Einfach mal den umgedrehten Guttenberg geben. - Warum hat Hellmuth Karasek ein Zitat von Günter Grass gefälscht?
- Martin Forberg  - Vielleicht wollte der Literaturkritiker Hellmuth Karasek einfach mal den umgedrehten Guttenberg geben: Der hatte fremdes geistiges Eigentum als eigenes ausgegeben, Karasek hat dagegen in der Berliner Morgenpost behauptet, dass ein Zitat von Günter Grass sei, was in Wirklichkeit auf seinem eigenen Mist gewachsen ist.

Die Leserinnen und Leser der Berliner Morgenpost konnten sich in diesem Jahr in der Osterausgabe über ein ganzes besonderes Bonus-Ei freuen. Sie brauchten nicht lange zu suchen, es war auf Seite Eins an prominenter Stelle versteckt. Vielleicht hatte die Redaktion auch nur vergessen, das Geschenk wegzuräumen. Denn auch Zeitungsleuten aus dem Springer-Verlag könnte dieses Präsent peinlich sein: der Literaturkritiker Hellmuth Karasek hat in seiner Kolumne "Karasekswoche" ein falsches Zitat untergebracht. Es ging - wieder einmal - um Günter Grass' Gedicht "Was gesagt werden muss". Karasek hat zu etwas ähnlichem wie einer Generalabrechnung angesetzt ("Rache einer Lebenslüge. Hellmuth Karasek über den Sündenfall von Günter Grass" lautete der vielversprechende Titel). Als Krönung aller Vorwürfe "entlarvt" Karasek Grass abschließend als ausgewiesenen Antisemiten. Und das liest sich so: "Er hat den neuen alten Schuldigen gefunden, wie kann es anders sein: die Juden." Schreibt Karasek. Und fährt dann fort: "Als 'Atommacht Israel gefährden sie den ohnehin brüchigen Weltfrieden'". Das soll O-Ton Grass sein - die Anführungszeichen lassen da keinen Zweifel zu. Tatsächlich aber lautet die entsprechende Passage in dem mittlerweile berühmten Gedicht:"Warum sage ich jetzt erst, gealtert und mit letzter Tinte: Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden." Das verräterische "sie" findet sich in dem ganzen Gedicht so wenig wie der (laut Karasek) dazu gehörige Begriff "die Juden". Hätte Grass geschrieben, was ihm Karasek in den Mund legt, dann wäre dies tatsächlich Antisemitismus pur. Hat er aber nicht, sondern Karasek und seine Tinte waren's. Ist der Kritiker also am Ende der heimliche Antisemit? Das ist zwar zunächst eine Spekulation, aber nicht abenteuerlicher als mancher Vorwurf, den Grass-Kritiker in den letzten Tagen formulierten. Karasek schießt dabei den Vogel ab.

Was bringt, veranlasst, treibt Hellmuth Karasek - der laut Weltonline vom 28.02.2012 "neben Reich-Ranicki der zweitbekannteste Literaturkritiker Deutschlands" ist - dazu, ein Zitat des Schriftstellers Günter Grass so eklatant falsch wiederzugeben, ordinär ausgedrückt: zu fälschen? Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder Karasek hat aus seiner Erinnerung ein "Zitat" niedergeschrieben - und das war dummerweise falsch. Diese Variante ist peinlich. Die zweite, wahrscheinlichere Auflösung des Rätsels setzt ein gewisses Maß an krimineller Energie voraus, hat aber für Karasek den Vorteil, dass er weiterhin als ein Autor gilt, der weiß was er tut. Diese Variante lautet: der prominente Publizist hat einfach ganz bewusst eine - fürwahr äußerst plumpe - Fälschung vorgenommen. Wer den Schriftsteller so "nachdichtet", wie Karasek das getan hat, muss die Absicht haben, ihn zu verleumden. Karaseks Retusche macht aber auch schlaglichtartig eine bewusste Anti-Grass-Kampagne sichtbar, für die der Literaturnobelpreisträger die übertriebene Formulierung von einer "fast wie gleichgeschaltete(n) Presse" (http://www.tagesschau.de/inland/grassgedicht112.html) gewählt hat. (Selbstverständlich ist nur ein Teil der Grass-Kritik als Kampagne zu verstehen). Indem nun Karasek durch sein eigenes Handeln die Manipulationen in Sachen Grass als aktive Bastelarbeit an Worten und Wörtern sichtbar macht, hat er - dialektischer als ihm lieb sein kann - selbst einen Beitrag zur Aufklärung geleistet. Er muss zugleich seine Leserinnen und Leser für reichlich unaufmerksam (oder gleich für ausgesprochen blöd) halten, wenn er erwartet, dass sie sich so primitiv täuschen lassen. Noch ein Stück Aufklärung also: diesmal in Sachen Karasek. Und wie steht's nun mit der ersten Möglichkeit, dass Karasek einfach aus dem Gedächtnis und aus Versehen falsch zitiert hat? Das wäre dann "nur" peinlich - und dies gleich mehrfach. Erstens: ein bisschen Recherche beim Verfassen einer sicherlich gut bezahlten Kolumne darf schon sein. Zweitens: dass Karasek, wie einige andere vor ihm, Grass unterstellt, er unterscheide nicht zwischen Juden und Israel, ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass er und seine Mitkritiker dies selbst nicht tun. Das heißt: in ihrer Vorstellung über Jüdinnen und Juden kommen vermutlich bestenfalls jüdische Israelis vor (und selbst das ist wegen ihrer Fixierung auf die politisch-militärische Klasse des Staates Israel fraglich). Jüdische Iraner, Franzosen, Ungarn, Argentinier oder Deutsche geraten in den Hintergrund. Und gerade aufgrund ihrer Israel-Zentriertheit, bleiben die Palästinenserinnen und Palästinenser für diese Kritiker höchstens Schattenwesen. Die solidarische Haltung zu Juden haben die vermeintlich Israelophilen durch die ideologische Verklärung eines Staates ersetzt. Es darf bestritten werden sie, dass sie überhaupt "Israel lieben", also wirklich "israelophil" sind. Die Zuneigung primär zu einem Staat (und bestenfalls an zweiter Stelle zu den Menschen) versetzt grundsätzlich die auf diese Art unkritisch "Liebenden" in eine Narkose oder macht gespaltene Persönlichkeiten aus ihnen - wenn es ganz dumm läuft, auch beides. Immer wieder müssen sie über dunkle Flecken und über die von ihrem vermeintlichen "Liebling" ausgeübte Gewalt hinwegsehen - oder sogleich relativierend tätig werden. Dies mag bei den Israelzentrierten selbst antisemitische Einstellungen im Verborgenen entstehen lassen. Wenn in der alltäglichen politischen Debatte Kritik an der Politik des Staates Israel laut wird, dann stellen israelzentrierte Menschen oft fest, Kritik "dürfe" selbstverständlich sein, aber doch nicht so, wie sie gerade geübt wird.

Die Verklärung (wie auch die Dämonisierung) eines Staates sind pathologische Erscheinungen. Sie treten  an die Stelle des nüchternen, kritischen (das heißt: unterscheidenden) Blickes, der nicht umhin kann, festzustellen, dass die meisten Regierungen im "Nahen Osten" die Menschenrechte verletzen, Israel eingeschlossen. Und dass die imperiale Politik in und gegenüber dieser Region wiederum mit den Menschenrechten nicht vereinbar ist.

Da ist die erste Variante, die bewusste Zitatfälschung für den so Handelnden selbst vielleicht am Ende leichter zu tragen? Einfach mal den umgedrehten Guttenberg geben: Der hatte fremdes geistiges Eigentum als eigenes ausgegeben, Karasek hat dagegen behauptet, dass ein Zitat sei, was in Wirklichkeit auf seinem eigenen Mist gewachsen ist. Guttenberg hat Amt und Titel verloren. Karasek wird aber wohl Kolumnist bleiben, oder? Vielleicht war es am Ende doch ein sorgfältig platziertes Osterei, ein Art Intelligenztest für Leserinnen und Leser der Berliner Morgenpost. Vielleicht ist doch das der Grund, warum Hellmuth Karasek ein Zitat von Günter Grass gefälscht hat.

 

In defense of Gunter Grass - Matthew Rothschild - The Progressive - The controversy over Gunter Grass’s poem about Israel and Iran only confirms what Grass was saying: That it’s impossible to criticize Israel without being lambasted >>>

 

10.3.2012

Alfred Grosser über Kritik an Israel "Grass hat etwas Vernünftiges gesagt" - Interview: Cornelius Pollmer - Der deutsch-französische Publizist Alfred Grosser, Sohn jüdischer Eltern, stellt sich in der Debatte um die Äußerungen von Günter Grass auf die Seite des Schriftstellers. Ein Gespräch über den Verlauf der Diskussion in Deutschland und Frankreich, über Kritik an Israel und "jüdischen Selbsthass". (...) SZ: Herr Grosser, haben Sie überhaupt Lust, sich zu Günter Grass und seinem Text zu äußern? Alfred Grosser: Ja ja, sehr. Ich bin auf Seiten von Grass und das Pro ist in dieser Diskussion doch sehr schweigsam gewesen. Außer in der Zeitung Haaretz, die sich auch fragt: Ist unsere Regierung verrückt geworden? SZ: Warum stehen Sie auf Seiten von Grass? Grosser: Weil er etwas Vernünftiges gesagt hat in seinem sogenannten Gedicht. Es ist natürlich kein Gedicht, aber was darin steht ist doch viel wichtiger als die Form: Die israelische Regierung provoziert. Doch was passiert, wenn sie Iran wirklich angreift und was ist, wenn Iran dann Raketen hat, mit denen er Tel Aviv angreifen kann? Dann ist der Krieg los. SZ: Sachliche Kritik an israelischer Politik ist doch aber kein Tabu, auch nicht in Deutschland. Grosser: Es heißt aber immer sofort, das sei Antisemitismus. >>>


Audio - In einem aus diesem Anlass am 7. April im Deutschlandfunk geführten Gespräch äußerte Dr. Manfred Kock, der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Verständnis und Mitgefühl für die Menschen in Palästina.
Für sie werde es immer schwieriger, ihr Leben zu leben, sie würden zermürbt und kaputt gemacht, sagte Manfred Kock. Die Palästinenser würden zu wenig wahrgenommen in ihrem Leiden.

Solche Worte sind, wie wir in diesen Tagen wieder einmal erfahren, alles andere als selbstverständlich.

Auf die Frage „Was dient dem Frieden?“ äußerte der evangelische Theologe, wie wichtig es sei, „Leute zusammenzubringen, damit sie die Ängste … der anderen Seite wahrnehmen…. Da findet etwas statt, das verstehen hilft. ..Ich kann nicht verstehen, dass man sich wehrt in unserem Land, die Geschichtssicht der jeweiligen anderen Seite durch eine Ausstellung zum Ausdruck zu bringen.“ Damit bezieht sich Herr Kock auf die Ausstellung mit dem Titel „Die Nakba - Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“. Inhalt und Konzeption stammen von Ingrid Rumpf, der Vorsitzenden der Organisation Flüchtlingskinder im Libanon e.V.  FrauenWegeNahost werden die Ausstellung vom 15. bis 23. Juni 20123 im Allerweltshaus in Köln-Ehrenfeld zeigen (Genaue Informationen über Ort und Zeit nächste Woche).

 Wir begrüßen die Äußerungen von Präses Manfred Kock und danken ihm für seine positive Einschätzung der Ausstellung. - Bonn, den 10. April 2012 - Ulrike Vestring, FrauenWegeNahost,  ulrike@vestring.net Wer das Interview mit Manfred Kock hören möchte, hier ist der link:   http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/04/07/dlf_20120407_0718_7496e363.mp3

 

9.3.2012

Friedensaktivisten unterstützen Günter Grass - "Grass hat Tatsachen ins rechte Licht gerückt": Zum Abschluss der traditionellen Ostermärsche sprangen Friedensaktivisten dem Nobelpreisträger bei. Nicht Grass gehöre an den Pranger, hieß es, sondern die Politiker, die die Lage in Nahost eskalieren ließen.  >>>

 

Israelischer Autor Uri Avnery zu Grass-Gedicht "Kritik-Verbot an Israel ist antisemitisch" - Der israelische Autor Uri Avnery nimmt Günter Grass in Schutz: Es sei antisemitisch darauf zu bestehen, dass Israel in Deutschland nicht kritisiert werden dürfe. Das Einreiseverbot für Grass in Israel empört derweil viele deutsche Politiker - dennoch will die SPD künftig auf seine Hilfe im Wahlkampf verzichten. >>>
 


Ostermärsche - Friedensaktivisten unterstützen Günter Grass - "Grass hat Tatsachen ins rechte Licht gerückt": Zum Abschluss der traditionellen Ostermärsche sprangen Friedensaktivisten dem Nobelpreisträger bei. Nicht Grass gehöre an den Pranger, hieß es, sondern die Politiker, die die Lage in Nahost eskalieren ließen. Es ging wie immer gegen Krieg und Waffenexporte, doch in diesem Jahr spielte bei den traditionellen Ostermärschen auch das umstrittene Gedicht von Nobelpreisträger Günter Grass eine zentrale Rolle. In Deutschland liefen am Osterwochenende Tausende bei den traditionellen Kundgebungen mit und demonstrierten für Frieden. Sie prangerten die "Kriegspropaganda" im Westen gegen Iran und Syrien an sowie den nun zehnjährigen Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Es gab etwa 80 Märsche, die durch hundert Städte führten >>>

 

Dokumentation zu "Was gesagt werden muss - Günter Grass" >>>
 

Kommentar: Günter Grass beweist Mut - Rainer Sütfeld - Literaturnobelpreisträger Grass habe die Moralkarte ausgespielt, meint Rainer Sütfeld. Wäre der Anlass nicht so ernst und gefährlich, könnte man sich über den medial perfekt inszenierten Auftritt zweier alter Streithähne auslassen. Günter Grass hat die altbekannte Moralkarte ausgespielt und Henryk M. Broder mit der Antisemitismuskeule geantwortet. Doch sowohl die weltweit verbreitete und "mit letzter Tinte geschriebene" Wortmeldung des Nobelpreisträgers, als auch die reflexartige Reaktion des bekennenden Polemikers, können der Anfang einer lange überfälligen, breiten Diskussion über den Kalten Krieg zwischen Israel und Iran sein. Und sollten es auch >>>

 

