Ein unmögliches Familienfest
Triptychon von
Annamalt - Text von Edward Naujok - Bild und Text stammen
aus 02/2007

Die Familie hat
zum großen Fest eingeladen. Doch vielen Verwandten ist es
unmöglich, dieser Einladung zu folgen. Grenzen, Mauern und die
Willkür der Besatzungsmacht Israel verhindern ein Treffen der
israelisch-palästinensischen Großfamilie.
So wie einst
die Berliner Mauer Familien in Deutschland geteilt hat,
verhindert heute die israelische Mauer das Zusammenkommen der
Familienmitglieder in Palästina oder Israel.
Entfernungen
von wenigen Kilometern werden zu einer strapaziösen Reise mit
Demütigungen und unüberwindbaren Hindernissen. Am Ende versperrt
ein Checkpoint den Weg zur Familie.
Angehörigen
mit einer israelischen Staatsangehörigkeit ist die Einreise in
das besetzte Palästinensergebiet untersagt und ein Fest auf
israelischer Seite muss ohne die palästinensischen Verwandten
gefeiert werden. Denn diese erhalten keine oder nur selten eine
Aufenthaltserlaubnis.
Oft bleibt nur
die gemeinsame Feier im Ausland – doch auch hier wird die Hälfte
der Familie fehlen, da der Grenzübergang mal wieder geschlossen
ist.
So muss –
hinter Mauern – jeder für sich das unmögliche Familienfest
feiern.
Edward Naujok



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