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Texte von Arn Strohmeyer

Tragödie des Zionismus
Palästinenser dürfen in Erinnerungspolitik nicht vorkommen
Genozid wäre besser gewesen
Deutsche Erinnerungspolitik ohne Palästinenser
Plädoyer Ungleichheit der Menschen
Deutschland eine Bananenrepublik?
Situation derPalaestinenser unter zionistischer Besatzung
Ist Banksy ein Antisemit?
Streit um die Kasseler Documenta
Israel ein Apartheidstaat wie Südafrika?
Streit um die Kasseler Documenta
Rezension - Abraham Melzer-  Ich bin (k)ein Antisemit!
Afghanische Sanndalentraeger besiegten USA
Gemeinsame Werte mit einem Apartheidstaat?
Der Welt droht ein neuer Kalter Krieg
Die Antideutschen
Chefs des Springer-Konzerns Mathias Döpfner
„Apeirogon“ des irischen Autors Colum McCann
Lapid - Imagpflege, neue Einsichten?
„1984“ - israelische Cyber-Software“
BDS -  Hoffnung der Palästinenser“
Das Ende einer Illusion
Kampf gegen Windmühlenflügel
Die grüne Kanzlerkandidatin
Palästina in israelischen Schulbüchern
Die Nakba soll zu Ende gebracht werden
Westliche Propaganda - Aufteilung der Welt in Gut+ Böse
Die Jerusalemer Erklärung - Antwort auf die IHRA
Werder Bremen übernimmt die IHRA-Definition
Joseph Melzer - Ich habe neun Leben gelebt.
Holocaustgedenktag 2021
Inhalt der BDS-Resolution nicht erwähnen
Bücher - Positionen zum israelbezogenen Antisemitismus
Kariere von Sawsan Chebli
Martialisches Erinnern
Das zynische Angebot
Omri Boehms - liberaler und humaner Zionismus!
Omri Bohm - Israel - eine Utopie
Darstellung des Zionismus  für Israels Politik Problem
Zionismus untergräbt Werte des Judentums
Gaza ist Überall!
Israel und das Apartheid-Südafrika
Fall Achille Mbembe kein Einzelfall
Eine deutsche Debatte im Jahr 2020
Achille Mbembe - Eigentor von Felix Klein
Was trägt Israel  zum Judenhass bei?
Antideutsche - Antisemitismus und Nahostkonflikt
Nirit Sommerfeld - Stimme des anderen Israel
Symbol für den Freiheitskampf
Krieg gegen das palästinensische Volk
Treueschwüre für einen Besatzerstaat
Zur Kriegsgefahr im Nahen Osten
Der  ideologische Blick auf Israels Geschichte
Kein Friedensstern über Bethlehem
G. Hanloser - Abgesang auf die Antideutschen
Bundesregierung will Hisbollah verbieten
Jürgen Todenhöfer - Die große Heuchelei
Spiegel - zu Israel-kritischer Positionen kein Wort
Gegenwärtige Hexenjagd auf „Antisemiten“
Hungert sie aus!
Das Beispiel Dr. Dr. Marcus Ermler
Hans-Jürgen Abromeit sagt die Wahrheit
Israel zieht belastende Dokumente aus dem Verkehr
Definiert Israels Regierung was Antisemitismus ist
Der Kushner-Plan -Totgeburt
Israels Politik -  zynisch, autoritär und reaktionär
Bremen verweigert Kritik an Israel
Wahlen ohne Opposition und Alternative…
Man unterscheidet zwischen "guten" und "bösen" Juden
BDS-Aktivisten auf „Krawall“ reduziert
Israel Siedlungen auf dem Mond?
Die Mauer als Symbol des Scheiterns
Wider den Mainstream
Triumph des moralischen Nihilismus
Mythos - Vertreibung der Juden aus arabischen Ländern
Frieden auf Erden“ –  nicht in Palästina
Zensur der evangelischen Kirche
Lehrer nach Yad Vashem
Evangelische Kirche und Israels Unrechtspolitik
Hysterie bis zur Paranoia
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Bremer Innensenator Mäurer hat Recht
Die „Israelisierung der Welt“
Trumps "Deal" Verrat an Palästina
Wikipedia ist der Manipulation überführt
Klassischer Fall von Geschichtsfälschung
Juden und Muslime in Auschwitz
Israels Sanktionen - Iran
Zum Tod von Felicia Langer
„WerteInitiative“  - Schlag gegen Bettina Marx
Stopp gegen Antisemitismus-Hysterie
Palästina - Realität wird zum Tabu
Tom Segevs Ben Gurion-Biographie
Deutschland, Israel + der Antisemitismus:
Präsident Abbas‘ missverständliche Rede
Unterstützung Arbeit Antisemitismus-Beauftragten