Literatur - Israel: Analyse: Der «gute Deutsche» Günter Grass - Selten erregen literarische Texte eine solche Aufmerksamkeit. Mit seiner Israel-Kritik in Versform erzielt Günter Grass ein Medienecho, wie es Intellektuelle in Deutschland schon lange nicht mehr bekam - Immer wieder hat er getrommelt - war das nun ein Schlag zuviel? Mit seinem Gedicht «Was gesagt werden muss» und der Israel-Kritik hat Günter Grass mit 84 Jahren entschieden: «Ich schweige nicht mehr.» Das sagt ein Literaturnobelpreisträger, der sich über mehr als ein halbes Jahrhundert immer wieder zu Wort gemeldet und seinen Namen unter Hunderte Aufrufe und Erklärungen gesetzt hat. Nur zum Verhältnis von Deutschland und Israel schwieg er lang. >>>




Günter Grass' israelkritisches Gedicht - Bin ich Antisemit? - Die Kritik an Günter Grass ist nicht nur ungerecht, sondern eine Schande für die Demokratie. Ein Kommentar. - Sie existiert also immer noch. Die große israelische Angst vor dem Antisemiten im Schafspelz. Die große Paranoia vor antisemitischen Kräften aus dem Ausland. Strömungen, die Gewalt gegen Juden verherrlichen, ja, gar als Resultat aus dem gesunden Menschenverstand deklarieren. Was in diesen Tagen in inländischen und ausländischen Zimmern der Politik und nicht zuletzt in den Medien geschieht, ist eine Hetzjagd gegen die freie Meinungsäußerung, ein Armutszeugnis der Demokratie, eine Schande für den Freiheitsgedanken: Die Debatte um Günter Grass. Ein Königreich dem, der mir erklären kann, was an Grass' Gedicht so offensichtlich antisemitisch sein soll, dass ich es nicht erkenne. >>>
 

 

W.Behr am 9.4.12  Offener Brief - Es herrscht ein schamloser und agressiver Entrüstungswettbewerb bei fast allen, überwiegend zweitrangigen deutschen Intellektuellen und Politikern gegenüber Günter Grass, der aufzeigt, wie sehr Duckmäusertum und Sklavenseele tief in der deutschen Mentalität verankert sind. Man könnte es auch eine geistige Bücherverbrennung nennen. Wenn man die letzten Aussagen des Herrn Graumann vom Zentralrat der Juden richtig deutet, Zitat: „...offenbar hat die Judenfeindschaft der Waffen-SS Grass doch niemals verlassen“, dann erfährt man auch, dass gerade eine Zäsur in Deutschland stattfindet.
Was in den USA schon längst Alltag ist, nämlich die Kontrolle von Wirtschaft, Politik und Medien durch die mächtige nationalzionistische Lobby, findet in Deutschland gerade seine Vollendung.

Herr Graumann hat sich ganz offensichtlich zu einem McCarthy Deutschlands entwickelt, zum hysterischen Antisemitenjäger und zusammen mit seiner Jagdgefährtin Knobloch zu einer Vertretung der faschistoiden Regierung Netanjahu/LIebermann. Und man muss wohl annehmen, dass künftig die deutsche Politik weitgehend von West-Jerusalem aus gestaltet wird. Wem das zu phantastisch klingt, dem möchte ich noch folgendes Zitat mit auf den Weg geben: Ariel Sharon zu Shimon Peres am 3.10.2001:“ Wir, das jüdische Volk, kontrollieren Amerika und die Amerikaner wissen es“. Wissen es die Deutschen?.

 


Wer die Wahrheit nicht kennt ist nur ein Dummkopf. Aber wer sie kennt und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“

aus „Leben des Galilei“ von Bertolt Brecht

 

M. Velten - Vorstandsvorsitzender  Vereinigung der Freunde Palästinas - Sehr geehrter Herr Grass, Sie haben Ihre guten Verse direkt an die Mauern der Wallstreet, die die Welt beherrschen möchte, geschrieben. Nun brechen die Oligarchen und deren Lakaien in Wehgeschrei aus. Das heißt, sehr geehrter Herr Grass, Ihr Hieb hat gesessen. Sie haben allen friedens- und freiheitsliebenden Menschen aus der Seele gesprochen. Danke vielmals und bitte weiter so. Aber seien Sie auf der Hut, Sie stehen Menschen gegenüber, die Skrupel nicht kennen und die vor Rufmord und Gewalt nicht zurück schrecken. M. Velten - Vorstandsvorsitzender  Vereinigung der Freunde Palästinas


 

Einreiseverbot

 Die israelische Regierung gerät im Fall Günter Grass nun selbst unter Druck.

 

Haaretz -  "Hysterisch" sei der Schritt der Regierung in Jerusalem, schreibt die israelische Zeitung "Haaretz".

Israels früherer Botschafter Shimon Stein sagte, die Regierung tue Grass mit ihrem Einreiseverbot den größten Gefallen. "Es lenkt vom eigentlichen, wirklich wichtigen Thema ab:

Uri Avnery kritisierte das Einreiseverbot. "Grass zur Persona non grata zu erklären, ist völliger Blödsinn - schon allein deswegen, weil Günter Grass gar nicht den Plan hat, hierher zu kommen", sagte Avnery der Hannoverschen "Neuen Presse". Im Übrigen sei das Gedicht nicht antisemitisch. "Unnötiger politischer Krawall" "Es ist antisemitisch, darauf zu bestehen, dass Israel in Deutschland nicht kritisiert werden darf", sagte Avnery. Israel wolle mit denselben Maßstäben wie andere Staaten gemessen werden. "Jede Einstellung, die besagt, dass Israel eine Art Sonderbehandlung haben muss, ist antisemitisch",

Moshe Zimmermann wertete das Einreiseverbot als "Versuch von Zensur". Grass habe mit seinem Gedicht der israelischen Politik "die ideale Vorlage" geliefert, um das Bild zu pflegen, Israel sei von Feinden umzingelt. "Die Reaktion aus Jerusalem zeigt, wie groß der Bärendienst ist, den Grass der Sache des Friedens erwiesen hat"

Tom Segev nannte den Schritt des Innenministers "absolut zynisch und albern". Er rücke Israel "in die Nähe fanatischer Regime - wie etwa Iran".

Der außenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Rainer Stinner, kritisierte in der "Süddeutschen Zeitung" den Schritt als "Überreaktion der israelischen Regierung", sagte aber auch, Grass sei nicht in der Lage, die Komplexität der politischen Situation im Nahen Osten zu verstehen.

Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe (SPD), sagte der Tageszeitung "Die Welt", souverän wäre es gewesen, wenn Israel Grass eingeladen hätte, damit dieser seine Vorurteile und Feindbilder anhand der Wirklichkeit überprüfen könne. Zugleich griff Robbe Grass' Gedicht scharf an: "Dieses Machwerk ist das eines alten Mannes, der offensichtlich unter Realitätsverlust leidet."

Klaus Ernst  -  Zur Versachlichung der Debatte forderte der Linken-Vorsitzende Klaus Ernst auf und bezeichnete das Einreiseverbot in der Mittelbayerischen Zeitung als "absurd". Zwar sei die Politik der iranischen Führung inakzeptabel und gefährlich - es gebe aber kein Recht eines Staates auf einen Erstschlag.

Vorsitzende der Jungen Union (JU), der CDU-Politiker Philipp Mißfelder, forderte Grass im "Tagesspiegel" dagegen auf, sich für seine Kritik an Israel zu entschuldigen.

Zustimmung erhielt Grass für sein Gedicht auf den traditionellen Ostermärschen. Auf den Kundgebungen habe es viel Rückendeckung für dessen Haltung gegeben, wonach es kein Recht auf präventive Militärangriffe gebe, teilten die Organisatoren mit. Dass Israel gegen Grass ein Einreiseverbot verhängt habe, sei ein "unmögliches Verfahren", sagte der Sprecher der Infostelle Ostermarsch, Willi van Ooyen.

 

Der jüdische Publizist Ralph Giordano verteidigte dagegen das Einreiseverbot. Er könne "die Regierung Netanjahu absolut verstehen", sagte Giordano der "Frankfurter Rundschau". Giordano begründete seine Ansicht mit der existentiellen Not, in der sich Israel angesichts der von Iran ausgehenden Bedrohung befinde.

Michael Wolffsohn verteidigte den Beschluss aus Jerusalem. "Ich begrüße die Entscheidung der ansonsten auch von mir in vielen Punkten kritisierten Regierung Israels. Hier geht es nicht um den Innen- oder Premierminister, sondern ums Grundsätzliche. Ein Ex-SS-Mann ist keine moralische Instanz, schon gar nicht gegenüber den Opfer-Nachfahren",

Thierse warnt davor, Grass zum Antisemiten zu erklären In der Debatte um künftige Wahlkampfauftritte von Grass für die SPD hat Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse vor voreiligen Schritten gewarnt. "Ich halte nichts davon, dass die SPD nun gewissermaßen wie der Staat Israel Günter Grass zur Persona non grata erklärt" (...) "Man soll mit ihm in der Sache streiten, seine Urteile kritisieren, aber ihn nicht als Person diskreditieren", sagte Thierse. (...) Thierse fügte hinzu: "Wenn man Günter Grass wegen dieser einseitigen kritischen Position zum Antisemiten macht, dann ist das fatal." Dadurch entstehe der Eindruck, "Deutsche höheren oder mittleren Alters könnten dem Antisemitismus niemals entrinnen". Zudem werde das Vorurteil bestätigt, "dass Kritik an Israel ganz schnell des Antisemitismus verdächtig ist".
 


Der außenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Rainer Stinner -  "Grass ist Schriftsteller. Politisch habe ich Grass schon immer für einen Trottel gehalten. Seine Äußerungen haben das ein weiteres Mal bestätigt", sagte Stinner. Grass sei nicht in der Lage, die Komplexität der politischen Situation im Nahen Osten zu verstehen.


Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Christian Lange - SPD-Politiker lehnen Wahlkampfhilfe von Grass ab - Seit Jahrzehnten macht Günter Grass Wahlkampf für die Genossen. Nach dem Streit um dessen Israel-Gedicht wollen SPD-Politiker künftig allerdings auf die Hilfe des Schriftstellers verzichten. "Seine Zeit ist einfach vorbei" (...) sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Christian Lange, der Zeitung "Die Welt >>>

 

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Renate Künast, sagte, sie finde es schade, dass Israel so reagiert habe: "Am Ende reden alle über das Einreiseverbot und nicht mehr über den Inhalt von Grass."



Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Gernot Erler
nannte das Einreiseverbot im Berliner "Tagesspiegel" falsch und kontraproduktiv.



Jan van Aken.
Von einem "mittelalterlichen Bann" sprach der außenpolitische Sprecher der Linke-Bundestagsfraktion, Jan van Aken.

 

 

8.3.2012

 

Einreiseverbot wegen Gedicht - Wie Grass Israels Rechte bedient hat - Ein Gastbeitrag von Moshe Zimmermann - Grass hat Israels Regierung eine Steilvorlage geliefert - um von den wirklich wichtigen Debatten abzulenken. Das Einreiseverbot für den Dichter ist absurd. Die Auseinandersetzung muss im Feuilleton stattfinden. Nicht in der Politik.  (...) Es ist eine politische Maßnahme, die überhaupt keinen praktischen Effekt haben wird. Grass ist 84 Jahre alt und er will sowieso nicht nach Israel kommen. Das hat er schon vor 40 Jahren entschieden, als er bei einem Besuch im Land mit Tomaten beworfen wurde.  >>>

 


Israels Ex-Botschafter kritisiert Einreiseverbot für Grass - Avi Primor - Der frühere israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, hat das von der israelischen Regierung gegen Günther Grass verhängte Einreiseverbot kritisiert. Die von Innenminister Eli Jischai verhängte Maßnahme gegen den Literaturnobelpreisträger sei übertrieben und populistisch, sagte er am Sonntagabend in den ARD-„Tagesthemen“. „Ich glaube, dass der Innenminister gar nichts von Deutschland versteht. >>>
 

 

Einreiseverbot für Grass - "Damit rückt Israel sich in die Nähe Irans" - Günter Grass darf nach einem Beschluss der Regierung in Jerusalem nicht mehr nach Israel reisen. Ein alberner und zynischer Beschluss, kritisiert der israelische Historiker Tom Segev. Im Interview spricht Segev über Zensur - und Grass' Umgang mit seinem umstrittenen Gedicht. >>>

 

Das von Israel verhängte Einreiseverbot gegen den Literaturnobelpreisträger Günter Grass stößt in Deutschland auf Kritik. „Die Reaktion der israelischen Regierung ist unangemessen und wird dem Thema nicht gerecht“, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, dem „Handelsblatt online“. Nötig sei eine sachliche Auseinandersetzung mit den Thesen von Grass.

 

Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, hält das Einreiseverbot für überzogen und falsch. „Das ist unsouverän und demokratisch nicht klug. Ich hoffe, dass man das noch einmal überdenkt.“


 

Günter Grass: „Atommacht Israel gefährdet den Frieden“  - Izzeddin Musa - Es erscheint, die Menschheit driftet seit langem, von einer Tugend, immer mehr ab. „Die Macht der Sprache“ wird vernachlässigt und  gerät zusehends in Vergessenheit. Stattdessen drängt sich, in unserer heutigen Zeit, eine „Untugend“ auf. Statt die Macht des Wortes, zum verhandeln und zum Dialog, um Konflikte zu lösen, lässt man nur noch die Macht der Muskeln, der Waffen und der Drohungen, eine verheerende Unsprache, zu Wort kommen. Günter Grass, ein begnadeter Literat und Lyriker, wenn nicht er, wer sonst kann die Macht der Sprache verhelfen, wieder zur Geltung zu kommen, um auf eine missliche Situation hinzuweisen? Der Nobelpreisträger hat, mit seinem Gedicht, die Finger in die offene Wunde getan und traf damit ins Schwarze, eben Mitten ins Herz der Lobbyistenmeute. Deshalb attackierte die Horde den Literaten kopflos und willkürlich an.  >>>
 

 

Schweizer Schriftsteller sehen im Gedicht über Israel keine antisemitischen Aussagen. - Für sein Gedicht über Israel wird Günter Grass in Deutschland einhellig verurteilt und als Antisemit beschimpft. Jetzt erhält Grass Unterstützung aus der Schweiz. Für den Schriftsteller Adolf Muschg ist der Antisemitismus-Vorwurf gegen seinen deutschen Kollegen Günter Grass «so absurd unbillig und unverhältnismässig, dass man über die fast geschlossene Front gegen den Autor nur staunen kann». Das schreibt Muschg in einem Essay für den «Sonntag» und ist damit der erste international renommierte Schriftsteller, der sich auf die Seite von Günter Grass schlägt. Seine Kritiker würden Grass «für etwas geisseln, was er nicht geschrieben hat; sie verurteilen ihn, dass er geschrieben hat; sie strafen ihn dafür ab, dass er ist, und dass er auch noch Grass ist». Grass wird die Kompetenz abgestritten, Kritik an Israel zu üben. «Warum», fragt Muschg, «drückt sich die deutschsprachige Reaktion fast einhellig vor der Frage, ob sich diese Kritik denn erledigt hat? Und womit hat ein Autor wie Grass das Recht verwirkt, sich weltbürgerlich zu äussern? Warum begnügt man sich damit, seinen ernst gemeinten Beitrag indiskutabel zu finden?» «Das dröhnende Schweigen» zeige, «dass die Selbstgefälligkeit nicht nur auf seiner Seite» sei. Andere Schweizer Autoren wie Klaus Merz und Lukas Bärfuss üben zwar auch Kritik am umstrittenen Gedicht, sehen Grass aber nicht als Antisemiten. >>>

