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Texte von Arn Strohmeyer

Omri Boehm ein antisemitisches Buch?
Zionistenschreiben vor, wie an Holocaust zu erinnern.
Tragödie des Zionismus
Palästinenser dürfen in Erinnerungspolitik nicht vorkommen
Genozid wäre besser gewesen
Deutsche Erinnerungspolitik ohne Palästinenser
Plädoyer Ungleichheit der Menschen
Deutschland eine Bananenrepublik?
Situation derPalaestinenser unter zionistischer Besatzung
Ist Banksy ein Antisemit?
Streit um die Kasseler Documenta
Israel ein Apartheidstaat wie Südafrika?
Streit um die Kasseler Documenta
Rezension - Abraham Melzer-  Ich bin (k)ein Antisemit!
Afghanische Sanndalentraeger besiegten USA
Gemeinsame Werte mit einem Apartheidstaat?
Der Welt droht ein neuer Kalter Krieg
Die Antideutschen
Chefs des Springer-Konzerns Mathias Döpfner
„Apeirogon“ des irischen Autors Colum McCann
Lapid - Imagpflege, neue Einsichten?
„1984“ - israelische Cyber-Software“
BDS -  Hoffnung der Palästinenser“
Das Ende einer Illusion
Kampf gegen Windmühlenflügel
Die grüne Kanzlerkandidatin
Palästina in israelischen Schulbüchern
Die Nakba soll zu Ende gebracht werden
Westliche Propaganda - Aufteilung der Welt in Gut+ Böse
Die Jerusalemer Erklärung - Antwort auf die IHRA
Werder Bremen übernimmt die IHRA-Definition
Joseph Melzer - Ich habe neun Leben gelebt.
Holocaustgedenktag 2021
Inhalt der BDS-Resolution nicht erwähnen
Bücher - Positionen zum israelbezogenen Antisemitismus
Kariere von Sawsan Chebli
Martialisches Erinnern
Das zynische Angebot
Omri Boehms - liberaler und humaner Zionismus!
Omri Bohm - Israel - eine Utopie
Darstellung des Zionismus  für Israels Politik Problem
Zionismus untergräbt Werte des Judentums
Gaza ist Überall!
Israel und das Apartheid-Südafrika
Fall Achille Mbembe kein Einzelfall
Eine deutsche Debatte im Jahr 2020
Achille Mbembe - Eigentor von Felix Klein
Was trägt Israel  zum Judenhass bei?
Antideutsche - Antisemitismus und Nahostkonflikt
Nirit Sommerfeld - Stimme des anderen Israel
Symbol für den Freiheitskampf
Krieg gegen das palästinensische Volk
Treueschwüre für einen Besatzerstaat
Zur Kriegsgefahr im Nahen Osten
Der  ideologische Blick auf Israels Geschichte
Kein Friedensstern über Bethlehem
G. Hanloser - Abgesang auf die Antideutschen
Bundesregierung will Hisbollah verbieten
Jürgen Todenhöfer - Die große Heuchelei
Spiegel - zu Israel-kritischer Positionen kein Wort
Gegenwärtige Hexenjagd auf „Antisemiten“
Hungert sie aus!
Das Beispiel Dr. Dr. Marcus Ermler
Hans-Jürgen Abromeit sagt die Wahrheit
Israel zieht belastende Dokumente aus dem Verkehr
Definiert Israels Regierung was Antisemitismus ist
Der Kushner-Plan -Totgeburt
Israels Politik -  zynisch, autoritär und reaktionär
Bremen verweigert Kritik an Israel
Wahlen ohne Opposition und Alternative…
Man unterscheidet zwischen "guten" und "bösen" Juden
BDS-Aktivisten auf „Krawall“ reduziert
Israel Siedlungen auf dem Mond?
Die Mauer als Symbol des Scheiterns
Wider den Mainstream
Triumph des moralischen Nihilismus
Mythos - Vertreibung der Juden aus arabischen Ländern
Frieden auf Erden“ –  nicht in Palästina
Zensur der evangelischen Kirche
Lehrer nach Yad Vashem
Evangelische Kirche und Israels Unrechtspolitik
Hysterie bis zur Paranoia
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Bremer Innensenator Mäurer hat Recht
Die „Israelisierung der Welt“
Trumps "Deal" Verrat an Palästina
Wikipedia ist der Manipulation überführt
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Juden und Muslime in Auschwitz
Israels Sanktionen - Iran
Zum Tod von Felicia Langer
„WerteInitiative“  - Schlag gegen Bettina Marx
Stopp gegen Antisemitismus-Hysterie
Palästina - Realität wird zum Tabu
Tom Segevs Ben Gurion-Biographie
Deutschland, Israel + der Antisemitismus:
Präsident Abbas‘ missverständliche Rede
Unterstützung Arbeit Antisemitismus-Beauftragten
Die inszenierte Hysterie
Entstehung Israels als Heldenepos
70 Jahre Israel – 70 Jahre Siedlerkolonialismus
Skandalöse Geschichtsklitterung
Heiko Maas  in Israel
Was für ein Staat!
Heiko Maas - Kniefall nach Israel
Meinungsfreiheit für Palästinenser in Bremen
Rolf Verleger - Hundert Jahre Heimat_Land
Israel hat den Frieden nie gewollt.
Weihnachten 2017
Gefängnisstrafen und Sippenhaft
Nimmt der Antisemitismus zu?
Stramm hinter Trump
Hermann Kuhn demonstriert  Nichtwissen
Deutsche Kampfflieger über Israel
„Sie weichen den wirklichen Problemen aus“
Rezension - Abraham Melzer: Die Antisemiten-Macher
Rezension - Abraham Melzer: Mit Feuer und Blut
Die kopernikanische Wende
Martin Schulz Kotau vor der Israel-Lobby
„1984“ auf israelisch
Rückfall in die Vormoderne
Michael Wolffsohn hat sich disqualifiziert
Rezension - M. Peled - Der Sohn des Generals
Analysen des antizionistischen Isaac Deutscher
Film - Der Hass auf Juden in Europa
14. Dokumenta - Ahlam Shibli
Michael Lüders Buch „Die den Sturm ernten“
Jenseits aller Wirklichkeit
„Im Gefängnis, weil  Palästinenser“
Das Lehrbeispiel BDS
DIG Aufruf gegen Kritiker
Broder - BDS + die Endlösung
Zwischen „Lügen- “ und „Lückenpresse“
Frieden auf Erden... nicht im Heiligen Land
Ist Deutschland eine Bananenrepublik?
Hat Jakob Augstein der Mut verlassen?
Israel-Berichterstattung - doppelte Standards
Propaganda-Lügen gegen den Frieden
Antisemitismus – „Missverständnis der Geschichte“?
Wann ist Kritik an Israels antisemitisch
Die Lobby schlägt zu
Geheimsache Heron TP
Claude Lanzmann -  Palästina-Konflikt
Die Israel-Lobby und die HAWK
Ein Humanist?
„Die Hamas ist an allem schuld“
Ein Krieger und Verächter des Völkerrechts
Proteste und Demonstrationen nicht Antisemitisch
Der Streit um Israels „Existenzrecht“
„Journalismus“ á la Benjamin Weinthal
„Methodisch betriebener Wahnsinn“
Dank an Benjamin Weinthal
Albert Einstein muß als Zeuge herhalten
Wenn Weinthal wieder einmal zuschlägt ...
Rezension von  Kurt O. Wyss
Noch mehr Israel-Kritiker geschafft
Interview mit Abdallah Frangi
Benjamin Weinthal verhindert Vortrag Arn Strohmeyer
„Lügenpresse“ oder kritikloser Philosemitismus?
Ein Weihnachtswunsch
Abraham Melzers Buch „Israel vor Gericht“
Rezension - Petra Wild: Die Krise des Zionismus
Gipfel der Absurdität
Daniel Killy diffamierte seinen früheren Arbeitgeber
Rezension - Die Hölle von Gaza - Spiewak
Rote Karte für Israel!
Der Antisemitismus-Vorwurf als Rufmord
Ist Israel ein verrückter Staat?
„Oslo war ein Kapitulationsabkommen“
Rezension - Ilan Pappe -  „Die Idee Israel"
Wenn eine Jüdin den Zionismus kritisiert...
Leseprobe 3 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 2 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 1 - Antisemitismus – Philosemitismus
Inhalt - Antisemitismus – Philosemitismus
Buch - Antisemitismus – Philosemitismus
Kontrolle über Israels Atomwaffen?
Rezension - Sven Severin: Shalom ist nicht Frieden.
Werte der USA und Europas Doppelmoral
Antwort auf Uri Avnerys Artikel Die wirkliche Nakba
Rezension - Israel – Im permanenten Kriegszustand
Zwischen Doppelmoral und Lebenslügen
Die Herren über Leben und Tod
Dauerbrenner Antisemitismus
Weglassen, vertuschen und manipulieren
Napoleoni - Die Rückkehr des Kalifats.
Presseboykott gegen  Nakba-Ausstellung Bremen?
Der Streit um die historische Wahrheit
Am besten das Völkerrecht abschaffen.
Anschläge Paris - Stunde der Heuchler
Die Legenden von den vertriebenen Juden
Linkspartei und die Verletzer der Völkerrechte
Für Israel Frieden unmöglich.
Zionismus vor seinem historischen Ende?
Antisemitismus-Gefahr als politische Waffe
Eine genau kalkulierte Kampagne
„Ein Massaker schlimmsten Ausmaßes!“