Die inszenierte Hysterie
Entstehung Israels als Heldenepos
70 Jahre Israel – 70 Jahre Siedlerkolonialismus
Skandalöse Geschichtsklitterung
Heiko Maas  in Israel
Was für ein Staat!
Heiko Maas - Kniefall nach Israel
Meinungsfreiheit für Palästinenser in Bremen
Rolf Verleger - Hundert Jahre Heimat_Land
Israel hat den Frieden nie gewollt.
Weihnachten 2017
Gefängnisstrafen und Sippenhaft
Nimmt der Antisemitismus zu?
Stramm hinter Trump
Hermann Kuhn demonstriert  Nichtwissen
Deutsche Kampfflieger über Israel
„Sie weichen den wirklichen Problemen aus“
Rezension - Abraham Melzer: Die Antisemiten-Macher
Rezension - Abraham Melzer: Mit Feuer und Blut
Die kopernikanische Wende
Martin Schulz Kotau vor der Israel-Lobby
„1984“ auf israelisch
Rückfall in die Vormoderne
Michael Wolffsohn hat sich disqualifiziert
Rezension - M. Peled - Der Sohn des Generals
Analysen des antizionistischen Isaac Deutscher
Film - Der Hass auf Juden in Europa
14. Dokumenta - Ahlam Shibli
Michael Lüders Buch „Die den Sturm ernten“
Jenseits aller Wirklichkeit
„Im Gefängnis, weil  Palästinenser“
Das Lehrbeispiel BDS
DIG Aufruf gegen Kritiker
Broder - BDS + die Endlösung
Zwischen „Lügen- “ und „Lückenpresse“
Frieden auf Erden... nicht im Heiligen Land
Ist Deutschland eine Bananenrepublik?
Hat Jakob Augstein der Mut verlassen?
Israel-Berichterstattung - doppelte Standards
Propaganda-Lügen gegen den Frieden
Antisemitismus – „Missverständnis der Geschichte“?
Wann ist Kritik an Israels antisemitisch
Die Lobby schlägt zu
Geheimsache Heron TP
Claude Lanzmann -  Palästina-Konflikt
Die Israel-Lobby und die HAWK
Ein Humanist?
„Die Hamas ist an allem schuld“
Ein Krieger und Verächter des Völkerrechts
Proteste und Demonstrationen nicht Antisemitisch
Der Streit um Israels „Existenzrecht“
„Journalismus“ á la Benjamin Weinthal
„Methodisch betriebener Wahnsinn“
Dank an Benjamin Weinthal
Albert Einstein muß als Zeuge herhalten
Wenn Weinthal wieder einmal zuschlägt ...
Rezension von  Kurt O. Wyss
Noch mehr Israel-Kritiker geschafft
Interview mit Abdallah Frangi
Benjamin Weinthal verhindert Vortrag Arn Strohmeyer
„Lügenpresse“ oder kritikloser Philosemitismus?
Ein Weihnachtswunsch
Abraham Melzers Buch „Israel vor Gericht“
Rezension - Petra Wild: Die Krise des Zionismus
Gipfel der Absurdität
Daniel Killy diffamierte seinen früheren Arbeitgeber
Rezension - Die Hölle von Gaza - Spiewak
Rote Karte für Israel!
Der Antisemitismus-Vorwurf als Rufmord
Ist Israel ein verrückter Staat?
„Oslo war ein Kapitulationsabkommen“
Rezension - Ilan Pappe -  „Die Idee Israel"
Wenn eine Jüdin den Zionismus kritisiert...
Leseprobe 3 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 2 - Antisemitismus – Philosemitismus
Leseprobe 1 - Antisemitismus – Philosemitismus
Inhalt - Antisemitismus – Philosemitismus
Buch - Antisemitismus – Philosemitismus
Kontrolle über Israels Atomwaffen?
Rezension - Sven Severin: Shalom ist nicht Frieden.
Werte der USA und Europas Doppelmoral
Antwort auf Uri Avnerys Artikel Die wirkliche Nakba
Rezension - Israel – Im permanenten Kriegszustand
Zwischen Doppelmoral und Lebenslügen
Die Herren über Leben und Tod
Dauerbrenner Antisemitismus
Weglassen, vertuschen und manipulieren
Napoleoni - Die Rückkehr des Kalifats.
Presseboykott gegen  Nakba-Ausstellung Bremen?
Der Streit um die historische Wahrheit
Am besten das Völkerrecht abschaffen.
Anschläge Paris - Stunde der Heuchler
Die Legenden von den vertriebenen Juden
Linkspartei und die Verletzer der Völkerrechte
Für Israel Frieden unmöglich.
Zionismus vor seinem historischen Ende?
Antisemitismus-Gefahr als politische Waffe
Eine genau kalkulierte Kampagne
„Ein Massaker schlimmsten Ausmaßes!“
Dieter Graumann und die westlichen Werte