Hier das Essay von Adolf Muschg im Wort: Nicht diese Töne - Günter Graß` Gedicht verzichtet auf Mehrdeutigkeit, es ist also eigentlich gar kein Gedicht, und der Hinweis, er habe schon bessere geschrieben, darf gleich entfallen. Es ist schlecht oder recht ein Manifest, mahnend und warnend, gegen die Anwendung von Gewalt mit Katastrophenpotential, gerichtet an Israel, dem sich der Verfasser kritisch verbunden fühlt. An dem, was er sagt, mag noch so viel Wahres sein: daß es nicht die ganze Wahrheit sei, wird ihm jetzt unerbittlich vorgerechnet. >>>

 

Tageschau - Einreiseverbot Grass >>>
 


Israelis can be angry with Gunter Grass, but they must listen to him - After we denounce the exaggeration, after we shake off the unjustified part of the charge, we must listen to the condemnation of these great people. - Gideon Levy - The harsh, and in some parts infuriating, poem by Gunter Grass of course immediately sparked a wave of vilifications against it and mainly against its author. Grass indeed went a few steps too far (and too mendaciously ) - Israel will not destroy the Iranian people - and for that he will be punished, in his own country and in Israel. But in precisely the same way the poem's nine stanzas lost a sense of proportion in terms of their judgment of Israel, so too the angry responses to it suffer from exaggeration. >>>

 

„Antisemitismus-Debatte“ im Deutschen Bundestag -  Nach der „antisemitischen“ Attacke des Schriftstellers Günter Grass gegen die verbrecherische und friedengefährende  Politik Israels ist die nächste Eskalationsstufe erreicht: Grass erhält Einreisverbot! in den zionistischen Gottesstaat Israel Bravo, kann man da nur sagen. Grass kann nach Nord-Korea, Iran, Simbabwe und Saudi-Arabien ohne Probleme einreisen, nur nicht in das pseudo "jüdisch und demokratische" Israel. Yesheyahu Leibowitz hatte einmal die israelischen Besatzungstruppen als "judeo-nazis" bezeichnet. Diese Bezeichnung trifft auf den zionistisch-faschictischen Staat Israel under dem Netanyahu-Libermann-Regime perfekt zu.

Aber der Deutsche Bundestag sollte wichtigeres zu tun haben, als sich über das Einreiseverbot für Grass aufzuregen. Eine erneute aktuelle Stunde zum "Antisemitismus" von Günter Grass ist wesentlich dringender. Es gilt, erneut dem antisemitischen Phantom in der BRD nachzujagen. Beantragten sollte dieser anschwellende Bocksgesang  die Frontfrau der Linkspartei Petra Pau, die die „gute“ Vorzeigefigur der Israellobby in der ansonsten verschmähten Partei „Die Linke“ ist.

Dieses Mal sollten aber nicht die von Ahnungslosigkeit gesegneten hochbezahlten Abgeordneten auftreten, was die Peinlichkeit die Krone aufsetzen würde. Dieses Mal ist der „Hohe Rat“ der Holocaust-Industrie aus den USA und der BRD gefordert. Als erster Redner muss der „Hohe Priester“ dieses Industrieunternehmens, Elie Wiesel, zu Wort kommen. Gefolgt von Ralph Giordano, Marcel Reich-Ranicki und Charlotte Knobloch, bevor dann die die zweite Garde der aggressiven zionistischen Muppetshow von den Graumännern über den islamophoben Hassprediger Henryk M. Broder zu den anderen Dunkelmännern fortgesetzt werden sollte. Den Deutschen würde seit Jahren das beste, unterhaltsamste und kostenloseste politische Kabarett geboten werden, das sie sich aber selber finanzieren müssen, plus Gage und Spesen für die Rentner und Rentnerin natürlich.

Damit das deutsche Judentum nicht völlig der Lächerlichkeit preisgegeben werden will, sollten auch Abraham Melzer, Felicia Langer und Evelyn Hecht-Galinski als Redner auftreten dürfen, da sonst diese Debatte die beste Munition für die Zunahme des „Antisemitismus“ in der BRD werden würde. Aber vielleicht sind daran gerade die rassistischen Zionisten interessiert, weil  ihre rassistische Ideologie ohne den eingebildeten Antisemitismus verloren wäre, wegen ihres menschenverachtenden Inhalts. Also mit vereinten Kräften auf zur Bekämpfung des „Antisemitismus“ in der Schaubude der westdeutschen Demokratie unter der Regie des "Hohen Rates" der Holocaust-Würdenträger. W. Frankenberg, 8.4.12

 


Ein englischer Muttersprachler im Palästinakomitee Stuttgart war nicht so recht zufrieden mit der Übersetzung des Grass-Gedichts im Guardian, da zum Teil Missverständnisse provoziert werden könnten. Er hat daher eine weitere angefertigt, die sehr klar die Inhalte in die englische Sprache bringt. (...) Herzliche Grüße Verena Rajab, Palästinakomitee Stuttgart >>>
 

Dokumentation zu "Was gesagt werden muss - Günter Grass" >>>


Oft geübt und angewandt versucht man aus legitimer, notwendiger Kritik  einen neuen Antisemitismusbrei anzurühren.
Der Skandal ist nicht das Gedicht von Günter Grass sondern sind die Zustände in Palästina.
 

Die israelische Regierung legt nach: Der Schriftsteller Günter Grass sei ein "antisemitischer Mensch", erklärte Innenminister Jischai (...) Man müsse Grass nun eigentlich den Literaturnobelpreis aberkennen, so Jischai weiter im israelischen Rundfunk. Der von orientalischen Juden abstammende Politiker verglich Grass' Äußerungen mit der antisemitischen Hetze, die letztlich zum Holocaust geführt habe. >>>

Innenminister Eli Jischai von der strengreligiösen Schas-Partei Grass zur Persona non grata erklärt. Nach Angaben seines Sprechers sagte er, das Gedicht von Grass habe darauf abgezielt, „das Feuer des Hasses auf den Staat Israel und das Volk Israel anzufachen“. Grass wolle so „die Idee weiterbringen, die er früher mit dem Tragen der SS-Uniform offen unterstützt hat“. Außerdem erklärte Jischai: „Wenn Günter Grass weiter seine verqueren und lügnerischen Werke verbreiten will, sollte er dies vom Iran aus tun, dort kann er sicher ein begeistertes Publikum finden.“

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman kritisierte Grass nach Rundfunkangaben ebenfalls scharf. Bei einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti habe er gesagt, die Äußerungen von Grass seien ein Ausdruck des Zynismus. Intellektuelle wie er seien bereit, „Juden auf dem Altar der Antisemiten zu opfern“.

Geisteskranke Zitate von Henryk M. Broder: "Während Grass pünktlich zu Ostern mit einer Ritualmordlegende um die Ecke kommt" - "Und „wenn’s Judenblut vom Messer spritzt“, dann gehts Jakob und seinen Brüdern gleich “nochmal so gut”, dann haben sie ihren Judenknacks endlich überwunden." >>>
 

Dokumentation zu "Was gesagt werden muss - Günter Grass" >>>

 


7.4.2012
 

 

Voten sie - Die Israel-Thesen von Günther Grass sind ... >>>
(Financial Times)


Was auch noch gesagt werden muss! - Intellektuelle melden sich in Hintergrund zu Wort. Kommentare zur Grass-Debatte von Moshe Zuckermann, Noam Chomsky, Domenico Losurdo, Rolf Verleger, Ekkehart Krippendorff und Norman Paech
- Redaktion Hintergrund -
Am Mittwoch, den 4. April, veröffentlichte Günter Grass sein Gedicht „Was gesagt werden muss“. Noch am gleichen Tag setzte ein medialer Amoklauf gegen den Literaturnobelpreisträger ein. Vergessen schien Grass' Regierungstreue, die noch vor über zehn Jahren in seiner Unterstützung der rot-grünen Koalition bei deren Beteiligung am Krieg gegen Jugoslawien gipfelte, vergessen seine Nähe zu dem großen Wegbereiter des Neoliberalismus, Gerhard Schröder. Grass, einst des Kanzlers Liebling, gehätschelt von der SPD und den etablierten Medien, hatte ein Tabu gebrochen.
Plötzlich waren sich fast alle – egal welcher politischer Couleur – einig: Grass hat mit dem Text nicht nur den Bogen überspannt, er hat vielmehr ein hasserfülltes, antisemitisches Pamphlet verfasst. Kritik an Israels Politik ist unerwünscht, und wer es wagt, vor der Kriegsgefahr durch Netanjahu und Barak zu warnen, sieht sich in Deutschland einem Frontalangriff ausgesetzt. Beate Klarsfeld, Präsidentschaftskandidatin der Partei Die Linke, verstieg sich sogar zu einem Vergleich Günter Grass’ mit Hitler. Sie zitierte aus einer Drohrede, die Hitler 1939 gegen „das internationale Finanzjudentum“ gehalten hat und erklärte, wenn man den Ausdruck „das internationale Finanzjudentum“ durch „Israel“ ersetze, „dann werden wir von dem Blechtrommelspieler (Anm.: gemeint ist Grass) die gleiche antisemitische Musik hören“. Dass mit diesem Trommelfeuer an den Haaren herbeigezogener NS-Vergleiche letztlich die Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft verhöhnt werden, ficht die moralisierenden Meinungsmacher aus Medien, Politik und Gesellschaft nicht an.
Hintergrund möchte diesem Unisono der Affirmation schwarz-gelber Außenpolitik und des „War on Terror“ die Stimmen ausgewiesener Ideologiekritiker entgegensetzen. „Was halten Sie von dem Grass-Gedicht und seiner Rezeption in Deutschland“, fragten wir namhafte Intellektuelle aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Literatur und Kunst. Die ersten Antworten sind eingegangen, weitere werden folgen. >>>


 


Kooperation für den Frieden -  An die Presse - (pdf) Bonn, den 07/04/2012  -  (...)
Günter Grass hat vor Krieg gewarnt, Israel als eine Gefahr für den Weltfrieden bezeichnet. Wir hätten auch die USA, die Erfinderin der Achse des Bösen, genannt, aber auch die vielen arabischen und islamischen Staaten, die mit der Kalaschnikow oder der G 36 spielen und aktuelle Konflikte anheizen. Deutschland, das in Konfliktzonen Waffen liefert.

Wir hätten noch auf die Gewaltsucht vieler herrschender Kräfte gedeutet, auf ihre Unfähigkeit, ja sogar Unwilligkeit, Frieden zu stiften. Wir hätten auf die vielen Industrien des Todes verwiesen und auf ihre glänzenden Geschäfte. Wir vergessen auch nicht die Produzenten der Verklärung von Krieg: Humanitäre Interventionen mit etwa 50 000 Toten in Libyen! Und auch nicht die Umarmungen aller getreuen Diktatoren durch die westlichen demokratischen Regierungen.

Schlammschlachten zur Abwehr der Lyrik von Günter Grass, über seine SS-Zugehörigkeit als 17-jähriger Jugendlicher, sein angeblich gestörtes Verhältnis zu Israel oder gar zu dem Versmaß seines Gedichtes sollen von seiner Botschaft ablenken, die lautet: Keine Politik, die zu einem Krieg im Iran-Konflikt führen kann! Wir aus Friedensbewegung und Friedensforschung fordern zum großen Wettbewerb auf um eine friedliche Lösung, um einen Nichtangriffspakt zwischen den Kontrahenten, um Kontrolle der nuklearen Bestrebungen durch die IAEA, und die folgende Aufhebung aller Sanktionen, um die Schaffung einer atomwaffenfreien Zone in Mittel- und Nahost, um die Eröffnung eines regionalen Dialogs für Sicherheit und Zusammenarbeit zur Entfaltung von Vertrauen und zum Abbau der Konfrontation zugunsten von Kooperation der Völker und Staaten. Deutschland könnte dazu beitragen. Günter Grass hat dazu beigetragen, diese Aufgabe wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Danke! >>>


 

Ostermarschierer: Weil Grass Recht hat ... - Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag - Kassel, 6. April 2012 - Zu der medialen Aufregung um Günter Grass erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in einer ersten Stellungnahme: Selten ist ein Literaturnobelpreisträger von den Medien und der herrschenden Politik so schlecht behandelt worden wie Günter Grass nach Veröffentlichung seines Poems "Was gesagt werden muss". Darin rückt Grass ein paar Tatsachen ins rechte Licht, die hier zu Lande nur zu gern verschwiegen werden:
 

  • dass nicht der Iran, sondern Israel über Atomwaffen verfügt und somit in der Lage ist, den Iran zu vernichten;
     

  • dass nicht Iran, sondern Israel dem Atomwaffensperrvertrag nicht beigetreten ist und keinerlei internationale Kontrolle über sein Atomprogramm zulässt;
     

  • dass Deutschland mit der Lieferung eines weiteren Atom-U-Boots an Israel sich zum Beihelfer eines möglichen Präventivkrieges gegen Iran machen würde;
     

  • dass von der realen Atommacht Israel eine Gefahr für den "brüchigen Weltfrieden" ausgeht;
     

  • dass die Politik des Westens gegenüber Iran und Israel von Heuchelei geprägt ist; und
     

  • dass, wer Israels Politik kritisiert, all zu leicht unter das Verdikt des "Antisemitismus" fällt.

Den Beweis dafür lieferten postwendend die abfälligen bis geifernden und "empörten" Verrisse, die sich Grass gefallen lassen musste: Der notorische Islamhasser Henrik Broder beschimpfte Grass als "Prototyp des gebildeten Antisemiten", Micha Brumlik meint in einem taz-Kommentar, "der Grass von 2012" sei noch "schlimmer als ein Antisemit", und die israelische Botschaft in Berlin stellt Grass in eine Traditionslinie des europäischen Antisemitismus, der die Juden regelmäßig vor dem Pessach-Fest des "Ritualmords" angeklagt habe. Und die "Bild"-Zeitung titelt in bekannter Manier: "Irres Gedicht gegen Israel".   