Dieter Graumann und die westlichen Werte
Willkommener Anlass
Die EU als zahnloser Papiertiger
Antisemiten überall
Uri Avnery relativiert die Nakba
H. Baumgarten - Kampf um Palästina
Ein bedeutender Schritt zur Versöhnung
Bremer Evangelische Kirche -  Frieden Nah Ost
„Warum provoziert Ihr Israel immer so?“
Interview mit  Reuven Moskowitz
Israels große Propagandainszenierung
Unkritische Unterstützung Israels.
Tumulte in der Knesset
Rezension - Israel kontrovers
Ariel Sharons brutale Gewaltpolitik
Neuerscheinung Ilan Pappes Buch?
Ilan Pappe - „Eethnische Säuberung Palästinas
Schweigen der Christen im Nahen Osten
Feldmans Film „The Lab“
Mythos - Vertreibung der Juden
Rezension - Viktoria Waltz -  „Monopoly“
Shlomo Sand - Ich steige aus.
Palästinenser Testpersonen für Rüstungsindustrie
Israel steht unter Verdacht
Rezension - Buch Ekkehart Drost
3. Israelkongress in Berlin
Die Angst vor der Wahrheit
Was kommt nach dem Zionismus?
Führt Obama Israels Krieg?
Haben nur Palästinenser „Blut an den Händen“?
Ein Bantustan-Staat für die Palästinenser?
Zionismus + arabischer Antisemitismus
Ethnische Säuberungen
Juden unerwünscht?
Wenn Israel fällt, fällt auch der Westen!“
Nachruf auf Stéphane Hessel
Streit um Augsteins „Antisemitismus“ geht weiter
Zerstört Israel sich selbst?
Broders taktischer Rückzieher
Solidarität mit Jakob Augstein!
Sollen Patriot-Raketen Israel schützen?
Von der Macht der Denunzianten
Rezension Rudolph Bauer - Wer rettet Israel
Netanjau in Berlin zum völlig falschen Zeitpunkt
Mit der UNO auf Kriegsfuß
Generalangriff auf die Mythen des Zionismus
Gaza - Schweigen die Waffen?
"Sicht der Armee  kein ethisches Problem“
Erwiderung auf Charlotte Knobloch
Atmosphäre der Angst
Keine Chance für die Vernunft?
These vom Mord an Arafat
„Hier wird Israel pauschal diffamiert“
D. Barenboim:„Nur ein Psychiater kann  helfen!“
In Nibelungentreue an Israels Seite?
Merkels abenteuerlicher Kriegskurs
Der Dichter, Israel und die Denkverbote
Genug der Heuchelei! - Günther Grass
Auf Mythen keinen Frieden aufbauen
Brief an Ralph Giordano
Ilan Pappe -  Wissenschaft als Herrschaftsdienst
Nazi-Analogien in Israel
Interview mit Abdallah Frangi
Abdallah Frangi - Der Gesandte
Israeltag 2011 - Bremer Schulen
Ein Akt historischer Gerechtigkeit
Israel-Propaganda an deutschen Schulen ?
„Boykott ist eine absolute Notwendigkeit“
Rezension - Finkelstein „Israels Invasion in Gaza“
Die Partei „Die Linke“ + das Existenzrechts Israels
„Wir wollen die ganze Region befreien“
Ergänzung - Brief Bürgermeister Jens Böhrnsen
Offener Brief - Bürgermeister Jens Böhrnsen
Helmut Schmidt + R. von Weizsäcker Antisemiten?
Sind Boykottaktionen antisemitisch?
Boykott gegen Früchte aus Israel
Stéphane Hessel - Empört Euch!
Todenhöfer - Warum tötest Du, Zaid?
Arabische Aufstände düpieren den Westen + Israel
Verzweifeln an Israel
In der Falle der Stammesideologie
Wer glaubt an Friedensbotschaften
Kotau vor Merkels Nahost-Politik
Wie man Antisemiten produziert
Im Gleichschritt mit Israel?
Was ist Antisemitismus
Gibt es  "neuen" Antisemitismus? - Klug Brian
Was sind "jüdische Gene"? - Thilo Sarrazin
Zionistischer Angriff auf Wikipedia
Moshe Zimmermann: Angst vor Frieden
Verwirrung der Begriffe?
Offener Brief  Weser-Kurier-Artikel - 16. 06. 2010
Iris Hefets gewann Prozess gegen Lala Süsskind
Mordaktion nach Piratenmanier
Israel will keinen Frieden
Solidarität mit Iris Hefets!
Sieg der Spermien und Gebärmütter
Hajo Meyer - Radikale Kritik am Zionismus
Interview mit Norman G. Finkelstein
Gespräch mit Yehuda Shaul
Interview mit Yahav Zohar
Broder - Aufklärung + Untergang
„Israel streut der Welt Sand in die Augen“
„Hitler besiegen“
Interview mit Moshe Zuckermann
Bethlehem 2008
Volk ohne Hoffnung
Brief Präsidium J. G. Bremen
Interview Felicia Langer