Willkommener Anlass
Die EU als zahnloser Papiertiger
Antisemiten überall
Uri Avnery relativiert die Nakba
H. Baumgarten - Kampf um Palästina
Ein bedeutender Schritt zur Versöhnung
Bremer Evangelische Kirche -  Frieden Nah Ost
„Warum provoziert Ihr Israel immer so?“
Interview mit  Reuven Moskowitz
Israels große Propagandainszenierung
Unkritische Unterstützung Israels.
Tumulte in der Knesset
Rezension - Israel kontrovers
Ariel Sharons brutale Gewaltpolitik
Neuerscheinung Ilan Pappes Buch?
Ilan Pappe - „Eethnische Säuberung Palästinas
Schweigen der Christen im Nahen Osten
Feldmans Film „The Lab“
Mythos - Vertreibung der Juden
Rezension - Viktoria Waltz -  „Monopoly“
Shlomo Sand - Ich steige aus.
Palästinenser Testpersonen für Rüstungsindustrie
Israel steht unter Verdacht
Rezension - Buch Ekkehart Drost
3. Israelkongress in Berlin
Die Angst vor der Wahrheit
Was kommt nach dem Zionismus?
Führt Obama Israels Krieg?
Haben nur Palästinenser „Blut an den Händen“?
Ein Bantustan-Staat für die Palästinenser?
Zionismus + arabischer Antisemitismus
Ethnische Säuberungen
Juden unerwünscht?
Wenn Israel fällt, fällt auch der Westen!“
Nachruf auf Stéphane Hessel
Streit um Augsteins „Antisemitismus“ geht weiter
Zerstört Israel sich selbst?
Broders taktischer Rückzieher
Solidarität mit Jakob Augstein!
Sollen Patriot-Raketen Israel schützen?
Von der Macht der Denunzianten
Rezension Rudolph Bauer - Wer rettet Israel
Netanjau in Berlin zum völlig falschen Zeitpunkt
Mit der UNO auf Kriegsfuß
Generalangriff auf die Mythen des Zionismus
Gaza - Schweigen die Waffen?
"Sicht der Armee  kein ethisches Problem“
Erwiderung auf Charlotte Knobloch
Atmosphäre der Angst
Keine Chance für die Vernunft?
These vom Mord an Arafat
„Hier wird Israel pauschal diffamiert“
D. Barenboim:„Nur ein Psychiater kann  helfen!“
In Nibelungentreue an Israels Seite?
Merkels abenteuerlicher Kriegskurs
Der Dichter, Israel und die Denkverbote
Genug der Heuchelei! - Günther Grass
Auf Mythen keinen Frieden aufbauen
Brief an Ralph Giordano
Ilan Pappe -  Wissenschaft als Herrschaftsdienst
Nazi-Analogien in Israel
Interview mit Abdallah Frangi
Abdallah Frangi - Der Gesandte
Israeltag 2011 - Bremer Schulen
Ein Akt historischer Gerechtigkeit
Israel-Propaganda an deutschen Schulen ?
„Boykott ist eine absolute Notwendigkeit“
Rezension - Finkelstein „Israels Invasion in Gaza“
Die Partei „Die Linke“ + das Existenzrechts Israels
„Wir wollen die ganze Region befreien“
Ergänzung - Brief Bürgermeister Jens Böhrnsen
Offener Brief - Bürgermeister Jens Böhrnsen
Helmut Schmidt + R. von Weizsäcker Antisemiten?
Sind Boykottaktionen antisemitisch?
Boykott gegen Früchte aus Israel
Stéphane Hessel - Empört Euch!
Todenhöfer - Warum tötest Du, Zaid?
Arabische Aufstände düpieren den Westen + Israel
Verzweifeln an Israel
In der Falle der Stammesideologie
Wer glaubt an Friedensbotschaften
Kotau vor Merkels Nahost-Politik
Wie man Antisemiten produziert
Im Gleichschritt mit Israel?
Was ist Antisemitismus
Gibt es  "neuen" Antisemitismus? - Klug Brian
Was sind "jüdische Gene"? - Thilo Sarrazin
Zionistischer Angriff auf Wikipedia
Moshe Zimmermann: Angst vor Frieden
Verwirrung der Begriffe?
Offener Brief  Weser-Kurier-Artikel - 16. 06. 2010
Iris Hefets gewann Prozess gegen Lala Süsskind
Mordaktion nach Piratenmanier
Israel will keinen Frieden
Solidarität mit Iris Hefets!
Sieg der Spermien und Gebärmütter
Hajo Meyer - Radikale Kritik am Zionismus
Interview mit Norman G. Finkelstein
Gespräch mit Yehuda Shaul
Interview mit Yahav Zohar
Broder - Aufklärung + Untergang
„Israel streut der Welt Sand in die Augen“
„Hitler besiegen“
Interview mit Moshe Zuckermann
Bethlehem 2008
Volk ohne Hoffnung
Brief Präsidium J. G. Bremen
Interview Felicia Langer