Der Bundesausschuss Friedensratschlag findet nichts Irres und keine Spur von Antisemitismus in dem Gedicht von Grass. Und da es in keinem der ablehnenden Kommentare um eine literarische Bewertung des Textes geht, sondern nur um dessen politische Aussage, wollen wir dieser ausdrücklich zustimmen. Die an diesem Wochenende stattfindenden Ostermärsche der Friedensbewegung sind dankbar für die klaren Worte des Nobelpreisträgers - auch wenn er womöglich bei seinem Gedicht nicht an die Friedensbewegung gedacht hat. Grass Thesen decken sich mit den Forderungen der Ostermarschierer, etwa wenn es in der Erklärung des "Friedensratschlags" heißt: "Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen in die Staaten des Nahen und Mittleren Ostens; dies schließt Schützenpanzer in die Vereinigten Emirate genauso ein wie Kampfpanzer nach Saudi-Arabien oder U-Boote nach Israel."  - Für den Bundesausschuss Friedensratschlag: Peter Strutynski (Sprecher)

 

Israel vs. Iran - Wie in 'Des Kaisers neue Kleider': Warum Grass recht hat - Uwe-Jürgen Ness - Es ist ein wenig wie in dem Märchen Des Kaisers neue Kleider[1], in dem ein Kind das ausspricht, was eigentlich alle wissen, aber aus untertänigem Gehorsam gegenüber dem Monarchen und aus Staatsräson verschweigen: Der Kaiser ist nackt. Was im Märchen das Kind aus infantiler Unbedarftheit tut, macht in unserem Fall der gealterte Schriftsteller. Und so wie Franz Kafkas "Mann vom Lande"[2] nach lebenslangem Warten vor dem Gesetz wieder "kindisch" (=natürlich unbefangen) wird, nachdem er endlich den "Glanz, der unverlöschlich aus der Türe des Gesetzes bricht"[3], gesehen hat und ihm schlussendlich die entscheidende Einsicht gewährt wird, so schreibt Günter Grass mit "letzter Tinte"[4], was offensichtlich ist: Der Iran hat keine Atombombe. - Kriegslüge auf Vorrat - Vor einigen Wochen schrieb das Online-Satire-Magazin Der Postillion: "Iran feiert, seit 20 Jahren kurz vor Fertigstellung von Atombombe[n] zu stehen >>>
 

 

Oft geübt und angewandt versuchen bekannte Namen und Gruppierungen aus legitimer, notwendiger Kritik
 einen neuen Antisemitismusbrei anzurühren.

 

Die Liste der Grass-Gegner wird um einen bedeutenden Namen länger: Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki bezeichnete dessen Israel-Gedicht als ekelhaft, es sei politisch und literarisch wertlos. "Das ist eine Gemeinheit, so etwas zu publizieren." >>>

Israel-kritischer Text - Reich-Ranicki brandmarkt Grass' Gedicht als "ekelhaft" - Der Literaturkritiker und der Schriftsteller haben sich schon manchen verbalen Schlagabtausch geliefert. Reich-Ranicki zerreißt das Israel-kritische Werk von Grass in der Luft. >>>

 

Grass-Denkmal in Göttingen beschmiert - Unbekannte haben auf dem Campus der Göttinger Universität ein von dem Schriftsteller Günter Grass entworfenes und gestiftetes Denkmal beschmiert. Auf dem Sockel der rund zwei Meter hohen Skulptur hinterließen sie mit braunroter Farbe den Spruch „SS! Günni Halts Maul“. >>>
 

Weitere bewusste MIssversteher >>>

 


6.4.2012


 

Felicia Langer - Offener Brief an Günter Grass

Sehr geehrter , lieber Günter Grass, wir, Felicia und Mieciu Langer befürworten Ihr mahnendes Anti Kriegs Gedicht, mit Recht als ein Aufschrei in der S.Z. ( 4.4.2012 ) bezeichnet .

Wir bewundern Ihre Zivilcourage gegen die allgemeine Verlogenheit, was die israelische Politik betrifft. Wir haben die israelische und die deutsche Staatsbürgerschaft und leben seit 22 Jahre in Deutschland. Ich bin eine Trägerin des Alternativen Nobelpreises, 1990 für mein Lebenswerk , als israelische Anwältin die die palästinensische Gefangene in den Besetzten Gebieten vertreten hat. Im Jahre 2009 habe ich das Bundesverdienstkreuz 1-e Klasse bekommen.

Ich habe eine schreckliche Verleumdung - Kampagne gegen mich gerichtet durch israelische Lobby in Deutschland und teilweise in Israel, erlebt.

Ich kann mir gut vorstellen mit aller Bescheidenheit , was Sie jetzt empfinden und es tut mir sehr, sehr Leid.

Mieciu, mein Mann ist Holocaustüberlebender, der in 5 Nazilager inhaftiert war und der einzige der Familie der überlebt hat.

Wir sind empört über die Verleumdungskampagne die gegen Sie zur Zeit geführt wird. Wir solidarisieren uns völlig mit Ihnen, und wünschen Ihnen das Beste.

! Soll diese Ihre gesegnete Tinte nie austrocknen. !

Herzlichst Felicia und Mieciu Langer   -   Tübingen 6.4.2012


Jagdaktion gegen Felicia Langer >>>

 

 
 

 

Debattenbeitrag zu Günter Grass - Es musste gesagt werden - Ein Debattenbeitrag von Jakob Augstein - Mit seinem Gedicht "Was gesagt werden muss" liegt Günter Grass richtig: Er holt Deutschland aus dem Schatten der Worte von Kanzlerin Merkel, die Sicherheit Israels gehöre zur deutschen "Staatsräson". Und der Schriftsteller kritisiert zu Recht, dass Israel der Welt eine Logik des Ultimatums aufdrängt. Ein großes Gedicht ist das nicht. Und eine brillante politische Analyse ist es auch nicht. Aber die knappen Zeilen, die Günter Grass unter der Überschrift "Was gesagt werden muss" veröffentlicht hat, werden einmal zu seinen wirkmächtigsten Worten zählen. Sie bezeichnen eine Zäsur. Es ist dieser eine Satz, hinter den wir künftig nicht mehr zurückkommen: "Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden." Dieser Satz hat einen Aufschrei ausgelöst. Weil er richtig ist. Und weil ein Deutscher ihn sagt, ein Schriftsteller, ein Nobelpreisträger, weil Günter Grass ihn sagt. Darin liegt ein Einschnitt. Dafür muss man Grass danken. Er hat es auf sich genommen, diesen Satz für uns alle auszusprechen. Ein überfälliges Gespräch hat begonnen. Es ist ein Gespräch über Israel. >>>

 

Friedensnobelpreis für Günter Grass? - Dr. Ludwig Watzal - Die politisch-mediale Schlammschlacht, die im Nachklapp zum Prosagedicht des Großschriftstellers Günter Grass die Bundesrepublik Deutschland überrollt, sagt viel über die psychische Verfasstheit der deutschen Meinungsbildungselite aus, die sich über einen Satz, der bereits durch eine Umfrage der Europäischen Union im Jahr 2003 von zirka zwei Dritteln der Deutschen und anderen Europäern bejaht worden ist, echauffiert. Damals wurde bereits Israel als die größte Gefahr für den Weltfrieden dicht gefolgt von Iran, Nord-Korea und den USA umfragefest gemacht. Wie es sich gehörte, distanzierte sich die EU-Kommission flugs von den Ergebnissen ihrer in Auftrag gegebenen eigenen Untersuchung. Neben diesem provokanten Satz findet sich eigentlich kein einziges Faktum über die behauptete „existentielle Bedrohung“ Israels durch Iran in dem Polit-Gedicht. Lag also Grass mit seiner Quasi-Frage: „Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden?“ fast zehn Jahre nach der EU-Umfrage gar nicht so daneben, wenn man sich die hysterischen Reaktionen vor Augen führt, die einige schwammige Aussagen und dieser Aussagesatz ausgelöst haben? Nicht Israel gehört auf die Couch, wie einst ein Buchtitel von Ofer Grosbard für die Israelis meinte feststellten zu müssen. Wäre nicht eine solche Therapie auch für Deutsche angebracht?  >>>


 

Das Grass-Gedicht: Wo ist die deutsche Friedensbewegung? Wo die deutsche Linke? - Niema Movassat - Ich möchte Günter Grass danken. Danken für sein aufrüttelndes Gedicht. Danken für seine klaren Worte. Danken für seinen Mut, zu sagen, was man sagen muss. Wir stehen vor einem neuen Krieg im Nahen Osten. Einem Krieg, der alles, was bisher in der Region passiert ist, in den Schatten stellen kann. Man hatte das Gefühl, die Mahner in diesem Land sind verstummt, die deutschen Medien seit Jugoslawien 1999 auf Krieg geprobt. Dann kam Grass und mahnte – und ein Tagesschau-Kommentar kritisierte die „meinungspolizeilichen Maßnahmen“ gegen ihn. Ein Schimmer Hoffnung keimt auf. Die Hoffnung, Widerstand gegen den drohenden Krieg entwickeln zu können und eine breite Öffentlichkeit gegen den Krieg zu erreichen und zu organisieren. Es ist an der deutschen Friedensbewegung und der deutschen Linken nun in die Offensive zu gehen. Grass hat es geschafft, der herrschenden deutschen Politik einen gewaltigen Strich durch die Rechnung zu machen. Diese hoffte, schweigen zu können über das, was demnächst passieren könnte – nämlich ein verheerender Krieg im Nahen Osten. Sie hat gehofft, verschweigen zu können, dass es ihre Waffen sein werden, die dabei zum Einsatz kommen werden, so v.a. ihre atomar gerüsteten U-Boote. >>>
 

 

Grass - Gedicht zum Krieg - Vom schrecklichen Unrecht Recht zu haben - U. Gellermann - Da meldet sich einer von den deutschen Intellektuellen aus tiefer Sorge. Da sieht er einen Krieg auf die Welt zukommen, der mehr sein kann als einer zwischen Israel und dem Iran, da fürchtet er das Deutschland, dem er sein Leben und seine Literatur gewidmet hat, könnte diesen Krieg mit der Lieferung von U-Booten befördern. Aus diesen Befürchtungen heraus schreibt er ein Gedicht und lässt die Welt davon wissen. Und dann erhält er ein Echo aus dem Land. Natürlich ist es der furchtbare Journalist Henryk Broder, dem die platteste Schlagzeile entgleitet: „Günter Grass – Nicht ganz dicht, aber ein Dichter“ schreibt er in der „Welt“ und nennt den Mann, der bisher allen als Freund Israels galt, einen Antisemiten. Widerlich in seinem Wüten gebärdet sich der israelische Botschafter, der den Dichter mit denen vergleicht, die den vorgeblich jüdischen Ritualmord an christlichen Kindern erfunden haben. >>>

 

Günter Grass im blinden Fleck des deutschen Imperialismus (SB) - Als Günter Grass den Überfall der NATO auf Jugoslawien guthieß, war die Welt noch in Ordnung. Die Fürsprache des angesehenen Schriftstellers für den humanitären Interventionismus war Balsam für die damals noch "brennenden" rot-grünen Seelen. Heute, da die Rauchschwaden über der Asche am realpolitischen Vollzug entzündeter Gemüter längst verweht sind und rot-grüne Politiker die schwarz-gelbe Bundesregierung in Sachen Bellizismus rechts überholen, herrscht nicht einmal mehr Bedarf an affirmativen Intellektuellen. Wer wollte noch ins Horn gegen den Iran erhobener Kriegsdrohungen stoßen, wenn dies im Grundton einer Freiheitslyrik erfolgt, mit der sich die Gauck und Broder schmücken? Wer wollte sich entblöden, durch das Heulen mit einer Meute, die Widerspruch nicht sanktionieren muß, weil er auf Höhe ihres Hegemonialanspruchs nicht existiert, die eigene Bedeutung so inflationär zu entwerten, daß sie im Schatten der Nichtbeachtung immer noch besser aufgehoben ist? Um so greller ist das Schlaglicht, in das ein prominenter Name wie der von Günter Grass getaucht wird >>>



Nach Debatte um sein Gedicht Grass präzisiert Kritik an Israel - Heribert Prantl - Nicht das Land Israel, sondern allein die Regierung Netanjahu habe er kritisieren wollen: Im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" erklärt Günter Grass, dass er sein Israel-Gedicht jetzt anders fassen würde. Die Kritik an seiner Person treffe ihn - besonders der "kränkende und pauschale Vorwurf des Antisemitismus". Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat sich gegen Angriffe wegen seines umstrittenen Israel-Gedichts verteidigt und zugleich beteuert, er würde es jetzt anders schreiben. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte Grass am Karfreitag, er würde nun seine Kritik präziser formulieren: "Ich würde den pauschalen Begriff 'Israel' vermeiden und deutlicher machen, dass es mir in erster Linie um die derzeitige Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu geht", sagte Grass. >>>

 

Grassierende Vorwürfe gegen Israel-Kritiker:  Vieles muss gesagt werden - Jamal Karsli, 06.04.2012 - Während die meisten Medien und Politiker beteuern, dass Israel selbstverständlich kritisiert werden dürfe und täglich kritisiert würde, beweist das aktuelle Gedicht von Günter Grass erneut, wie jegliche substanzielle Israel-Kritik reflexartig mit scharfen und teilweise hysterischen Worten abgekanzelt wird. Ob WELT, FAZ, Spiegel, Tagesspiegel – viele Medien drucken und vertreten hanebüchene Antisemitismusvorwürfe und maßlose Übertreibungen. Die israelische Botschaft stellt „Was gesagt werden muss“ in eine Reihe mit christlichen Ritualmordvorwürfen an Juden, der unvermeidliche Henryk M. Broder nennt Grass in der WELT den „Prototyp des intelligenten Antisemiten“, die FAZ nennt das Poem ein „Dokument der Rache“, im Tagesspiegel heißt es, das Gedicht könne ebenso gut „Die Juden sind unser Unglück" heißen. Und das sind nur Beispiele.   Kein Wunder also, dass die meisten Politikerinnen und Politiker eingeschüchtert sind und sich nicht trauen, ihre Meinung zu sagen. In meiner Zeit als Landtagsabgeordneter (1995 bis 2005) habe ich hinter die Kulissen schauen können und kenne diesen Sachverhalt hinlänglich aus persönlicher Erfahrung. Und es betrifft nicht nur Politiker, sondern auch Journalisten und eigentlich alle, die in der Öffentlichkeit stehen. >>>

 