 

TRANSLATE  


 

Antisemitismus-Vorwurf gegen den Bremer Weser-Kurier

Wie der ehemalige WK-Redakteur Daniel Killy seinen früheren Arbeitgeber diffamiert

Arn Strohmeyer

Ist der Bremer Weser-Kurier eine antisemitische Zeitung? In diesen Verdacht hat ein ehemaliges Mitglied der Redaktion die Monopolzeitung der Hansestadt gebracht. Anlass zu der Rufschädigung ist seine fristlose Kündigung. Der Betroffene ist Daniel Killy, bekennt sich zum jüdischen Glauben und ist ein fanatischer Israel-Anhänger. Der WK hatte ihn im Januar 2014 als Chef vom Dienst eingestellt – eine verantwortungsvolle Position, die in der Hierarchie gleich hinter dem Chefredakteur kommt. Im komplizierten Prozess der Zeitungsherstellung hat der Chef vom Dienst die Redaktion, die aus mehreren Ressorts besteht, und die Produktionsabläufe zwischen Redaktion und Technik zu koordinieren.

Der Leitung des Weser-Kurier wirft Killy vor, schlicht diesen Job nicht im Griff gehabt zu haben. Der Vorstandsvorsitzende Eric Dauphin und der Chefredakteur Moritz Döbler rechtfertigen die Kündigung, so zitiert sie das Medien-Magazin meedia.de ,er habe statt seine eigentliche Aufgabe zu erfüllen, lieber in seinem eigenen Büro gesessen und sich mit der internationalen Politik beschäftigt – vor allem mit Israel und dem Nahen Osten, muss man ergänzen. Killy betätigte sich als Mitglied der WK-Redaktion auch weiter als Sprecher der Hamburger Jüdischen Gemeinde, worin die Verlagsleitung einen unhaltbaren Interessenkonflikt sah, zumal Killy ganz offensichtlich auch beide Positionen miteinander vermengte. Chefredakteur Döbler sah darin den unabhängigen Journalismus des Blattes gefährdet und untersagte ihm die weitere Ausübung der Sprecherposition.