 

TRANSLATE
 

Israel – ein Produkt der ideologischen Raumplanung

Viktoria Waltz schildert in ihrem neuen Buch „Monopoly“, wie die Zionisten ihr Kolonialprojekt durchsetzten

Arn Strohmeyer

Im Diskurs über Israel und seine Politik setzt sich immer mehr die realistische Sichtweise auf diesen Staat als zionistisches siedlerkolonialistisches Projekt durch. Der israelische Historiker Ilan Pappe benutzt diesen Begriff seit langem. Die deutsche Islamwissenschaftlerin Petra Wild hat ihn in ihrem Buch „Apartheid und ethnische Säuberung. Der zionistische Siedlerkolonialismus in Wort und Tat“ ausführlich mit wissenschaftlicher Akribie beschrieben. Sie definiert ihn folgendermaßen: „Der reine Siedlerkolonialismus, für den Israel ein Beispiel ist, strebt danach, die einheimische Bevölkerung durch eine eingewanderte Siedlerbevölkerung vollständig zu ersetzen. Die Grenzen werden stets weiter nach vorne verschoben und die einheimische Bevölkerung auf stets kleiner werdenden Flächen zusammengedrängt, um ihr Land und ihre Ressourcen für die Siedlerbevölkerung freizumachen. Charakteristisch für siedlerkolonialistische Gebilde sind neben territorialer Expansion ein ausgeprägter Rassismus in der Siedlerbevölkerung und die Behauptung, das Land sei menschenleer gewesen, als die Siedler kamen.“

Die frühere Dozentin für Raumplanung an der TU in Dortmund Viktoria Waltz beschreibt nun in ihrem neuen Buch „Israel. Monopoly ohne Grenzen“ im Detail, wie die Zionisten ihr Projekt, das zuerst der Begründer der Bewegung Theodor Herzl entworfen hatte, mit aller Konsequenz und Härte – um nicht zu sagen gnadenlos – durch- und umsetzten. Schon auf dem ersten Zionisten-Kongress in Basel 1897 hatte man die Strategie zur Errichtung des jüdischen Staates beschlossen. Damals sprach die Bewegung allerdings – wie auch 1917 die Balfour-Note der britischen Regierung – noch von einer „Heimstätte“, wohl um die Palästinenser, die das ins Auge gefasste Land bewohnten, und die internationale Öffentlichkeit nicht zu erschrecken. Aber es war klar, was gemeint war: ein exklusiv jüdischer Staat. Da Palästina aber voll bewohnt und nicht „leer“ war, wie die Zionisten behaupteten, waren die Konflikt programmiert.

