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Das Palästina Portal



Texte  - Arn Strohmeyer

Nach oben
„Ethnische Säuberungen, Apartheid und schleichender Genozid“
Juden unerwünscht?
Wenn Israel fällt, fällt auch der Westen!“
Nachruf auf Stéphane Hessel
Streit um Augsteins „Antisemitismus“ geht weiter
Zerstört Israel sich selbst?
Broders taktischer Rückzieher
Solidarität mit Jakob Augstein!
Sollen Patriot-Raketen Israel schützen?
Von der Macht der Denunzianten
Rezension Rudolph Bauer - Wer rettet Israel
Netanjau in Berlin zum völlig falschen Zeitpunkt
Mit der UNO auf Kriegsfuß
Generalangriff auf die Mythen des Zionismus
Gaza - Schweigen die Waffen?
"Sicht der Armee  kein ethisches Problem“
Erwiderung auf Charlotte Knobloch
Atmosphäre der Angst
Keine Chance für die Vernunft?
These vom Mord an Arafat
„Hier wird Israel pauschal diffamiert“
D. Barenboim:„Nur ein Psychiater kann  helfen!“
In Nibelungentreue an Israels Seite?
Merkels abenteuerlicher Kriegskurs
Der Dichter, Israel und die Denkverbote
Genug der Heuchelei! - Günther Grass
Auf Mythen keinen Frieden aufbauen
Brief an Ralph Giordano
Ilan Pappe -  Wissenschaft als Herrschaftsdienst
Nazi-Analogien in Israel
Interview mit Abdallah Frangi
Abdallah Frangi - Der Gesandte
Israeltag 2011 - Bremer Schulen
Ein Akt historischer Gerechtigkeit
Israel-Propaganda an deutschen Schulen ?
„Boykott ist eine absolute Notwendigkeit“
Rezension - Finkelstein „Israels Invasion in Gaza“
Die Partei „Die Linke“ + das Existenzrechts Israels
„Wir wollen die ganze Region befreien“
Ergänzung - Brief Bürgermeister Jens Böhrnsen
Offener Brief - Bürgermeister Jens Böhrnsen
Helmut Schmidt + R. von Weizsäcker Antisemiten?
Sind Boykottaktionen antisemitisch?
Boykott gegen Früchte aus Israel
Stéphane Hessel - Empört Euch!
Todenhöfer - Warum tötest Du, Zaid?
Arabische Aufstände düpieren den Westen + Israel
Verzweifeln an Israel
In der Falle der Stammesideologie
Wer glaubt an Friedensbotschaften
Kotau vor Merkels Nahost-Politik
Wie man Antisemiten produziert
Im Gleichschritt mit Israel?
Was ist Antisemitismus
Gibt es  "neuen" Antisemitismus? - Klug Brian
Was sind "jüdische Gene"? - Thilo Sarrazin
Zionistischer Angriff auf Wikipedia
Moshe Zimmermann: Angst vor Frieden
Verwirrung der Begriffe?
Offener Brief  Weser-Kurier-Artikel - 16. 06. 2010
Iris Hefets gewann Prozess gegen Lala Süsskind
Mordaktion nach Piratenmanier
Israel will keinen Frieden
Solidarität mit Iris Hefets!
Sieg der Spermien und Gebärmütter
Hajo Meyer - Radikale Kritik am Zionismus
Interview mit Norman G. Finkelstein
Gespräch mit Yehuda Shaul
Interview mit Yahav Zohar
Broder - Aufklärung + Untergang
„Israel streut der Welt Sand in die Augen“
„Hitler besiegen“
Interview mit Moshe Zuckermann
Bethlehem 2008
Volk ohne Hoffnung
Brief Präsidium J. G. Bremen
Interview Felicia Langer

 

 

 

Arn Strohmeyer - Offener Brief an das Präsidium der Jüdischen Gemeinde in Bremen

Elvira Noa, Renata Bas, Dr. Grigori Pantelejew

 

 Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie haben in einem offenem Brief Herrn Arno Hamburger dazu beglückwünscht, dass er das ihm verliehene Bundesverdienstkreuz aus Empörung über die Verleihung dieses Ordens an Felicia Langer zurückgegeben hat. Nun darf man durchaus seiner Verwunderung darüber Ausdruck geben, dass er das nicht schon viel früher getan hat. Denn die Liste der Inhaber dieses Ordens weist eine ganze Reihe von furchtbaren Altnazis auf, die im so genannten Dritten Reich alle ihren Anteil an der Verwirklichung von Hitlers Terror-Politik hatten, nach dem Krieg erneut hohe Positionen bekleideten und offenbar durch diesen Orden wieder gesellschaftsfähig gemacht werden sollten. Aber wenn Arno Hamburger diese Gesellschaft nicht gemieden hat, dann ist das seine Sache.