Diese Maßnahme des Chefredakteurs ist durch aus nachvollziehbar, andere Kollegen mussten in früheren Zeiten auch schon auf politische Nebentätigkeiten verzichten. Killy sah das natürlich ganz anders. Er war vor allem der Meinung, seinen Posten mit einer politischen Mission ausfüllen zu müssen, wozu wohl für ihn beide Jobs gehörten. Bremen, merkte er laut meedia.de an, sei eine Hochburg der Palästinenser-Unterstützer, und der Weser-Kurier versäume es da, sich mehr für Israel einzusetzen. Das habe er zu ändern versucht, indem er im Sinne Israels kommentiert habe. Wie das bei Killy politisch aussieht, hat der Verfasser dieser Zeilen in einem Artikel geschildert, nachdem Killy einige Monate seine Mission in Bremen erfüllt hatte. Es seien daraus einige Absätze zitiert:

Der Bremer Weser-Kurier hat einen neuen Fachmann für Außenpolitik: Daniel Killy. Der Mann ist bei der einzigen Tageszeitung in Bremen Chef vom Dienst und nebenbei erklärt er den Lesern noch die Weltlage – besonders die Vorgänge im Nahen Osten. Killy bringt für diese Aufgabe einen soliden journalistischen Hintergrund mit, war er doch immerhin bei den Boulevard-Zeitungen Morgenpost und BILD-Zeitung tätig. In einem Interview des Internet-Blogs Castollux wird er vorgestellt als „verantwortlicher Redakteur bei BILD, er ist jüdischer Deutsch-Amerikaner und Experte für jüdische Themen und antisemitische Medienphänomene.“ Hinzugefügt sei, dass er der Sohn des sehr renommierten Germanisten Walter Killy ist.

In diesem Interview darf Killy sein schlichtes und sehr einseitiges Weltbild in Bezug auf den Nahen Osten darstellen: Die deutschen Printmedien (aber auch ARD und ZDF) sind grundsätzlich „antiisraelisch“ eingestellt, was dasselbe ist wie „antizionistisch“, was wiederum ein Synonym für „Deutschlands feschen Zeitgeist-Antisemitismus“ ist. Selbst die FAZ und die Süddeutsche sind in Killys Sichtweise neben den Öffentlich-Rechtlichen „ein sicherer Hafen für anti-israelische Autoren“. Es gebe zwar – so doziert Killy weiter – dort keinen antiisraelischen Redaktionskodex, aber alle bösartigen Attacken auf Israel würden durch einen Wall des „Pluralismus“ geschützt. Wann immer jemand (wie etwa er selbst) diese Methode offenlege, werfe man ihm reflexartig einen „Angriff auf die Pressefreiheit“ vor. (Dieser Vorwurf Killys bedeutet ja, dass die Pressefreiheit in Deutschland Antisemiten schützt.) Die Sprache der deutschen Medien sei „vergiftet“, weil sie einseitig propalästinensisch berichteten, so der ehemalige Boulevard-Journalist.

Killy fasst in dem Interview seine Position so zusammen: „Pessimistisch ausgedrückt: Die Bestie des deutschen Antisemitismus ist nicht zur Strecke gebracht – sie wurde nur betäubt. Sollte dieses staatlich verordnete Sedativum seine Wirkung verlieren, wäre sie wieder quicklebendig. Positiv formuliert heißt das: Deutschland tut alles, um sicherzustellen, dass dieses Anästhetikum stets in ausreichender Menge vorhanden ist.“

Killy sieht also Antisemiten am Werk, wohin er auch blickt, Die Einseitigkeit, die er den deutschen Medien in Bezug auf ihre Darstellung des Nahost-Konflikts (völlig unberechtigt) vorwirft, praktiziert er selbst in nicht zu übertreffender Art und Weise. (Dieser Vorwurf des Verfassers dieser Zeilen ist in seinen Augen vermutlich auch schon wieder antiisraelisch = antizionistisch = antisemitisch. Wenn er doch wenigstens diese Begriffe sauber auseinanderhalten könnte!) Killy ist ein überzeugter zionistischer Ideologe, der die Welt nur in den Kategorien Schwarz und Weiß, gut und böse, Engel und Teufel sehen kann. Und dieses Weltbild vermittelt er in seinen Artikeln und Kommentaren mit einer Sprache des abgrundtiefen Hasses: Die Palästinenser sind grundsätzlich „Terroristen“, und „Terroristen“ sind eben „Mörder“. Mit solchen Bestien kann man natürlich nicht verhandeln, weil sie völlig friedensunfähig sind. Soweit die Auszüge aus dem damaligen Artikel.