An Warnungen – auch von jüdischer Seite – hat es nicht gefehlt. So schrieb etwa der deutsch-jüdische Philosoph Martin Buber im Mai 1948: „Dieser Zionismus entweiht den Namen Zion; er ist nicht mehr als einer der krassen Nationalismen unserer Zeit, die keine höhere Autorität als das – vermeintliche! – Interesse der Nationen anerkennen.“ Und weiter: „Dass dieses [zionistische] Programm offenen Kampf mit den Nachbarn und somit auch mit der arabischen Welt bedeutete, war offenbar: Welches Mehrheitsvolk würde sich kampflos in den Status einer Minderheit niederdrücken lassen!“

Hannah Arendt warf der zionistischen Bewegung zur selben Zeit vor, dass sie aus opportunistischen Erwägungen ihre wahren und eigentlichen Ziele verborgen hätte. Nun aber lägen sie offen zu Tage: Sie beanspruchten ganz Palästina, was für die Palästinenser nur die Alternative bedeute: Minderheitenstatus oder Verlassen ihres eigenen Landes. Damit habe man die Chance auf Zusammenarbeit und Gespräche mit den Arabern auf lange Zeit verwirkt. Und Albert Einstein hielt den Zionistenführer Menachem Begin schlicht für einen gefährlichen „Faschisten“:

Aber die zionistische Bewegung kümmerten solche Warnungen nicht. Sie hielten unbeirrt an ihrem Ziel fest, das Viktoria Waltz in der Sprache ihres Faches so formuliert: „Reduzierung des nicht-jüdischen Raumes bis zur Eliminierung, Ersetzung und Überformung durch einen rein jüdischen Raum.“ Und: „Bis ins kleinste Detail werden sämtliche Fachrichtungen und ihre wissenschaftlichen Zulieferer  für die gewünschte Rauminterpretation und Raumentwicklung, sprich für die Schaffung einer jüdischen Boden- und Bevölkerungsmehrheit eingesetzt, um dieses Ziel zu erreichen.“ Die Autorin sieht aber auch, was dieses Projekt zwangsläufig für Folgen haben musste und auch heute noch hat: Israel wurde ein absoluter Ausnahmestaat, ein Konstrukt, das aus einer speziellen Ideologie heraus entwickelt worden ist. Und wenn dieser Staat sich eine Demokratie nennt, dann gilt das nur für seine jüdische Bevölkerung, denn die palästinensischen Bürger Israels, die immerhin 20 Prozent der Einwohner dieses Staates ausmachen, gilt die Gleichheit vor dem Gesetz nicht. In allen Planungsgesetzen und Planungsprozessen spiegelt sich der rassistische, ethnisch ausgrenzende und diskriminierende Umgang mit der nicht-jüdischen Bevölkerung wider. Und die vier Millionen Einwohner in den israelischen Kolonien, also den besetzten Gebieten Westjordanland und Gazastreifen, müssen ohne jedes bürgerliche und politische Recht leben.

Die Schaffung Israels wurde aber auch nur möglich, das belegt der Text von Viktoria Waltz, weil die Zionisten in den Kriegen von 1948 und 1967 insgesamt 1,5 Millionen Palästinenser vertrieben haben und deren Boden und Eigentum konfiszierten. Die Autorin belegt auch, dass die Geburt Israels nicht die Folge der Tragödie der europäischen Juden (Holocaust) war, sondern schon Jahrzehnte früher mit einer ausgeklügelten und akribisch geplanten Strategie angestrebt und dann auch durchgesetzt wurde. Aber das Projekt ist noch nicht zu Ende durchgeführt worden. Denn das Ziel, einen rein jüdischen Staat in den Grenzen der Mandatszeit zu schaffen mit möglichst wenig oder gar keinen Palästinensern darin, ist noch nicht erreicht. Diesem Ziel wird alles untergeordnet und dazu ist „alles erlaubt“: vor allem brutale Gewalt und ständiges Drangsalieren der Kolonisten gegen die Kolonisierten, der Unterdrücker gegen die Unterdrückten, der reichen Besatzer gegen die armen Belagerten.

Das Schlimme an diesem nun schon seit Jahrzehnten bestehenden Zustand sind die Gleichgültigkeit und das Wegschauen der internationalen Staatengemeinschaft. Viktoria Waltz beschreibt diese Situation so: „Die USA in Zusammenarbeit mit den Europäern liefern das Sicherungsnetz für dieses Projekt mit ihren Sondergesetzen, mit Geld und Waffenlieferungen. Menschen- und Bürgerechte stehen dabei nur im Wege und haben keinerlei Geltung. Zur Verfolgung ihrer Ziele sind ihnen alle Mittel recht.“