 

Was Felicia Langer betrifft, so ist sie ohne Zweifel eine streitbare Frau. Aber sie erzählt und schreibt nicht irgendetwas, was sie sich ausgedacht hat. Sie weiß, wovon sie spricht. Denn sie hat im Gegensatz zu Ihnen Jahrzehnte lang in Israel gelebt und als Anwältin gearbeitet. Sie ist dort nicht im zionistischen Mainstream mit geschwommen, sondern hat die Schwächsten im jüdischen Staat vor Gericht verteidigt – die Palästinenser. Sie hat also sehr genauen Einblick in das System, wie diese Menschen in Israel behandelt werden und hat das öffentlich gemacht. Ist das der Grund, warum man ihr von Ihrer Seite „Verrat“ vorwirft?

 

Als guter Kenner der Bücher von Felicia Langer und Zuhörer mehrerer ihrer Vorträge weiß ich aber, dass ihr ganzes Schreiben und Tun von einem zutiefst humanen Anliegen geleitet wird. Ihr Ziel ist dabei immer, dass Israelis und Palästinenser endlich – nach so vielen Jahrzehnten der blutigen Gewalt – Frieden schließen, aber eben einen Frieden, der beiden Seiten gerecht wird. Ihr Ansatz ist dabei ein völlig anderer als der der offiziellen israelischen Politik. Was ja erlaubt sein muss, denn zu welcher Politik einer Regierung in dieser Welt gibt es keinen Widerspruch? Sie zieht wie sehr viele Juden in der ganzen Welt aus dem Holocaust den Schluss, dass dieser Israel nicht zu einer Politik der gnadenlosen Stärke ohne moralische Beschränkungen berechtige. Aus der Shoa könne man nicht nur eine exklusiv jüdische Folgerung ziehen, das Gedenken an dieses Menschhheitsverbrechen müsse eine Sache der ganzen Menschheit sein. Das Vermächtnis des Holocaust sei deshalb eine universell gültige Botschaft: Dass überall in der Welt der Kampf gegen Gewalt, Unterdrückung, Diskriminierung und Rassismus geführt werden müsse – ohne Ansehen von Nation, Hautfarbe oder Religion, damit so etwas wie Auschwitz nie wieder geschehen könne.

 

In diesem Sinne hat sie sich immer wieder für einen Frieden im Nahen Osten eingesetzt, der auch der viel schwächeren Seite in dieser Auseinandersetzung – eben den Palästinensern – Gerechtigkeit verschaffen müsse. Und nur bei einer solchen Lösung sieht sie die Zukunft Israels gesichert, was aber voraussetzt, dass Israel die universell geltenden Menschenrechte achtet. Ich denke, dass dies auch den besten Traditionen des Judentums entspricht.

 

 

Einer solchen Lösung sieht sich auch das „Bremer Netzwerk für gerechten Frieden im Nahen Osten“ verpflichtet und nicht einer „ungezügelten Israel-Kritik“, wie Sie schreiben. Wir haben Felicia Langer – wie übrigens schon mehrere Israelis – zu einem Vortrag eingeladen. Dabei haben wir Felicia Lager zugehört und sie zu keiner Minute „euphorisch gefeiert“, wie Sie behaupten. Anschließend haben wir mit ihr diskutiert, dabei kommen immer auch Gegner unserer Position – also Verteidiger der offiziellen israelischen Politik – zu Wort. Unsere Veranstaltungen stehen grundsätzlich jedem offen. Nur Dialog kann im Nahen Osten zum Frieden führen und auch die unterschiedlichen Standpunkte zwischen uns hier in Bremen klären. In diesem Sinne sind wir auch jederzeit zum Gespräch mit der Jüdischen Gemeinde bereit.

 

Mit freundlichem Gruß

 Arn Strohmeyer



Der Brief der Jüdischen Gemeinde im Land Bremen (pdf) >>>

 

 
 

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