Kriegstrommeln werden gerührt - Arnold Schölzel - (...) Zahlreiche Kommentatoren widmeten sich den von ihnen bei Grass vermuteten Motiven, nutzten aber vor allem die Gelegenheit, um den Iran als angeblichen Kriegstreiber anzuprangern. Eine monströse Diffamierungsleistung lieferte am Freitag die Kandidatin der Linken zur Bundespräsidentenwahl Beate Klarsfeld ab. Sie zitierte in einer Mitteilung aus einer Hitler-Rede im Jahr 1939 die Formulierung »das internationale Finanzjudentum« und fuhr fort: Wenn man diesen Ausdruck durch »Israel« ersetze, »dann werden wir von dem Blechtrommelspieler die gleiche antisemitische Musik hören.« Ähnlich schrieb der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, für Handelsblatt online: »Günter Grass hat zwar die Waffen-SS verlassen. Aber offenbar hat die Judenfeindschaft der Waffen-SS Günter Grass doch niemals verlassen.« >>>

 

Tatsachen ins rechte Licht gerückt - * Der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag, Peter Strutynski, erklärte am Freitag in einer Pressemitteilung zu der medialen Aufregung um Günter Grass:  - Ostermarschierer: Weil Grass recht hat … - Selten ist ein Literaturnobelpreisträger von den Medien und der herrschenden Politik so schlecht behandelt worden wie Günter Grass nach Veröffentlichung seines Poems »Was gesagt werden muß«. Darin rückt Grass ein paar Tatsachen ins rechte Licht, die hier zu Lande nur zu gern verschwiegen werden >>>

 

»Die Reaktionen sind unverschämt« - Die Kritik von Günter Grass an Israel wird von den Medien niedergebrüllt. Ein Gespräch mit Wolfgang Gehrcke - Interview: Peter Wolter - Wolfgang Gehrcke ist im Bundestag Obmann der Linksfraktion im Auswärtigen Ausschuß - Der Schriftsteller Günter Grass hat den Medien ein Osterei geschenkt: Nach dem Wulff-Skandal haben sie wieder ein Thema, über das sie sich kollektiv empören können. Sie sind eine der wenigen Persönlichkeiten, die sich hinter Grass gestellt haben – werden Sie auch schon angefeindet? Eigentlich nicht, ich habe sehr viele Briefe, Mails und Anrufe bekommen, die mich in ihrer großen Mehrheit ausdrücklich und sehr sachlich unterstützen. Auch aus der israelischen Friedensbewegung haben mich Reaktionen erreicht >>>

 

Kriegshelden - Grass wußte, worauf er sich einließ -  Werner Pirker - Die israelische Regierung hat ihre Absicht, das iranische Atomforschungsprogramm mit militärischer Gewalt zu beenden, nicht erst einmal offen kundgetan. Doch fehlt dafür die Zustimmung aus Washington, auf dessen zumindest politische Unterstützung Israel angewiesen ist. Die von Günter Grass in seinem Gedicht getroffene Feststellung, daß Israel den Iran mit Krieg bedroht, kann und will die Netanjahu-Regierung deshalb auch nicht widerlegen. Und obwohl Israels Führung in aller Öffentlichkeit den Krieg als einzige Möglichkeit zur Sicherung des Existenzrechtes ihres Staates rühmt, wird die Benennung dieser kriegerischen Absicht durch den deutschen Literaturnobelpreisträger von der prozionistischen Meinungsmaschinerie als »antisemitische Verleumdung« denunziert. >>>

 

Der Schwarze Kanal: Doppelte Standards - Werner Pirker - Als »beschämenden Ausdruck von Geschichtsvergessenheit und politischer Dummheit« bezeichnet Micha Brumlik in einem taz-Gastbeitrag die »Erklärung aus der Friedensbewegung und der Friedensforschung«, in der vor einer weiteren Eskalation des Konflikts um das iranische Atomforschungsprogramm gewarnt wird. »Das vom Westen beschlossene Ölembargo und der Boykott der iranischen Zentralbank sind gefährliche Interventionen«, heißt es in dem Aufruf, der bisher von mehr als 1700 Personen unterzeichnet wurde. >>>

 

Helmut Käss - Leserbrief: Zur BZ von heute, 5.4.12, Seite: Kultur, „Schlechtes Gedicht, große Aufregung“ - Günter Grass hat ein Gedicht geschrieben, für die Süddeutsche und die New York Times. Damit hat er unter vielem verbalem Zögern ein wirkliche heißes Eisen angefasst mit entsprechender Reaktion. Nebenbei, mir gefällt das Gedicht sehr. Die „heißen“, die Regierungspolitik von Israel unterstützenden „Krieger“ wie Broder/Welt oder Brumlik/Taz aus Deutschland schmähen ihn wegen seiner „Antisemitischen“ Worte, da man als Deutscher Israel nur unterstützen, aber auf Grund der Geschichte mit dem grässlichen Holocaust nicht kritisieren dürfe. Verschiedene überzeugte Israel-“Freunde“ schmähten auch uns vom Friedensbündnis und Friedenszentrum wegen der Präsentation von israelischen Regierungskritikern 2010.

Aber es geht um weltpolitische Dramatik: Israel hat einen Angriff auf den Iran angekündigt. Es hat dies schon öfters getan und bisher nicht durchgeführt. Aber allein die Ankündigung ist nach dem Völkerrecht ein Verbrechen in angeblicher vorweggenommener Verteidigung. Dabei wäre das Problem mit einer Atomwaffenfreien Zone im Mittleren und Nahen Osten einfach zu lösen, wozu der Iran nach meiner Überzeugung gerne beitreten würde. Israel atomare Vernunft zu unterstellen und Iran Unvernunft, ist völlig einseitig. Chomsky weist darauf hin, dass die Militärausgaben vom Iran relativ gering und defensiv sind. http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Iran/chomsky3.html Israel ist mit seinen Atomunterseeboten zweitschlagfähig. Die Vernichtung Israels würde den atomaren Untergang des Iran bedeuten, der selten gegen Nachbarn Kriege geführt hat. Einseitige Atombewaffnung kann diese Welt nicht dulden, weder bei Israel noch bei den USA noch irgendwo, das ist viel zu gefährlich. Wir müssen zügig zu einer international überwachten vollständigen Abrüstung von diesen potentiell menschheitsvernichtenden Massenvernichtungswaffen wegkommen.  Herzliche Grüße  Helmut Käss -
http://www.helmutkaess.de/Wordpress/


 

Grassierende Vorwürfe gegen Israel-Kritiker:  Vieles muss gesagt werden - Jamal Karsli, 06.04.2012 - Während die meisten Medien und Politiker beteuern, dass Israel selbstverständlich kritisiert werden dürfe und täglich kritisiert würde, beweist das aktuelle Gedicht von Günter Grass erneut, wie jegliche substanzielle Israel-Kritik reflexartig mit scharfen und teilweise hysterischen Worten abgekanzelt wird. Ob WELT, FAZ, Spiegel, Tagesspiegel – viele Medien drucken und vertreten hanebüchene Antisemitismusvorwürfe und maßlose Übertreibungen. Die israelische Botschaft stellt „Was gesagt werden muss“ in eine Reihe mit christlichen Ritualmordvorwürfen an Juden, der unvermeidliche Henryk M. Broder nennt Grass in der WELT den „Prototyp des intelligenten Antisemiten“, die FAZ nennt das Poem ein „Dokument der Rache“, im Tagesspiegel heißt es, das Gedicht könne ebenso gut „Die Juden sind unser Unglück" heißen. Und das sind nur Beispiele.  

Kein Wunder also, dass die meisten Politikerinnen und Politiker eingeschüchtert sind und sich nicht trauen, ihre Meinung zu sagen. In meiner Zeit als Landtagsabgeordneter (1995 bis 2005) habe ich hinter die Kulissen schauen können und kenne diesen Sachverhalt hinlänglich aus persönlicher Erfahrung. Und es betrifft nicht nur Politiker, sondern auch Journalisten und eigentlich alle, die in der Öffentlichkeit stehen.

Man kann dies nur eine Doppelmoral nennen. Ein EU-Umfrageergebnis im Jahr 2003 ergab, dass eine große Mehrheit Israel als Gefahr für den Weltfrieden ansieht. Sind das alles Antisemiten und Pöbel oder liegen begründete Argumente vor? Hat Israel vielleicht nicht gegen Dutzende Uno-Resolutionen verstoßen? Ist es vielleicht kein Besatzungsstaat und keine Atommacht? Hat es kein Land raubendes und fälschlich „Sicherheitsmauer“ genanntes Bauwerk errichtet? Baut es keine Siedlungen auf fremdem Land und verstößt damit gegen die Genfer Konventionen? Ist es nicht die viertgrößte Militärmacht der Welt? Gibt es keine rassistische Politik in Israel, die Juden bevorzugt? Ist es nicht fraglich, ob Deutschland weitere atomfähige U-Boote in dieses Krisengebiet liefern soll?

Die Kritik an der Iran-Hetze Israels ist offenbar ebenfalls tabu, wie die oben genannten Beispiele von Hysterie zeigen. System-Medien und System-Politiker sind sich einig darüber, dass Iran die Bedrohung ist und auf keinen Fall Israel. Aber wie kann das sein, wo doch Israel die Bombe hat und Iran nicht? Ist es da nicht ganz natürlich, nach einer atomwaffenfreien Zone im Nahen und Mittleren Osten zu rufen und Israel aufzufordern, den Atomwaffensperrvertrag zu ratifizieren, wie es Iran schon längst getan hat? Ansonsten wird die atomare Aufrüstungsspirale in der Region weiter gehen, wo auch andere arabische Länder Israel und Iran nachahmen werden, um sich zu schützen und das strategische Gleichgewicht in der Region zu bewahren.

Anscheinend nicht. Lieber werden „die Juden“ ins Spiel gebracht, die angeblich keiner mag, dann muss man sich nicht mit leidigen Argumenten abgeben. Die so genannte „Antisemitismusdebatte“ habe ich am eigenen Leib erlebt und 2003 in dem Buch „Maulkorb für Deutschland, Fakten, Analyse, Aufklärung zur Antisemitismusdebatte“ ausführlich beschrieben. Dort habe ich unter anderem darauf hingewiesen, wie wichtig die Unterscheidung zwischen Juden, Israelis und Zionisten ist. Heute etwa wird jeder Boykottaufruf gegen Israel reflexhaft mit „Kauft nicht beim Juden“ gleichgesetzt, selbst wenn es um die besetzten Gebiete geht, so als wäre „Jude“ und „Israeli“ dasselbe. Auch Günter Grass’ Argumente werden von führenden Medien und Politikern einfach als Angriffe auf „das Judentum“ umgedeutet, was ebenso unsinnig wie unlogisch ist. Beim Besuch von Sigmar Gabriel in al-Khalil (Hebron) zeigte sich ebenfalls dieser Reflex, als er – ähnlich wie Jimmy Carter – den Begriff „Apartheid“ verwendete, um die Menschen verachtende Segregationspolitik Israels zu kritisieren.

Sind aber Günter Grass, Sigmar Gabriel, Jürgen Möllemann, Rupert Neudeck, Norbert Blüm, Hermann Dierkes und andere Israelkritiker Antisemiten? Im Falle von Jürgen Möllemann sieht man, dass der Antisemitismusvorwurf sogar tödlich sein kann. Man bedenke, dass zionistische Organisationen selbst antizionistischen Juden Antisemitismus vorwerfen. Doch sind Felicia Langer, Ilan Pappe, Shraga Elam, Hajo Meyer und andere tatsächlich Antisemiten? Oder Nestbeschmutzer?

Unsere Kinder wachsen mit dieser Doppelmoral auf, was israelische Politik betrifft, und das ist nicht in Ordnung und hilft auch keinem. „Das Verdikt 'Antisemitismus' ist geläufig“, schreibt Grass, und: „Es mögen sich viele vom Schweigen befreien“. Tatsächlich finden sich einige Medien, Politiker und Künstler, die sich dem Diktat nicht mehr beugen, wie zum Beispiel Beiträge im NDR und WDR zeigen.

 

Jamal Karsli MdL a. D.

 

 
 

Offener Brief des Vorsitzenden der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft (DPG) und der Palästinensischen Gemeinde Deutschland (PGD)
 


Auch wenn einige Vertreter der deutschen politischen Elite meinen, dass sie das Licht der Sonne mit bloßen Händen verdecken könnten – dies wird an der Tatsache nichts ändern, dass sie nicht nur realitätsfern sind und sich überdies von der Meinung der Mehrheit der deutschen Bevölkerung weit entfernt haben.


Die Debatte, die Nobelpreisträger Günter Grass angestoßen hat, hat in der Tat eine heilige Kuh getroffen. Israel nicht nur zu kritisieren, sondern die ganze Wahrheit auszusprechen, war der Kern seines Gedichtes. Israel beansprucht für sich – und das seit Jahrzehnten – über dem Recht zu stehen und dort Recht zu haben, wo kein Recht greift.


Die blinde Solidarität mancher deutscher Politiker, darunter einige, die sich zu Grass Gedicht geäußert haben, zeigt, wie verkrampft die deutsche politische Elite mit der Thematik umgeht. Ihnen geht es kaum um die Sache, ihnen geht es um ihren Heiligen Stuhl. Sie meinen, mit einer blinden Solidarität für eine koloniale, rechtsgerichtete, israelische Politik und mit dem Schweigen über die israelische Realität, dem Zorn der herrschenden Klasse in Jerusalem und ihrer Handlanger in Deutschland zu entgehen.


Das mag zutreffend sein. Die Meinung der deutschen Gesellschaft vertreten diese Politiker in dieser Sache aber kaum mehr. Die Umfrage unter europäischen Jugendlichen zeigte bereits vor einigen Jahren, dass die Mehrheit von ihnen die israelische Politik als große Gefahr für den Weltfrieden sieht. Die letzte Forsa-Umfrage vom Juli 2011 verdeutlichte ebenfalls, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung, das Recht des palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung – ein Recht, das von Israel weiterhin verhindert wird – unterstützt.


Israel ist, und das ist kein Geheimnis, eine Atommacht, die als einziges Land auf der Welt die Gebiete dreier Nachbarsländer seit Jahrzehnten besetzt. Das muss einmal gesagt werden.


Israel verweigert einem ganzen Volk seine minimalen Menschenrechte, Israel hält Millionen von Menschen in Gefangenschaft und kolonialisiert sein Land. Auch das muss einmal mehr gesagt werden.


Die Aussage, Israel sei ein demokratischer Staat, ist nicht mehr als eine Floskel. Und das nicht nur, weil Israel eine Besatzungsmacht ist – was an sich schon ein Widerspruch zum demokratischen Grundgedanken ist - sondern weil Israel ein Sechstel seiner Bevölkerung, nämlich die palästinensische Minderheit, lediglich als ungeliebter Gast betrachtet und behandelt. Das Adjektiv „arabisch“ ist im demokratischen Israel ein Synonym für primitiv, schmutzig, unfähig und vor allem für minderwertig. Arabische Arbeit, auf Hebräisch „avoda aravit“, ist der Ausdruck oder der Begriff für schlechte Arbeit oder minderwertige Arbeit. Diese Fakten scheinen aber die eifrigen Politiker in Deutschland, die blind die israelische Politik unterstützen, kaum zu stören. Auch nicht, weil sie all diese Begrifflichkeiten und ihre Aussage aus der deutschen Geschichte heraus sehr genau kennen müssen.