Diese Weltanschauung versuchte er missionarisch über das Medium Weser-Kurier zu verbreiten. Friedensgruppen in der Stadt, die sich für eine friedliche und auf einem gerechten Ausgleich beruhende Lösung des Nahost-Konflikts einsetzen und von Israel die Einhaltung der Menschenrechte und des Völkerrechts fordern, ohne dabei die Existenz Israels in irgendeiner Weise in Frage zu stellen, machte er als „Antisemiten“ und „Nazis“ nieder. Als diese Gruppen im Sommer 2014 friedlich in der Stadt gegen Israels Bombardierung des Gazastreifens protestierten (die furchtbare Bilanz: der Krieg forderte 2128 tote Palästinenser, davon 81 Prozent Zivilisten, darunter 574 Kinder und 302 Frauen; es gab 723 Verletzte; 462 090 Personen wurden obdachlos, 16 002 Häuser wurden ganz oder teilweise zerstört), war ihm das kein Wort der Empathie wert, er hörte auf deutschen Straßen nur angeblich gerufene Parolen wie „Brenn, Jude brenn!“ oder „Jude, feiges Schwein!“ oder „Hamas, Hamas Juden ins Gas!“ (Leitartikel vom 26.7.2014).

Nun mag es einige solche Schwachköpfe bei den Demonstrationen gegeben haben, die Regel war es nicht. In Bremen verlief die Demonstration von über 10 000 Menschen ohne Zwischenfälle, die Polizei bedankte sich bei den Organisatoren sogar dafür. Killy schrieb in seinem Leitartikel aber: „Offen wird gegen Juden gehetzt, werden Juden hierzulande angegriffen. Große Teile der deutschen ‚Linken‘ oder solche, die sich dafür halten, marschieren Arm in Arm mit Neonazis und Gotteskriegern gegen die ‚Zionisten‘ auf. Wer das Wort ‚Zionist‘ in sozialen Netzwerken, Leserbriefen und Foren durch ‚Jude‘ ersetzt, entdeckt schnell die Sprache des ‚Dritten Reiches‘ hinter den neuen Parolen.“ Es ist bei Killy eben alles ein und dasselbe: Friedensaktivisten, Linke, Nazis, Moslems, Palästinenser...

Der sehr renommierte deutsche Antisemitismus-Forscher Wolfgang Benz äußerte zu den Demonstrationen: „Ich sehe überhaupt keine neue Qualität. Ich würde auch gern die Wortwahl ‚antisemitische Ausschreitungen‘ hinterfragen. Es haben sich zum Teil seltsame Leute zusammengerottet. Einige haben blödsinnige Parolen gerufen. Das wird von Interessenten mit großem Widerhall als Wiederaufflammen des Antisemitismus dargestellt. Ich beobachte die Szene seit 30 Jahren. Seit 30 Jahren wird damit Politik und Stimmung gemacht.“ Benz sieht die größere Gefahr heute viel mehr in der Feindschaft gegenüber Muslimen. Die Islamophobie arbeite mit ganz ähnlichen Argumentationsmustern und Stereotypen wie der Antisemitismus. Gemeinsam sei diesen Vorurteilen die Einteilung in Gut und Böse sowie das Phänomen der Ausgrenzung: „Das Feindbild des Juden wird heute durch das Feindbild der Muslime ersetzt. Wieder geht es um die Ausgrenzung einer Minderheit. Es ist höchste Zeit, die Diskriminierungsmechanismen zu verstehen und schließlich zu verhindern.“ Pegida lässt grüßen.

Daniel Killy sah das in seinem Leitartikel ganz anders. Es sah ausschließlich antisemitische Exzesse am Werk, die die Werte der deutschen Demokratie und des Westens in Frage stellten. Werte, die Israel gegenüber den Palästinensern jeden Tag mit Füßen tritt. Die Forderung nach Werten wie Einhaltung des Völkerrechts, der Menschenrechte oder der politischen Freiheit und Selbstbestimmung für ein ganzes Volk (die Palästinenser) sucht man bei Killy vergebens. Als der Autor dieser Zeilen mit dem israelischen Friedensaktivisten Reuven Moskowitz, einem Holocaust-Überlebenden, in der Redaktion des Weser-Kurier Daniel Killy gegenüber saß (damals liefen gerade die auf Druck der USA aufgenommenen „Friedensgespräche“ zwischen Israel und den Palästinensern) lautete die erste Frage von Killy: „Wie kann Israel mit Mördern verhandeln?“ Da musste der betagte Israeli erstmal schlucken und um Fassung ringen, bevor er antworten konnte. Die Gleichung ist klar: Palästinenser sind „Antisemiten“ gleich „Nazis“ gleich „Mörder“.