Ausführlich geht die Autorin auf ein Problem ein, das gerade in den letzten Tagen hoch aktuell geworden ist: die Vertreibung der Beduinen aus der Negev-Wüste. Der Prawer-Plan, der am 11. September 2013 von der Knesset verabschiedet wurde, sieht die gewaltsame „Umsiedlung“ von 37 Beduinendörfern mit 40 000 Menschen in ein neues Areal in der Nähe der Abu-Dis-Müll-Deponie im Osten Jerusalems vor. Das bedeutet: Zwei Drittel des noch existierenden Landeigentums der Beduinen in der Region Be’er Shewa sollen enteignet werden. Viktoria Waltz schildert ausführlich, wie der zionistische Staat schon in der Vergangenheit die Existenzbedingungen dieser Menschen zerstört hat, die ein Teil der palästinensischen Gesellschaft in Israel und Bürger dieses Staates sind. Vor 1948 lebten in diesem Gebiet 80 – 90 000 Beduinen, die über 10 – 12 000 qkm Land verfügten und dort ihre Herden weideten. Sie sahen dieses Land seit Jahrhunderten als ihr Eigentum an und können dies auch mit Dokumenten belegen. Schon bei der ethnischen Säuberung 1947/48 wurden viele von ihnen vertrieben. Im Zuge der Enteignung des sogenannten „Abwesenden-Landes“ verloren die Beduinen damals schon 98 Prozent ihres Bodenbesitzes. Das Land wurde zu Staatsbesitz erklärt. Heute gibt es in Israel noch 190 000 Beduinen – 145 000 leben im Süden, 45 000 in Galiläa.

Die Negev-Wüste ist wegen ihrer Rohstoffvorkommen (Phosphor, keramische Stoffe, Erdöl, Erdgas und Eisen) für Israel von großer Bedeutung. Außerdem befindet sich dort der auch militärisch wichtige israelische Atommeiler Dimona. Deshalb müssen die Beduinen weichen. Ihre Lage kann ohnehin nur als bedauernswert bezeichnet werden. Da sie keinerlei staatliche Unterstützung, d.h. auch keinen Wasser- und Elektrizitätsanschluss, bekommen und ihnen jede Bautätigkeit untersagt ist, müssen sie in Ansiedlungen aus Zelten und Wellblechhütten (nicht anerkannten Dörfern) hausen, die bei Aktionen des israelischen Militärs und der Polizei immer wieder zerstört werden.

Diejenigen, die man erfolgreich weggejagt hat, wurden in sogenannte Beduinenstädte umgesiedelt, die zwar staatlich anerkannt sind, aber wegen der erzwungenen Aufgabe der nomadischen Lebensgewohnheiten ihrer neuen Bewohner und der sich daraus ergebenden sozialen Spannungen schnell zu suburbanen Ghettos oder zu Slums mit hoher Arbeitslosigkeit, sozialer Abhängigkeit und Kriminalität verkamen. Außerdem leben die Menschen in diesen Städten in völliger Isolierung von den sie umgebenden jüdischen Siedlungen. Um hier sesshaft zu werden, mussten die Beduinen unterschreiben, dass sie keinen Anspruch mehr auf ihr früher besessenes Land erheben. Für diejenigen, die sich nicht fügen und sogar Widerstand leisten, hält der zionistische Staat die bekannten Maßnahmen und Instrumente bereit: Verweigerung der infrastrukturellen Versorgung, strafrechtliche Verfolgung, forciertes Vorgehen der Steuerbehörden, Zwangsräumungen, Weideverbot für die Herden aus „Umweltschutzgründen“, Häuserzerstörungen und sogar Vergiftung der Felder. Auch das ist gegenwärtige israelische Realität. Der Westen schweigt dazu, aber erfreulich ist, dass immer mehr auch israelische Demonstranten an den Protestaktionen gegen diese Vertreibungspraktiken in der Negev-Wüste teilnehmen.

Viktoria Waltz’s Buch ist ein wichtiger Beitrag zur Geschichte des Nahost-Konflikts. Er zeigt auf, wie das zionistische Projekt nach einer bis ins Detail festgelegten Strategie Schritt für Schritt umgesetzt wurde – als ein Planungsprozess, der Raum für die Neusiedler schaffen sollte und noch soll. Dass damit und dabei für die Menschen, die schon seit Jahrhunderten dort lebten und leben, die permanente große Katastrophe hereinbrach, die immer noch andauert – die Welt hat es bisher wenig interessiert.
 

Viktoria Waltz

Monopoly ohne Grenzen.

Israel. Politische Raumplanung, Ethnozentrismus, Rassismus,
 

 

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