Fakt ist: Israel wird nicht zum Frieden mit sich selbst und mit seinen Nachbarn gezwungen, sondern wird mit deutschen U-Booten und anderen Waffenlieferungen, mit denen es ein anderes Volk unterdrückt, belohnt. Der Rechtsruck in der israelischen Politik und die rassistische Gesetzgebung sollte eigentlich ein Alarmzeichen für Israels „echte Freunde“ sein. Aber stattdessen werden immer und immer wieder die Sprechblasen vom „demokratischen Staat“ und der „Historischen Verantwortung“ in die Welt gesetzt.


Deutschland hat in der Tat eine historische Verantwortung für die Verbrechen, die begangen wurden – aber nicht gegenüber einem Staat, der seinerseits unterdrückt und Menschenrechte mit Füßen tritt. Das muss einmal gesagt werden.


Günter Grass hat ausgesprochen, was viele Deutsche seit Langem wahrnehmen – aber nur wenige haben den Mut, dieses auch laut zu formulieren. Und erst recht nicht an der Spree. Günter Grass hat mit seiner zutreffenden Kritik genau wiederholt, was Siegmar Gabriel, bevor er zurück gepfiffen wurde, in Hebron wahrgenommen und zum Ausdruck gebracht hat. Die heftige Reaktion der „Freunde Israels“ in Berlin zeigt, dass die heilige Kuh zum Schlachthof geführt wurde. Es ist kein Tabu mehr, die israelische Realität genau zu skizzieren. Wer das bis heute noch nicht begriffen hat, hat leider die Signale der Gesellschaft nicht wahrgenommen.


Die deutsche Gesellschaft lässt sich nicht mehr den Mund verbieten. Sie nimmt aktuelle Realitäten wahr, spricht sie aus – ohne dabei die eigene Historie unter den Tisch zu kehren. Das muss einmal gesagt werden.


Die Kritik von Günter Grass beschönigt die Realität im Iran nicht. Der Iran ist ein Land, in dem Menschenrechte nicht viel wert sind. Ein Despot ohnegleichen herrscht in Teheran mit der Unterstützung des Klerus und strebt nach regionalem Einfluss. Es ist nicht bewiesen, dass der Iran und sein Despot Atomwaffen entwickeln. Es ist aber beweisen, dass Israel Atomraketen besitzt. Es ist auch ein Signal, ein warnendes Signal, was Günter Grass den Herrschenden in der westlichen Welt gibt. Schließlich wurde vor einigen Jahren ein verheerender Krieg gegen ein Volk geführt, weil man seinem Despoten Saddam Hussein nachgesagt hat, dass er Vernichtungswaffen besitzen würde. Damals haben hochrangige westliche Politiker und Medien die Sprechblasen von „Vernichtungswaffen im Irak“ so aufgeblasen, bis die Mehrheit der Menschen das Licht der Wahrheit nicht mehr sehen konnte. Es folgte ein Krieg mit hunderttausenden Toten und totaler Vernichtung. Tausende Milliarden wurden und werden weiterhin ausgegeben für einen Krieg, der uns Al Khaida und Terrorismus noch stärker gemacht hat. Und zum Schluss musste doch festgestellt werden, dass die Menschen von ihren politischen Eliten im Westen belogen wurden. Und genau eine Wiederholung eines solch tragischen Szenarios möchte Grass mit seinen Worten verhindern. Das nenne ich Verantwortung und Mut. Das ist genau die Aufgabe von Denkern.


Netanjahus rechtsgerichtete Regierung in Israel ist politisch pleite. Sie hat keine Lösung für die dramatische wirtschaftliche und soziale Situation im Land. Sie strebt eindeutig nicht nach Frieden mit den Palästinensern. Ein Krieg gegen den Iran würde die Rettung für die rechtsgerichtete Regierung in Israel bedeuten – denn dann hätte sie endlich was getan und muss nicht über die neuen Realitäten im Nahen Osten nach dem arabischen Frühling nachdenken und darauf reagieren. Sie instrumentalisiert die Angst der eigenen Bevölkerung und die Angst der westlichen Länder für ihre billigen Pläne. Pläne, die doch eigentlich so durchschaubar sind.


Der Status Quo würde für die Herrscher in Jerusalem das Aus bedeuten. Ein Krieg aber war ja schon immer der Ausweg aus einer heiklen politischen Situation. Ein Ausweg, der aktuelle Tatsachen verdeckt. Ein Ausweg, der andere politische Abgründe im Land für Wochen und Monate vergessen lässt. So war es 2006 als Israel den Libanon überfallen hat. Und so war es auch 2008, als Israel den Gazastreifen überfallen hat.


Die Angst in Israel wird „gezüchtet“. Mit der Angst in der Bevölkerung lassen sich viele Themen unter den Teppich kehren – und die gibt es in Israel en masse. Das muss einmal gesagt werden.


Die Debatte, die Günter Grass dankenswerterweise angestoßen hat, könnte endlich einmal zum Befreiungsschlag der deutschen Doppelmoral-Politik im Nahen Osten. Führen. Könnte….

Raif Hussein Hannover, 06.04.2012

 
 

Hochachtung Herr Günther Grass, Sie sind das GUTE und GESUNDE Gewissen Deutschland - Elia Baz - Sehr geehrter Herr Günther Grass, Sie vertreten mutig, edel und wahrhaftig das gesunde Gewissen dieses großen Landes Deutschland. Ihre ehrliche Stimme und ihr geschichtsträchtiger Schrei gegen die Massensuggestion in dieser verlogenen Zeit im Westen bezüglich des Unrechtstaates Israel hätte viel früher, heftiger und lauter gesagt werden müssen, erst Recht im Interesse der Juden.. Nein, Nein es ist nie zu spät für die Wahrheit, zu mahnen, zu warnen und laut zu schreien, besonders wenn der Weltfrieden ernsthaft und bedrohlich gefährdet ist.

Nur getroffene Hunde bellen laut, Ihre Kritiker sind gleichzeitig arme verführte Mitläufer oder Ignoranten aber oft fanatische Fundamentalisten mit westlich israelischer Prägung. Die unzähligen Kommentare gegen Ihre Äußerung bezüglich Israels sind die besten Zeugnisse und Auszeichnung für Sie, Kopf hoch, wir Sind stolz auf Sie, Sie befreien dieses Land von seinem ewigen Joch, welches zu grenzenlose Erpressung auf vielen Ebenen führt..

Ihre Gegner in diesem Fall sind die echten Feinde der Wahrheit aber die besten Förderer des Unrechts auf Kosten entrechteter, unterdrückter heimatberaubter Völker wie es die Palästinenser sind. Sie sind mit Ihrer Meinungsäusserung, die kultivierste Zeiterscheinung in diesem Lande, Sie sind die Stimme des Volkes, ja der Völker….

Für Ihre befreiende Aussage von der Unterdrückung des politischen Zionismus und sein Produkt Israel verdienen Sie noch mal den Nobelpreis. Ich bin sicher, dass 90 Prozent der Deutschen auf Ihre Seite sind, nur der verpasste Maulkorb hindert sie , so sich zu artikulieren. . Sie vertreten wie kein anderer in diesem Land gleichzeitig die entrechteten, unterdrückten und regelrecht misshandelten Völker, die keine Stimme haben. Sie leiten mit Ihren großen Worten ein neues Zeitalter der politischen Reife und der geistigen Hygiene im Sinne universeller Gerechtigkeit. Sie haben einmalig Mut zu Wahrheit bewiesen, auch wenn dieses Thema unpopulär und so nicht salonfähig ist. Sie befreien Ihr Volk von dem zionistischen Medienschleier und von der israelischen Keule. Sie leiten eine revolutionäre Wende in Richtung Weltethos, universelle Menschenrechte und gerechter Frieden Made in Germany.

Mögen Ihre goldenen Worte viele Herzen und Köpfe der politischen Entscheidungsträger erreichen, denn diese sind leider Schreibtisch-Mittäter.

Herr Grass, die Welt ist Ihr Nachbar, Ihre menschliche, politische, literarische und moralische Größe hat Deutschland und der Westen bitter nötig.

Gott sei Dank, dass es doch noch solche orientierungsgebende Stimmen wie ihrige gibt….

Leider bei den überwältigenden Reaktionen der Medien auf Günther Grass Äußerung bekommt man das Gefühl, Deutschland ist medienmäßig fest in zionistischer Hand.

Hoch lebe Günther Grass, Hoch lebe das neue humanistische und um Wahrheit und Gerechtigkeit sich bemühende Deutschland!

Irreführenden Massensuggestioneure der westlichen Fundamentalisten und ihre menschgenverachtende Politik sind die wahren Züchter des Terrors.

Es grüsst Sie herzlich ein stolzer Deutscher aus dem Libanon Elia Baz (Dipl.-Ing.)

 
 

Oft geübt und angewandt versuchen bekannte Namen und Gruppierungen aus legitimer, notwendiger Kritik
 einen neuen Antisemitismusbrei anzurühren.

 

 

Henryk M. Broder dreht durch und veröffentlicht volksverhetzend, nicht mehr ganz dicht:

Für Günter
Mit letzter Tinte ächzt der Alte
in ungereimter Poesie:
Dass die sich nicht mehr schlachten lassen,
verzeihe ich den Juden nie >>>

 

Der Ästhetik-Professor Bazon Brock spricht nun im FOCUS-Online-Interview davon, dass Grass nicht mehr „Herr seiner Sinne“ sei. >>>

 

 

Westerwelle nennt Israel-Vergleich von Grass absurd - Außenminister Westerwelle hat als erstes Mitglied der Bundesregierung in die Debatte über Günter Grass eingegriffen. Es sei absurd, Israel und Iran auf die gleiche moralische Stufe zu stellen >>>


Wolf Biermann nannte das umstrittene Gedicht des Nobelpreisträgers eine "literarische Todsünde" >>>

 

Die Liste der Grass-Gegner wird um einen bedeutenden Namen länger: Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki bezeichnete dessen Israel-Gedicht als ekelhaft, es sei politisch und literarisch wertlos. "Das ist eine Gemeinheit, so etwas zu publizieren." >>>

Israel-kritischer Text - Reich-Ranicki brandmarkt Grass' Gedicht als "ekelhaft" - Der Literaturkritiker und der Schriftsteller haben sich schon manchen verbalen Schlagabtausch geliefert. Reich-Ranicki zerreißt das Israel-kritische Werk von Grass in der Luft. >>>

 

Grass-Denkmal in Göttingen beschmiert - Unbekannte haben auf dem Campus der Göttinger Universität ein von dem Schriftsteller Günter Grass entworfenes und gestiftetes Denkmal beschmiert. Auf dem Sockel der rund zwei Meter hohen Skulptur hinterließen sie mit braunroter Farbe den Spruch „SS! Günni Halts Maul“. >>>


 

Der Schweizer Historiker Raphael Gross (Leiter des Leo-Baeck-Instituts in London sowie des Jüdischen Museums Frankfurt) bezeichnete die Verse als "Hassgesang". Man könne Grass aber nicht so leicht als Antisemiten zu bezeichnen, schreibt Gross >>>

 

Dramatiker Rolf Hochhuth über Grass im "Münchner Merkur". Ebenfalls direkt an Grass gewandt schreibt Hochhuth, er schäme sich "als Deutscher Deiner anmaßenden Albernheit, den Israelis verbieten zu wollen, ein U-Boot deutscher Produktion zu kaufen".
 

Es ist die schärfste Waffe im öffentlichen Streit: der Verweis auf Hitler. Nazijägerin Beate Klarsfeld setzt sie jetzt ein und greift Günter Grass an. Mit seinem Israel-Gedicht spiele er die gleiche "antisemitische Musik" wie einst der Diktator.

Politisches Gedicht - Klarsfeld wirft Grass Hitler-Analogie vor - Außer Klarsfeld hat sich auch der israelische Schriftsteller Eli Amir zu Grass geäußert. Er warf ihm vor, mit seinem Gedicht Hass zu säen. In einem Beitrag für das Nachrichtenmagazin Focus schreibt Amir: "Sind die Ohren des preisgekrönten Dichters taub?" Amir fragt, ob Grass nicht die Ankündigungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad gehört habe, Israel zu vernichten. Deutsche U-Boote schützten die Holocaust-Überlebenden ebenso wie Flüchtlinge aus den arabischen und muslimischen Staaten. >>>
 

Presseschau zum Gedicht von Günter Grass: "Der ewige Störenfried hat sich verrannt"  - Ist Günter Grass' Gedicht letztlich nicht mehr als die Torheit eines alten Mannes? Die Kommentatoren der Tageszeitungen gehen mit dem Nobelpreisträger hart ins Gericht. Eine Presseschau. >>>
 


Weitere bewusste MIssversteher >>>

 

5.4.2012

 

Was gesagt werden muss

Abraham Melzer

Mit Befremden und Entsetzen verfolge ich die Debatte um das Gedicht von Günter Grass, das in der SZ veröffentlicht worden ist. Es fällt mir schwer darin antisemitische Tendenzen zu entdecken und ein Vergleich mit den früheren Ritualmordanklagen, wie es vom israelischen Gesandten gemacht worden ist, wäre mir niemals in den Sinn gekommen. Allein schon dafür möchte ich mich bei Ihm entschuldigen, auch wenn ich nicht der Urheber dieser absurden und zynischen Diffamierung bin. Ich finde es unerträglich und absurd wie führende jüdische Persönlichkeiten auf diese harmlose Kritik reagieren, wie zum Beispiel auch Elie Wiesel, der sich öffentlich fragt, ob „der Deutsche wieder sein Haupt erhebt.“ Eine Nummer kleiner ging es offensichtlich nicht. Wiesel und seine Kollegen tun so, als ob die Kritik von Grass aus seiner angeblichen Nazivergangenheit stammt und nichts zu tun hat mit der wahnsinnigen Politik Israels. Da argumentiert man lieber demagogisch und veröffentlicht Beleidigungen zur Person, statt sich mit der Sache auseinanderzusetzen. Das ist aber typisch für diese Auseinandersetzung, in der das übergeordnete Motto wohl ist: Warum sachlich, wenn es auch persönlich geht. Was in dieser Geschichte so schrecklich ist, das ist dieser so billige und unverantwortliche Umgang mit dem Begriff „Antisemit“. Heute ist jeder, der Israels Politik auch noch so harmlos kritisiert, ein Antisemit. Aber irgendwann, wenn wir uns mit dem real existierenden Antisemitismus und mit echten Antisemiten werden auseinandersetzen müssen, wird uns kein Mensch mehr glauben.  >>>
 

Günter Grass, Israel und der „Antisemitismus“
Dr. Ludwig Watzal

Der Großschriftsteller Günter Grass ein „Antisemit“, ja sogar ein „gebildeter Antisemit“? Kluge Menschen wie Tom Segev, Avi Primor u. a. weisen diesen ungeheuerlichen Vorwurf zurück. Sie betonen sogar Grass` Verbundenheit mit dem Staat Israel.