Der frühere langjährige SPD-Abgeordnete des Bremer Parlaments (Bürgerschaft), Dr. Detlef Griesche, musste sich gegen Killys Vorwurf wehren, ein „gewendeter brauner Arsch“ zu sein. Kein Wunder, dass viele Bürger gegen diesen fanatischen Ideologen in Leserbriefen und Protesten bei der Verlagsleitung Sturm liefen und als „Hetzer“ bezeichneten, der die Palästinenser dämonisiere. Auch der Autor dieser Zeilen gehört zu den von Killy als „Nazi“ Denunzierten. Obwohl er durch zahlreiche aufarbeitende Bücher – sogar eins über seinen eigenen Nazi-Vater – und unzählige Artikel zum Thema Nationalsozialismus seine Distanz zu dieser Ideologe unter Beweis gestellt hat, Killy hält den „Nazi“-Vorwurf aufrecht.

Der Antisemitismus-Vorwurf gegen den Weser-Kurier ist völlig absurd, auch wenn Killy für diese Zeitung sicher ein sehr schwieriger Fall war, von dem der Abschied nicht schwer gefallen ist. Diese Zeitung, die sich in erster Linie der Berichterstattung über die Region verpflichtet fühlt, hält sich bei Berichten über das Thema Nahost eher zurück. Wenn berichtet wird, geschieht es im Sinne der deutschen Mainstream-Medien, die eher auf Israels Seite stehen und auch dessen politische Sprache benutzen. Dafür sorgt vor allem der Israel-Korrespondent des Blattes, Ulrich Sahm, ebenfalls ein fanatischer Israel-Anhänger, der ganz auf der Linie Killys liegt. Sahm ist wohl der umstrittenste deutsche Korrespondent in Israel, den der Fernsehsender ntv wegen seiner Berichterstattung vor die Tür gesetzt hat. Vom Deutschen Presserat erhielt er eine „Missbilligung“, weil er einem Buchautor „Antisemitismus“ vorgeworfen hatte. Der hatte aber nur aus dem Alten Testament zitiert.

So sind nun auch die Ex-Kollegen von Daniel Killy über den Antisemitismus-Vorwurf empört. Die Vorsitzende des Betriebsrates, Ruth Gerbracht, erklärte laut meedia.de, sie sei entsetzt über diesen Vorwurf, Killy beschädige die Zeitung insgesamt. Sie kenne zwar nicht die genauen Kündigungsgründe, könne sich aber nicht vorstellen, dass er wegen seiner Kommentierung oder wegen seines jüdischen Ehrenamtes entlassen worden sei. Ein anderes Redaktionsmitglied sagte dem Autor dieses Artikels, Killy habe sein Arbeitsgebiet als Chef vom Dienst einfach nicht beherrscht, habe seinen Job deshalb schlecht gemacht, er sei ein völliger Flop gewesen. Das sähen auch die anderen Kollegen so.

Killy selbst stellt sich nun als Märtyrer dar und behauptet, die Redaktion verschleiere den wahren Grund seines Rausschmisses, bei dem er immerhin noch weich gelandet ist: Es gab einen Deal vor dem Arbeitsgericht – er erhielt eine Abfindung und ein positives Zeugnis. Der Gefeuerte wirft dem Weser-Kurier nun auf der Seite von israelnationalnews.com antisemitische Motive als Grund für seine Entlassung vor. Natürlich weist die Verlagsleitung solche Vorwürfe weit von sich. Der Autor dieses Artikel muss seinem alten Arbeitgeber  - er hat 27 Jahre dort als politischer Redakteur gearbeitet – Recht geben. Das Haus hat seine liberalen Grundsätze immer hoch gehalten. Die Nahost-Berichterstattung, wie sie heute dort betrieben wird, ist zwar sehr kritikwürdig, aber der Vorwurf des Antisemitismus ist schlichtweg unsinnig.

21.11.2015

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