Günter Grass hat das getan, wozu Schriftsteller auch da sind: Er hat ein gesellschaftliches Unbehagen verbalisiert, das nicht nur in der deutschen Öffentlichkeit grassiert und das die veröffentlichte Meinung ignoriert, nämlich, dass die Menschen in den Angriffsdrohungen Israels und der USA gegen Iran eine Bedrohung des Weltfriedens sehen. Die international veröffentlichte Meinung hat aber das iranische Regime bereits so dämonisiert, dass die offenen Aggressionen der beiden Atommächte widerspruchslos akzeptiert werden. Grass hat diese Fehlentwicklung durch sein etwas schwammiges Prosagedicht versucht, zu korrigieren, was deshalb wohl nach hinten losgegangen ist.

Was ist an Grass` Vorwurf dran, „die Atommacht Israel gefährde den ohnehin brüchigen Weltfrieden?“ Auch David Grossmann hat kürzlich in der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ ähnliches insinuiert >>>

 
 

"Chapeau, Herr Grass! Gut gemacht!"
 Martin Forberg

 Das Gedicht "Was gesagt werden muss" von Günter Grass hat für ein starkes Echo gesorgt - von "Empörung" ist in den Schlagzeilen die Rede. Es hat den Anschein, als seien die zustimmenden Reaktionen spärlicher und leiser. Das aber kann sich sehr schnell ändern. Denn es wird immer deutlicher, dass es bei dem Text, in dem Grass vor einem israelischen Angriff auf Iran warnt, nicht in erster Linie um dessen exakten Inhalt geht. Der Literaturnobelpreisträger hätte auch dichten können: "Do Re Mi La Ti Do - Kein Krieg gegen Iran - Basta.Dot.Com"! Er hat sich ein wenig mehr Mühe gegeben und hat viel "Richtiges" geschrieben (wenn diese Kategorie bei der Beurteilung eines Gedichts nicht überhaupt albern ist). Andere Passagen mögen weniger gelungen sein. Sei's drum: der drohende Waffengang mit unabsehbaren Folgen für Iran, für Israel, für die Region, und wahrscheinlich für die ganze Welt ist wieder in der öffentlichen Diskussion. Und da gehört dieser zukünftige Krieg hin - bevor das erste Kampfflugzeug aufsteigt. Er sollte erst in die Mitte der gesellschaftlichen, politischen Debatte befördert werden - und dann auf den Müllhaufen der Geschichte, ehe er schreckliche Wirklichkeit geworden ist. >>>

 

Danke, Herr Grass!

 Aufgabe eines Schriftstellers, des Dichters gar, ist nicht,
die Leser einzulullen.
Darum ist Günter Grass' Gedicht nur pflichtgemässe Störung,
die Reaktion darauf nicht überraschend.
Trotzdem ist seine Unerschrockenheit,
die Stimme nach (zu) langem Schweigen zu erheben,
- des zu erwartenden, hyster'schen Aufruhrs wohl bewusst -
zu loben.

 

Zu fragen bleibt: warum erst jetzt?
Wo andre sich der Israelkritik bereits enthalten,
da der ….. Charakter des Regimes,
die breite Gleichschaltung der Medien,
die parteiisch Willfährigkeit des Westens
nur all zu offen liegen.


Berechtigt ist sein Hinweis auf das falsche Mass,
mit dem vorhandne Waffenarsenale und Erstschlagpläne
mit unterstellten Absichten verglichen werden.

Vergessen aber blieb, dass „Ausradieren“,
dass Völkermord, dem Einen in den Mund gelegt,
vom Andern aber lange schon und zielbewusst vollzogen wird,
verschleiert einerseits durch Friedensreden
und Bombenphantasien andererseits.

 

 

Die Mahnung ist: wir wollen nicht die Hehler sein,
wenn aus den Opfern Täter werden.
Und unsere Staatsraison ist nicht: Gross-Israel.     Frau Merkel!
G.M.


 

Genug der Heuchelei! - Endlich spricht es einer aus: Israel bedroht den Weltfrieden
Arn Strohmeyer

Es hat lange, fast zu lange gedauert, bis einer der wichtigsten und bedeutendsten deutschen Intellektuellen ausspricht, was sehr viele Menschen hier im Land und in der Welt denken, aber nicht zu sagen wagen: Israels Politik ist eine Gefahr für den Weltfrieden! Mit amerikanischer, aber auch mit deutscher Waffenhilfe hat sich Israel zu einer kleinen atomaren Supermacht hochgerüstet und maßt sich als Weltpolizist schon seit Jahren an, der ganzen Nahostregion seine Hegemonie aufzuzwingen. Alles ist diesem Staat erlaubt - ohne Rücksichtnahme auf Völkerrecht und Menschenrechte: furchtbare Kriege gegen seine Nachbarn zu führen und seit Jahrzehnten ein ganzes  Volk zu unterdrücken, ihm sein Land zu rauben und es so in seiner Existenz zu vernichten. Um nur die letzten beiden militärischen >>>

 
 

Günter Grass geißelt "Gleichschaltung der Meinung"


Video - NDR - Grass: Kritik verletzend und nicht würdig - Literaturnobelpreisträger Günter Grass fühlt sich von seinen Kritikern missverstanden. Gegenüber dem NDR nahm er erstmals nach der Veröffentlichung seines umstrittenen Israel-Gedichts "Was gesagt werden muss" Stellung. Grass wörtlich: "Der durchgehende Tenor ist, sich bloß nicht auf den Inhalt des Gedichtes einlassen, sondern eine Kampagne gegen mich zu führen, und zu behaupten, mein Ruf sei für alle Zeit geschädigt." >>>


Video -
"Widerrufen werde ich auf keinen Fall" - Grass nimmt im Kulturzeit-Interview Stellung >>>
 


Schriftsteller verteidigt Israel-Kritik Grass geißelt "Gleichschaltung der Meinung" - Er bricht sein Schweigen: Zunächst ließ Günter Grass keinen Ton zu den Kommentaren verlauten, die sein Israel-Gedicht "Was gesagt werden muss" ausgelöst hatte. Nun meldet sich der Schriftsteller zu Wort und legt sogar nach: Die Diskussion um ihn trage Züge einer Kampagne, sei "verletzend" und in Teilen der "demokratischen Presse nicht würdig." Nach der massiven Empörung über sein Gedicht zum Atomkonflikt mit dem Iran hat sich Günter Grass nun erstmals persönlich zu Wort gemeldet. Der 84-Jährige fühlt sich von den Kritikern missverstanden und sieht eine Kampagne gegen sich. "Der Tenor durchgehend ist, sich bloß nicht auf den Inhalt des Gedichtes einlassen, sondern eine Kampagne gegen mich zu führen und zu behaupten, mein Ruf sei für alle Zeit geschädigt" >>>
 

Günter Grass beklagt "Gleichschaltung der Meinung" - Günter Grass äußert sich erstmals zu seinem Israel-kritischen Gedicht: Nach weltweiter Kritik spricht der Nobelpreisträger von einer Kampagne gegen sich - und kritisiert die "Gleichschaltung der Meinung". Lob erhält er aus Iran, dort wird sein "tödlicher lyrischer Schlag gegen Israel" gefeiert.  >>>

 
 

Oft geübt und angewandt versuchen bekannte Namen und Gruppierungen aus legitimer, notwendiger Kritik

 einen neuen Antisemitismusbrei anzurühren.

 

Man kann sagen was man will. Broder scheint ein Naturtalent zu sein.  So "gekonnt" wie er neue Wirklichkeiten schafft und damit die Realität verfälscht, verdreht, ins Unrecht stellt, das ist schon "meisterlich". Mir wollte der Satz: "Von ihm hätte selbst Göbels viel lernen können" rausrutschen, aber was soll das.... Trinken sie sich vorher einen Jägermeister, aber nur einen. Die Geschwindigkeit mit der Broder die Wahrheit entstellt ist Atemberaubend  - Video - Grass' Gedicht - Im Interview Henryk M. Broder - Henryk M. Broder, Buchautor und Journalist, zu dem Gedicht von Günter Grass "Was gesagt werden musste". >>>


Benjamin Netanjahu reagierte mit scharfen Worten auf die Zeilen des Literaturnobelpreisträgers. "Die schändliche Gleichstellung Israels mit dem Iran, einem Regime, das den Holocaust leugnet und damit droht, Israel zu vernichten, sagt wenig über Israel, aber viel über Herrn Grass aus", hieß es in einer Mitteilung seines Büros am Donnerstag. Grass habe sechs Jahrzehnte verschwiegen, dass er Mitglied der Waffen-SS war >>>

 

 
 
 
 
Dokumentation zu "Was gesagt werden muss - Günter Grass" >>>

    4.4.2012
 
 

Genug der Heuchelei!
Endlich spricht es einer aus: Israel bedroht den Weltfrieden
Arn Strohmeyer

Es hat lange, fast zu lange gedauert, bis einer der wichtigsten und bedeutendsten deutschen Intellektuellen ausspricht, was sehr viele Menschen hier im Land und in der Welt denken, aber nicht zu sagen wagen: Israels Politik ist eine Gefahr für den Weltfrieden! Mit amerikanischer, aber auch mit deutscher Waffenhilfe hat sich Israel zu einer kleinen atomaren Supermacht hochgerüstet und maßt sich als Weltpolizist schon seit Jahren an, der ganzen Nahostregion seine Hegemonie aufzuzwingen. Alles ist diesem Staat erlaubt - ohne Rücksichtnahme auf Völkerrecht und Menschenrechte: furchtbare Kriege gegen seine Nachbarn zu führen und seit Jahrzehnten ein ganzes  Volk zu unterdrücken, ihm sein Land zu rauben und es so in seiner Existenz zu vernichten. Um nur die letzten beiden militärischen Angriffe Israels zu nennen: 2006 zerstörte die israelische Armee fast die gesamte Infrastruktur des Libanon. An der Jahreswende 2008/09 kam dann der Gazastreifen an die Reihe.

Die mörderische Invasion der Israelis dort richtete - bei so gut wie keiner Gegenwehr der angeblich so gefährlichen Hamas - unvorstellbare Zerstörungen an. Eine Kommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen unter Leitung des Völkerrechtlers Richard Goldstone warf Israel massive Kriegsverbrechen vor: etwa vorsätzliche Tötung, Folter oder unmenschliche Behandlung, vorsätzliches Zufügen großen Leids beziehungsweise schwerer körperlicher und gesundheitlicher Schäden, im großem Ausmaß betriebene, nicht durch militärische Erfordernisse gerechtfertigte und auf unerlaubte und willkürliche Weise vorgenommene Zerstörung von Eigentum und den Einsatz menschlicher Schutzschilde. Die Bilanz dieses Krieges entsprach dieser Beurteilung: Mehr als 1400 tote Palästinenser, von denen vier Fünftel Zivilisten und 350 Kinder waren. Auf israelischer Seite wurden insgesamt zehn Kombattanten getötet (vier von ihnen durch Beschuss der eigenen Truppen). Dass bei Israels Bombardement auf die wehrlose Bevölkerung auch geächtete Waffen wie weißer Phosphor eingesetzt wurde - Israel ist eben alles erlaubt.

Bei all dem ging es neben der „Bestrafung“ (wofür eigentlich ?) und der Demütigung der Palästinenser vor allem um die Wiederherstellung von Israels „Abschreckungsfähigkeit“, denn der Krieg 2006 gegen die Hisbollah im Libanon war nicht so erfolgreich verlaufen, wie die israelischen Militärs sich das vorgestellt hatten. Der frühere Regierungschef Ariel Sharon hat immer wieder davor gewarnt, „dass Israel seine Abschreckungsfähigkeit verlieren könne und damit unsere wichtigste Waffe: die Angst vor uns.“ Das heißt ja nichts anderes, als dass Israel alle diejenigen Akteure in die Knie zwingen will, die sich der israelischen Hegemonie im Nahen Osten widersetzen.  >>>
 


 

Kommentar: Günter Grass beweist Mut - Rainer Sütfeld - Literaturnobelpreisträger Grass habe die Moralkarte ausgespielt, meint Rainer Sütfeld. Wäre der Anlass nicht so ernst und gefährlich, könnte man sich über den medial perfekt inszenierten Auftritt zweier alter Streithähne auslassen. Günter Grass hat die altbekannte Moralkarte ausgespielt und Henryk M. Broder mit der Antisemitismuskeule geantwortet.  >>>
 

Kommentar - Friedenspreis statt Schelte für Günter Grass - Thomas Nehls, WDR, ARD-Hauptstadtstudio - Empörend, ja beängstigend ist nicht der Vorstoß von Günter Grass, sondern das Bündel der meisten Berliner Reaktionen. Kaum einer Stellungnahme ist zu entnehmen, dass der Literaturnobelpreisträger sehr wohl auch die iranischen Atomanlagen einer unbehinderten, permanenten und internationalen Kontrolle unterziehen lassen will - aber eben auch die längst existierenden Atomwaffen-Arsenale der Israelis. Von einer Verkennung von Ursache und Wirkung, wie sie der doch sonst so ausgewogen argumentierende CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz sieht, kann ebenfalls keine Rede sein. Schon gar nicht von den wutschnaubend vorgetragenen Motivationsvarianten der jüdischen und der deutsch-israelischen Lobby in der Bundesrepublik. >>>
 

Neo-Totalitarismus - Kesseltreiben gegen Günter Grass - Werner Pirker - Günter Grass hat das Unglaubliche gewagt. Er hat die israelische Politik gegenüber dem Iran einer scharfen Kritik unterzogen. In Gedichtform machte der Schriftsteller Israel den Vorwurf, »alles vernichtende Sprengköpfe« auf den Iran zu richten. »Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag«, schreibt er, »der das iranische Volks auslöschen könnte«. Das Imperium der veröffentlichten Meinung schlug umgehend zurück. Als federführend erwies sich einmal mehr Henryk M. Broder, der in einem Beitrag für Die Welt Günter Grass als »Prototyp des intelligenten Antisemiten«, der immer schon »ein Problem« mit Juden gehabt habe, bezeichnete. Die vom Haßprediger der Nation wie selbstverständlich vorgenommene Gleichsetzung von Israel-Kritik und Antisemitismus findet sich auch in einer Stellungnahme auf der Homepage der israelischen Botschaft>>>


Günter Grass hat recht - Rüdiger Göbel - Was gesagt werden muß« – 383 Worte kurz ist die Stellungnahme des Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers Günter Grass, in der er Israel wegen dessen Haltung im Atomkonflikt mit Iran und die deutschen Waffenexporte in die Krisenregion kritisiert. Sein Text erschien am Mittwoch in der Süddeutschen Zeitung, der New York Times, El Pais und La Repubblica. Das Prosagedicht, inhaltlich deckungsgleich mit Dutzenden Aufrufen der Friedensbewegung zu den bevorstehenden Ostermärschen, schlug ein wie eine Bombe. Binnen Stunden brach sich ein anschwellender Bocksgesang Bahn, der in massive Antisemitismusvorwürfe gipfelte. Was hat Günter Grass Schlimmes geschrieben >>>

 
 

Stimmen


 
„Was gesagt werden Muss ...“ und nicht verschwiegen werden darf
- Stellungnahme der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. zum Gedicht von Günter Grass

Wir, die Mitglieder der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost, gratulieren Günter Grass für seine aufrichtige Aussage in bezug auf die Atompolitik Israels. Auch wenn Günter Grass durch sein langes Schweigen über seine ehemalige Angehörigkeit zur Waffen-SS Glaubwürdigkeit in Sachen NS-Aufarbeitung einbüßt, so zeigt die hysterische Reaktion jüdischer und nicht-jüdischer Deutscher deutlich, dass er ins Ziel getroffen hat. Mit Recht weist Grass auf die überlegene Stärke der vierten Atommacht des Staates Israel und die Gefahr eines tödlichen Kriegs, der mit oder ohne Unterstützung der USA den ganzen Nahen Osten in Mitleidenschaft ziehen und möglicherweise auf die restliche Welt übergreifen würde. Der Wunsch der im Iran Herrschenden, dass das "zionistische Regime" verschwinden möge, hat seine genaue Entsprechung im Wunsch der USA und Israels, dass das "islamistische Mullah-Regime" verschwinden möge. Unsere Medien und Politiker verteufeln das eine als "Vernichtungsdrohung gegen die Bevölkerung" und spielen das andere als "berechtigte Forderung" herunter.
Wir verteidigen das Recht aller deutscher Bürger und Bürgerinnen die menschenverachtende Politik des Staates Israel zu kritisieren, ohne als Antisemiten diffamiert zu werden. Diese Taktik dient nur dazu, jegliche Kritik an der israelischen Politik abzuwürgen, wie auch vom real existierenden Antisemitismus abzulenken. Ein „jüdischer“ Staat sollte und wollte ein Staat sein wie jeder andere und als solcher Muss auch Israel Menschenrechte respektieren und sich dem Völkerrecht beugen, ohne wegen der Vergangenheit einen Ausnahmestatus zu beanspruchen. Wie Günter Grass unterstreicht, sollte gerade Deutschland sich nicht zum Handlanger einer neuen Katastrophe machen. In diesem Zusammenhang ist es mehr als bedenklich, dass die von der Bundesrepublik an Israel gelieferten U-Boote mit atomaren Sprengköpfen aus gerüstet werden können. Auch deshalb beobachten wir die Waffenlieferungen der Bundesregierung an Israel mit Sorge und fordern diese auf, den nötigen Druck auszuüben, auch durch Sanktionen, um Inspektionen und Kontrollen des israelischen Atomprogramms zu ermöglichen wie für jedes andere Land üblich ist. Als Jüdische Stimme befürworten wir einen atomfreien Nahen Osten.
Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.  05.04.2012


 

Wolfgang Gehrcke erklärt zum heute in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Gedicht von Günter Grass über den Iran, Israel und deutsche U-Bootlieferungen: "Günter Grass hat Recht. (...) Günter Grass hat den Mut auszusprechen, was weithin verschwiegen wurde. Günter Grass beschämt die deutsche Politik, die weithin damit beschäftigt ist, die diplomatischen Folgen eines israelischen Angriffs auf den Iran zu kalkulieren, statt alles zu tun, um diesen Krieg zu verhindern und damit „allen, den Israelis und Palästinensern, mehr noch, allen Menschen, die in dieser vom Wahn okkupierten Region dicht bei dicht verfeindet leben, und letztlich auch uns zu helfen“. >>>
 



Avi Primor. "Herr Primor, was sagen Sie zu der massiven Kritik, die Günter Grass an Israel übt? Ich habe viel von Günter Grass gelesen, ich schätze ihn und um das klipp und klar zusagen: Ich halte Günter Grass weder für einen Antisemiten noch für einen Feind Israels."



Jerzy Montag
- Die Grünen. - Montag, der Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe ist, findet Grass' Worte zwar politisch verheerend - allerdings nicht als Lyrik-Werk. "Das ist ein Gedicht und kein politischer Beitrag", sagt Montag. "Bei Günter Grass handelt es eben um einen Schriftsteller, und mit dem muss man sich nicht streiten."


Johano Strasser
- "Präsidenten des deutschen Pen-Zentrums - Johano Strasser, der die Meinung des Schriststeller teilt: Er warne dringend vor Waffenexporten Deutschlands an eine israelische Regierung, die den Anschein erwecke, ein Krieg gegen den Iran sei unausweichlich, sagte Strasser dem NDR.
"


Tom Segev - Israelischer Historiker hält Günter Grass für "pathetisch" und "egozentrisch" - Tom Segev: Grass ist aber "kein Antisemit" und auch "nicht antiisraelisch" - Moderation: Andreas MüllerSegev: Ja, also, ich habe manchmal das Gefühl, wenn ich so Äußerungen von Günter Grass lese, ich habe ja auch kürzlich mit ihm ein Interview, langes Interview gemacht. Ich habe manchmal den Eindruck, dass er das Bedürfnis hat, zu Unrecht angegriffen zu werden. Und das passiert ihm jetzt wieder. Aber wirklich zu Unrecht ... Er ist kein Antisemit, er ist nicht antiisraelisch, er ist auf keinen Fall gegen Israel in irgendeiner Weise. Er kritisiert die Politik der israelischen Regierung. >>>
Gertrud NehlsGertrud NehlsGertrud Nehls
 

Gertrud Nehls - Die Strategie ist durchsichtig: derjenige, der Tacheles redet, wird diffamiert. Dieses Mal ist Herr Grass an der Reihe!
Vor mehreren Jahren wurde Herr Avner Cohen ähnlich behandelt: er hatte 1998 ein Buch in der Columbia University Press veröffentlicht :" Israel and the bomb"! Darin beschreibt er, dass es im Nahen Osten schon 1966 Proteste gegen den Bau der israelischen Atombomben gab. Wurde dazu nicht das Uran aus Frankreich geliefert?
Herrn Grass ist es gelungen, Kriegstreibern mit einem Gedicht die Maske vom Gesicht zu ziehen. Klar, dass die empört aufheulen! -
 

W. Behr an  Graumann vom Zentralrat der Juden. - 4.4.12 Ach, Herr Graumann.  Ausgerechnet Sie reden zum Grass-Gedicht von einem agressiven Pamphlet der Agitation. Sind Sie doch in Ihrer Hasbara-Abteilung der israelischen Regierung (auch genannt Zentralrat der Juden) und Ihrer Funktion als heimlicher Aussenminister Deutschlands Vorbild für Faktenverdrehung.
Ich stehe voll und ganz hinter der Aussage von Grass und der kürzlich erfolgten von Sigmar Gabriel.
Schreiben Sie sich doch bitte die Aussage von Todenhöfer hinter die Ohren: Jeder hat ein Recht auf eigene Meinung, nicht aber auf eigene Fakten. Vielleicht hilft auch zur Ergänzung zu Grass ein Gedicht von Erich Fried.
Ihre perfide Antisemitismus-Keule zieht nicht mehr. Sie ist abgenutzt. Es grüsst Sie - W.Behr
 

Video - Tagesschau - Israelkritisches Gedicht von Günther Grass sorgt für Aufruhr >>>
 

 
 

Oft geübt und angewandt versuchen bekannte Namen und Gruppierungen aus legitimer, notwendiger Kritik

 einen neuen Antisemitismusbrei anzurühren.

 

Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland nannte den Text "ein aggressives Pamphlet der Agitation". Es sei traurig, dass Grass sich in dieser Form zu Wort melde und Israel dämonisiere, sagte Graumann. Der Text sei unverantwortlich und eine Verdrehung der Tatsachen. Nicht Israel, sondern der Iran bedrohe den Frieden
 

Charlotte Knobloch, warf dem Schriftsteller ein "durchschaubares Schmierentheater" vor.
 

Emmanuel Nahshon - Israels Gesandter in Berlin, ordnete Grass' Gedicht ein in jahrhundertealte antisemitische Hetze gegen Juden. "Was gesagt werden muss ist, dass es zur europäischen Tradition gehört, die Juden vor dem Pessach-Fest des Ritualmords anzuklagen. Früher waren es christliche Kinder, deren Blut die Juden angeblich zur Herstellung der Mazzen verwendeten, heute ist es das iranische Volk, das der jüdische Staat angeblich auslöschen will",  >>>

 Grass bediene sich antisemitischer Klischees. mehr... >>>


Das American Jewish Committee (AJC) zeigte sich entsetzt über das Gedicht. "Grass schadet der deutsch-israelischen Freundschaft ungemein, wenn er Israels notwendige Sicherheitspolitik als Verbrechen bezeichnet und den eigentlichen Verursacher des Konfliktes in Schutz nimmt", erklärte Deidre Berger, die Direktorin des AJC in Berlin.
 


Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe, nannte das Gedicht "überflüssig und eitel". Grass' Unwissen über die komplexen politischen Verhältnisse im Nahen Osten sei "erschreckend", er diskreditiere "sich selbst, als Intellektueller wie als Künstler".


 

Henryk M. Broder - Günter Grass ist "Prototyp des gebildeten Antisemiten" - "Günter Grass – Nicht ganz dicht, aber ein Dichter" - "Grass hat schon immer zu Größenwahn geneigt, nun aber ist er vollkommen durchgeknallt.">>>

Broder zu Gedicht von Günter Grass - „Damals war er ein SS-Mann, heute schreibt er wie einer“

 

Michael Wolffsohn - Verbreitet Günter Grass rechtsextreme Ideen? Eindeutig, sagt Michael Wolffsohn "Grass macht in dem Gedicht die Opfer zu Tätern und auch sonst steht so ziemlich jedes antisemitische Klischee darin, das man aus der rechtsextremen Ecke kennt." -  - "was Grass geschrieben hat, ist ein in Scheinlyrik gepresstes, antisemitisches Pamphlet"


Michel Friedmann
: "In der „Bild“-Zeitung sagt der Publizist Michel Friedmann über Grass: „Wie krank ist die Argumentation, er habe über Jahrzehnte schweigen müssen, um nun endlich der Welt zu erklären, der jüdische Staat ist die größte Bedrohung für die Menschheit? (...)  Grass spielt mit antisemitischen Klischees. Unverzeihlich wäre es, wenn er selbst daran glaubt.“

 


Ralph Giordano verurteilte hingegen die Israel-Kritik von Günter Grass als einen "Anschlag auf Israels Existenz". "Selten hat mich etwas so erschüttert", schrieb der 89-Jährige der Nachrichtenagentur dpa. Mit seiner einseitigen Anklage stelle Grass die Dinge auf den Kopf. "Diese Umkehrung der Tatsachen, wer hier wen bedroht, trifft mich persönlich besonders tief"

 

Efraim Zuroff, Direktor des israelischen Simon Wiesenthal Zentrums, in der "Jerusalem Post": Der Angriff zeige die Transformation, die der deutsche Antisemitismus in den vergangenen Jahren durchlaufen habe: "Während Angriffe auf einzelne Juden in der Bundesrepublik politisch inkorrekt und allgemein inakzeptabel geworden sind, ist Israel der Prügelknabe für antisemitische Deutsche geworden, die den Holocaust leid sind und die Verantwortung dafür los werden wollen."



Cem Özdemir wird noch deutlicher: "Günter Grass tappt in die Populismusfalle, ein vermeintliches Tabu, Israel nicht kritisieren zu dürfen, zu benennen, um es dann lautstark zu brechen, obwohl es dieses Tabu gar nicht gibt." Er sagte SPIEGEL ONLINE: "Es ist perfide, wenn er den Vorwurf des Antisemitismus vorschiebt, um das angebliche Tabu zu begründen." Im Übrigen empfiehlt Özdemir, Deutschland tue "gut daran, keinen Zweifel zu lassen, wer der Aggressor ist und an wessen Seite es in dieser Situation steht".

 

Philipp Mißfelder CDU: "Das Gedicht ist geschmacklos, unhistorisch und zeugt von Unkenntnis der Situation im Nahen Osten"

 

Jan Korte - Die LInke - Auch sei die Behauptung des Dichters fragwürdig, dass Kritik an Israel in Deutschland unter dem Verdacht des Antisemitismus stehe. "Es ist gelinde gesagt fragwürdig, dass ausgerechnet ein ehemaliges Mitglied der Waffen-SS ein angebliches Tabu bricht", meint Korte.



Der Brandstifter
Gerd Buurmann - Verständnis für Günter Grass - >>>  
"Weil Günter mal bei der SS war, muss heute verhindert werden, dass sich Israel gegen die Vernichtungsdrohungen des Irans zur Wehr setzt. Israel muss einfach an den medialen Pranger gestellt werden und zwar, wie es sich gehört, vor dem Pessach-Fest. Es gehört schließlich zur europäischen Tradition, Juden vor dem Pessach-Fest des Ritualmords anzuklagen." >>>
 

Frank Schirrmacher  - Was Grass uns sagen will  -  Das Gedicht „Was gesagt werden muss“ von Günter Grass ist ein Dokument der Rache. Eine Interpretation. 

 

Micha Brumlik - Ein Fachmann für Geschichtsvergessenheit und politischer Dummheit - Hört nicht die Signale: - Kolumne von Micha Brumlik (...) Genau deshalb aber, weil Sanktionen der einzige Weg sind, dies zu verhindern, ist die in der Süddeutschen Zeitung vom 31. 4. veröffentlichte, von inzwischen 1.767 Personen unterzeichnete „Erklärung aus der Friedensbewegung und der Friedensforschung“ als das namhaft zu machen, was sie ist: als zwar argumentativ auftretender, gleichwohl beschämender Ausdruck von Geschichtsvergessenheit und politischer Dummheit. >>>
 

 
 
 
 
 

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